Zoll in Kiel

Der Zoll in Kiel

Der Zoll in Kiel
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von Katharina Thiel,

Ricarda-Huch-Schule, Klasse 9c


Den Zoll gibt es schon recht lange in Kiel. Bereits 1840 gab es vor dem damaligen „Schumacher
Thor“ (in der heutigen Altstadt) eine sogenannte Zollbude. Damals wie heute hat
der Zoll durch Erhebung von Steuern den Staatshaushalt zu finanzieren. Durch
„Wiegen, Zählen und Messen“ stellten seinerzeit die Zöllner die fälligen
Abgaben fest und erhoben diese sofort in bar. Die „grünen Männer“ gehörten zum
Stadtbild der damals ca. 12.000 Einwohner zählenden Kleinstadt. Als Vorbild für
die grüne Dienstkleidung diente die französische Uniform der Zöllner, durch
deren Farbe ein Tarnen im ländlichen Raum besser möglich war.

Im Jahr 1955 zog das Hauptzollamt Kiel in ein neu gebautes Gebäude in die
Auguste-Viktoria-Straße. Der bisher letzte Umzug erfolgte 2013 in den
Kronshagener Weg.

„Früher war das Hauptzollamt Kiel nur für die Abfertigung des Warenverkehrs zuständig.
Das bedeutete, neben dem Aufspüren von Rauschgift auch die Verhinderung von
Zigaretten-, Waffen- und Alkoholschmuggel. Heute sind noch viele Aufgaben
dazugekommen. Dazu gehören unter anderem die Bekämpfung von Schwarzarbeit und
illegaler Beschäftigung, die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer, Erhebung der Verbrauchsteuern
(z. B. Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer u. a.) sowie die
Vollstreckung öffentlich-rechtlicher Forderungen“, erklärte der Pressesprecher
des Hauptzollamtes Kiel, Claus-Peter Minkwitz. Gleiches gilt für die
Produktpiraterie, durch die der Wirtschaft ein großer Schaden zugefügt wird. „Bundesweit
fließen durch die Arbeit der Bundeszollverwaltung ca. 130 Milliarden Euro
durchschnittlich an Einnahmen durch Steuern im Jahr in die Staatskasse“,
erläuterte Minkwitz.

„Ein großer Coup gelang den Beschäftigten des Zolls in Magdeburg zuletzt im Oktober
2017. Hier wurden 3,4 Millionen Zigaretten in einem Lastwagen mit Hilfe der
Vollmobilen Röntgenanlage (VMR) sichergestellt“, berichtete der Pressesprecher.
Bei der VMR handelt es sich um einen großen LKW mit einem ausfahrbaren Arm und
einem eingebauten Röntgengerät. Das Hauptzollamt Kiel verfügt über eines von
insgesamt drei Fahrzeugen in Deutschland. Die VMR scannt den stehenden LKW ab
und die Zöllnerinnen und Zöllner erkennen Unregelmäßigkeiten sekundenschnell. „Egal,
ob sie flüssig, fest oder gasförmig sind, alles wird entdeckt“, so Claus-Peter Minkwitz.

Auch im Bezirk des Hauptzollamtes Kiel gab es schon spektakuläre Aufgriffe, so wurden erst
Anfang 2017 in einem lettischen Sattelzug am Skandinavienkai bei einer
routinemäßigen Kontrolle 8,5 Millionen Zigaretten gefunden. Die Zigaretten
waren zwar einfallsreich versteckt, die Zollbeamten fanden sie aber aufgrund
ihres Gespürs und ihrer Sachkenntnisse.

Seit 2013 wird das Hauptzollamt Kiel von Frau Leitende Regierungsdirektorin Martina
Nagel geleitet. Ihr sind sieben Sachgebiete sowie sechs Zollämter in
Heiligenhafen, Kiel, Lübeck, Mölln, Rendsburg und im Kieler Stadtteil Wik
unterstellt. „Insgesamt sind in den Sachgebieten und Ämtern über 900 Mitarbeiter/-innen
beschäftigt“, ergänzte Herr Minkwitz. Als eines von wenigen Hauptzollämtern gibt
es beim Hauptzollamt Kiel auch den Wasserzoll, der für die Sicherheit und
Kontrolle auf See mitverantwortlich ist.


Für den Beruf des Zollbeamten/der Zollbeamtin müssen folgende Voraussetzungen erfüllt
werden: Der Bewerber muss die deutsche Staatsbürgerschaft oder die
Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates bzw. von Island, Liechtenstein
oder Norwegen haben. Zudem muss er oder sie flexibel, belastbar, teamfähig,
körperlich fit und gesundheitlich geeignet sein. „Auch die Bereitschaft zum
Führen einer Schusswaffe, zum Tragen von Dienstkleidung und zur Teilnahme am
Schichtdienst muss vorhanden sein“, führte der Pressesprecher aus. Je nach
angestrebter Laufbahn ist entweder das Abitur oder eine vollständige Fachhochschulreife
(für den gehobenen Dienst) oder ein Realschulabschluss oder ein als
gleichwertig anerkannter Bildungsstand (für den mittleren Dienst) erforderlich.
Aufgrund der derzeitigen Altersstruktur und der zu erwartenden Altersabgänge in
naher Zukunft stehen Berufseinsteigern gute Karrierechancen bevor - „in ab dem Jahr
2018 neu eingeführter blauer Dienstkleidung“, so Claus-Peter Minkwitz.


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