Ohne Strom

Bereit für die Energiewende?

Bereit für die Energiewende?
MiSch-Reporter Emil hat für euch getestet, wie ein Tag ohne Strom aussieht. Emil Hansen, Gymnasium Wellingdorf
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von Emil Hansen (13)

Klasse 8b, Gymnasium Wellingdorf


Kiel. Für uns alle ist Strom aus der Steckdose
selbstverständlich. In Zeiten der Energiewende stellt sich aber für viele die
Frage, ob unsere Energieversorgung gesichert ist. Was passiert, wenn im trüben
November die Windräder stillstehen und Nebel die Fotovoltaik bedeckt? Wenn wir
auf den Lichtschalter drücken, geht das Licht an, wenn wir den Fön anmachen,
kommt warme Luft. Alles dank des Stroms. Deshalb habe ich mir die Frage
gestellt, wie es wäre, wenn man einen Tag ohne Strom lebt.

Sonnabendmorgen: Ich habe verschlafen. Mein Blick wandert in
Richtung Digitalwecker: Display schwarz. Ich steige aus dem Bett, gehe ins
Badezimmer, um zu duschen. Kalt! Klar, ohne Strom kein warmes Wasser. Okay,
also kalt duschen, anziehen, dann mal eben aufs Handy schauen. Nur noch zehn
Prozent. Ich schreibe ein bisschen und dann: Akku leer! Na ja, erst mal nicht
so schlimm, man muss ja nicht nur am Handy daddeln. Nach dieser Erkenntnis
frühstücke ich erst mal genüsslich. Jedenfalls will ich dies, doch als ich den
Kühlschrank öffne, erwarten mich: Zerlaufene Butter, warme Milch und andere
Delikatessen. Ich improvisiere. Ich trinke Wasser statt Milch und esse „Trockenbrot“
statt Butterbrot.

Nach dem Frühstück räume ich das Geschirr in die
Spülmaschine. Ich drücke auf alle Knöpfe: nichts passiert. Natürlich, kein
Strom, also spülen per Hand – kalt!

Für die nun anstehenden Hausaufgaben muss ich im Internet
recherchieren. Kein Strom. Also greife ich auf das altbewährte Lexikon zurück.
Kopieren nicht möglich, also mühsam abschreiben, kostet Zeit.

16 Uhr, endlich fertig. Nun endlich Sport. Joggen, aber ohne
Musik, der Akku ist ja leer.

17 Uhr, verschwitzt zurück. Erschöpft schließe ich die
Haustür auf: alles dunkel! Kein Strom, kein Licht. Jetzt heißt es nicht nur
kalt, sondern auch im Dunkeln duschen. Die Laune ist auf dem Tiefpunkt! Jetzt
was gutes Essen! ... aber die Küche bleibt kalt.

Abendgestaltung ohne Musik, kein Computer, kein Fernsehen,
keine Playstation, kein Handy, noch nicht mal Licht zum Lesen. Was bleibt? Ich
gehe so früh wie zu Grundschulzeiten ins Bett und werde daher morgen
wahrscheinlich ausgeruht auch ohne Wecker aufwachen – und freue mich auf einen
energiegeladenen Tag.


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