Die hohe Feinstaubbelastung in Kiel und ihre Folgen

Gymnasium Elmschenhagen Gymnasium Elmschenhagen 22. November 2017

von Paula Nuala Clark, 13 Jahre
Klasse 8c, Gymnasium Elmschenhagen

Was ist eigentlich Feinstaub und wie entsteht er?

Feinstaub sind winzig kleine Partikel, die in der Luft

herumfliegen. Sie sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen
kann. Feinstaub kann durch natürlich Phänomene entstehen, zum Beispiel durch
Abrieb von Gestein, Sporen oder Saharastaub. Feinstaub entsteht aber auch durch
den Abrieb von Reifen und Bremsbelägen oder durch Abgase von Autos und
Kraftwerken. Viele Abgase in Kiel kommen auch von den großen Schiffen, die
täglich hier im Hafen liegen. Ein weiterer Teil des Feinstaubs entsteht in der
Landwirtschaft.

Jeder Kieler atmet täglich eine ganze Menge Feinstaub ein.
Ein Feinstaubpartikel ist so klein, dass er von den Schleimhäuten und winzigen
Härchen der Nase nicht davon abgehalten werden können, in die Lunge zu
gelangen. Mit ihrer geringen Größe von maximal 0,01 Millimeter (10 Mikrometer)
ist das für sie kein Problem. Die Feinstaubpartikel, die sich in den Bronchien
festsetzen, verursachen, dass sich die Atemwege zusammenziehen. Gesunde
Menschen können das ausgleichen, Asthmatiker werden davon aber kurzatmig.

Die Feinstaubpartikel mit einer Größe von weniger als 1
Mikrometer gelangen sogar in die Blutbahn, von wo aus sie in die Organe
transportiert werden. Das ist vor allem gefährlich für das Herz und die
Blutgefäße, da es zu Verstopfungen der Blutgefäße und somit zu Herzinfarkten,
Schlaganfällen und Hirnschäden führen kann.

Jährlich sterben 35.000 Menschen aufgrund der hohen
Feinstaubbelastung.
Was kann jeder einzelne tun und was wird gegen
Feinstaub unternommen?

Jeder Mensch kann die Menge an Feinstaub, die er täglich
selbst produziert oder indirekt verursacht, verringern, wenn er zum Beispiel
statt mit dem Auto zu fahren kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad
zurücklegt, in einer Fahrgemeinschaft mitfährt oder so oft wie möglich
öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Da auch die Massentierhaltung zur
Feinstaubbelastung beiträgt, kann man zum Beispiel auf den Verzehr von Fleisch
und anderen tierischen Produkten verzichten. Wer beim Einkaufen regionale
Produkte kauft, erspart sich und seiner Umwelt lange Transportwege.
Letztendlich kann jeder Haushalt zu Ökostromanbietern wechseln, denn Solar-,
Wind- und Wasserkraftwerke stoßen im Gegensatz zu Kohlekraftwerken keine
Schadstoffe aus.

Die Stadt Kiel hat nun auch etwas unternommen:

Vor Kurzem wurde der Theodor-Heuss-Ring mit einem feinstaub-
und stickstoffreduzierendem Straßenbelag versehen. Durch die neue Straßendecke
wird schon bei leichter Sonneneinstrahlung durch das auftreffende UV-Licht eine
chemische Reaktion ausgelöst, die den vorhandenen Stickstoff und Feinstaub
binden soll. Diese Maßnahme wurde getroffen wegen der täglich starken
Überschreitung der Grenzwerte an dieser Straße. Die Grenze liegt bei 40
Mikrogramm pro Kubikmeter, im Jahresdurchschnitt wird der Grenzwert um 24 Mikrogramm
überschritten, an einzelnen Tagen sogar um 160 Mikrogramm. Die Deutsche
Umwelthilfe (DUH) droht mit einer Klage wegen zu hoher Abgasbelastung und
versucht, ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge und so eine Verringerung der
Schadstoffbelastung zu erzwingen. Wegen des starken Schadstoffausstoßes der
Kreuzfahrer in Kiel möchten Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck
und seinen Kollegen einführen, dass die Schiffe während ihres Aufenthalts im
Hafen künftig mit Landstrom versorgt werden und nicht durchgehend Abgase in die
Luft pusten.

 
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