Ein schwieriger Beruf

Gymnasium WellingdorfGymnasium Wellingdorf 22. November 2017

Hat sich nicht jeder schon einmal überlegt, was man tun könnte, um älteren Menschen zu helfen? Magdalena Waszkiewicz hat Saskia Debus, eine ehemalige Praktikantin im Altersheim, dazu befragt.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, gerade in einem
Altersheim Praktikum zu machen?

Weil ich den Beruf als Altenpfleger/in sehr
interessant fand und älteren Menschen helfen wollte.

Mit welchen Gefühlen sind Sie am ersten Tag zur Arbeit
gegangen?

Ich hatte ein bisschen Angst. Dadurch, dass ich so
schüchtern war, bekam ich meinen Mund kaum auf und glaubte, dass mich die
Älteren nicht hören würden und so war es am Anfang auch.

Worin bestanden Ihre Aufgaben?

Anfangs bin ich nur mitgelaufen und habe zugesehen.
Später hab ich selbst mit Hand angelegt. Ich hatte auch einen mir zugeteilten
Bewohner, der eine leichte Pflegestufe hatte und habe ihn morgens bei der
Körperpflege und beim Anziehen unterstützt. Ich habe Demenzkranken, die eine
Gabel nicht mehr halten konnten, das Essen gereicht. Unterstützung bei
Toilettengängen oder Beschäftigungen wie Spiele spielen und aus der Zeitung vorlesen, gehörten auch
zu meinen Aufgaben.

Werden dort von manchen Rentnern noch Geschichten aus
deren Leben oder ähnliches erzählt?

Von den meisten ja. Es kam immer drauf an, wie fit sie
noch waren oder wie viel Zeit man selbst zur Verfügung hatte. Manchmal waren es
Kurzgeschichten aus ihrer Jugend oder sie erzählten aus der Zeit nach dem Krieg.
Egal wie kurz, lang, traurig oder witzig die Geschichten auch waren, ich hörte
ihnen zu.

Würden Sie diesen Job als "schwer"
bezeichnen?

Definitiv! Es ist sowohl für den Körper als auch für
die Psyche eine schwere Belastung.

Könnten Sie sich vorstellen dort auf Dauer zu arbeiten
bzw. wäre dieser Job etwas für Sie?

Ich denke schon. Letztendlich hat es mir viel Spaß
gemacht und ich überlege nächstes Jahr eine Ausbildung als Altenpfleger/in zu
starten.

Welche Erfahrung wird Sie noch lange begleiten?

Die Erfahrung mit dem Tod hat mich am meisten geprägt.
Jemandem zu sehen, mit dem Wissen er wird nicht mehr aufwachen, war auf jeden
Fall ein komisches Gefühl. Gleichzeitig fühlt man sich aber auch erleichtert
für denjenigen, wenn man weiß, dass er nur noch gelitten hat. Es war schwer zu
verarbeiten und ich habe lang damit gekämpft, dennoch besteht weiterhin noch
der Wunsch Altenpfleger/in zu werden.

Interview: Magdalena Waszkiewicz, 14 Jahre, Klasse 8b, Gymnasium Wellingdorf

 
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