Der Freund aus dem Netz

Ricarda-Huch-SchuleRicarda-Huch-Schule 17. November 2017

Internetfreundschaften mit völlig Unbekannten sind unter Jugendlichen gang und gäbe. Merle Sophie Rickers (14) und Theresa Kronenberg (15), Schülerinnen der 9c an der Ricarda-Huch-Schule, haben selbst Erfahrungen mit Bekanntschaften aus dem Internet gemacht und wollen deshalb über dieses wichtige Thema aufklären.

KIEL. Das Internet birgt viele Gefahren. Aber ist das den
Jugendlichen von heute überhaupt noch bewusst? Durch die sozialen Medien und
vor allem über die Plattform Instagram kontaktieren viele Teenager
gleichaltrige, oft völlig unbekannte Personen, von denen sie zunächst nichts
weiter als den Instagram-Account kennen. Doch der kann „Fake" sein. Beweise
gibt es nämlich nicht dafür, dass die Person, mit der man schreibt, auch
wirklich diese Identität besitzt.

Trotzdem geben viele Jugendliche private Informationen wie
etwa die Handynummer oder den Wohnort preis, sobald sie meinen, die Person zu
kennen. Wir haben auf Instagram 75 zehn- bis 16-Jährige gefragt, was sie zu dem
Thema Bekanntschaften im Netz sagen. Laut unserer Umfrage haben rund 70 Prozent
der Befragten Internetfreunde. „Ich bin mir der Gefahr bewusst, aber wenn man
gar keine Toleranz und kein Vertrauen hat, ist es unmöglich, Internetfreunde zu
finden", erklärte der 14-jährige Erik. „Es ist toll", meinte der Teenager,
„neue Menschen innerhalb kurzer Zeit kennenzulernen".

Im Internet können auch echte Freundschaften entstehen. 34
Prozent der 14- bis 16-Jährigen gaben an, ihre Internetfreunde schon mal
getroffen zu haben. Eine erstaunlich hohe Zahl. Ohne das Einverständnis der
Eltern ist das jedoch nicht möglich. Ein Großteil der Erziehungsberechtigten
stehen Bekanntschaften im Internet skeptisch gegenüber. Sie haben Angst, dass
ihre Kinder zu viel aus ihrem Privatleben preisgeben, und wollen sie vor
falschen Accounts schützen. Andere vertrauen ihren Kindern: „Meine Eltern
unterstützen das sogar", betont die 14-jährige Livia, „meine Nummer gebe ich
aber auch nur ganz wenigen Leuten." Für die meisten Jugendlichen steht fest:
Lieber wenige Internetfreunde, denen man wirklich vertraut, als zu viele
Bekanntschaften im Netz. „Manchmal vertraue ich Internetfreunden sogar mehr als
meinen realen Freunden, mit denen es einfach viel öfter Probleme gibt", berichtet
die 13-jährige Leonie. Die Mehrheit der Zehn- bis 13-Jährigen sieht das anders:
Für 97 Prozent sind normale Freunde wichtiger als Internetfreunde.

Schlussendlich lässt sich sagen: Internetfreunde können sowohl Gefahr als auch Bereicherung sein. Wie man damit umgeht, muss jeder selbst entscheiden. Sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Erwachsenen gehen die Meinungen über das Thema weit auseinander. Alle, die im Internet unterwegs sind, sollten sich aber im Klaren darüber sein, dass längst nicht jeder im Netz der ist, für den er sich ausgibt. Wenn Internetuser sich intensiv und verantwortungsbewusst mit dem Thema auseinandersetzen, können sie viele
interessante Menschen kennenlernen, und die Welt steht ihnen offen.

 
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