Holstenfleet: Ein großes Projekt mit vielen Fragezeichen

Ricarda-Huch-SchuleRicarda-Huch-Schule 22. November 2017 2 Kommentar(e)

Eine riesengroße Baustelle im Herzen der Stadt Kiel zeigt: Hier
wird ein Großprojekt umgesetzt. Der Kleine-Kiel-Kanal soll nun endlich gebaut
werden. Dabei handelt es sich um ein seit mindestens 2012 viel diskutiertes
Vorhaben, bis die Ratsversammlung im Juli 2015 dem 11 Millionen Euro teuren
Bauvorhaben zustimmte, von dem die Stadt Kiel 3,0-3,5 Millionen Euro übernehmen
soll. Am 3. September 2017 erfolgte endlich der Startschuss. Bushaltestellen
wurden verlegt, der Verkehr wurde umgeleitet.

Zur Frage der Kosten wird auf der Webseite „Kleiner-Kiel-Kanal.de" dargelegt, dass ohnehin
ein Großteil des Geldes für die Sanierung der Holstenbrücke notwendig gewesen
wäre.

Wie sehen das die Bürger in der Innenstadt, dort wo der Kanal
gebaut werden soll? Dazu wurden 40 Bürger vor Ort befragt. Aus dieser Umfrage
ergibt sich, dass 65 % der Befragten den Bau des Kleinen-Kiel-Kanals
befürworten, während 20 % sich dagegen aussprechen. Ihrer Meinung nach gäbe es
in Kiel genügend andere Missstände, die wichtiger seien als der
Kleine-Kiel-Kanal. Viele Kieler warten seit langer Zeit auf die versprochene
Sanierung der Kiellinie. 15 % der Passanten sind unentschieden. Die meisten aus
dieser Gruppe finden eine Verschönerung absolut sinnvoll, sind sich jedoch
nicht sicher, ob der Kleine-Kiel-Kanal dafür geeignet ist. Sie sind der
Meinung, dass der Kleine-Kiel-Kanal eine Veränderung bringe. Ob sie das Problem
der langweiligen Innenstadt lösen kann, ist für sie allerdings noch unklar.

Ein Teil der Bürger erhoffen sich von diesem Großprojekt eine
Beruhigung der Innenstadt. Sie wünschen sich einen Platz zum Verweilen und eine
positive Veränderung der Atmosphäre mit neuen Geschäften unter der
Voraussetzung, dass die Mieten für Geschäftsinhaber bezahlbar sind. „Der
Kleine-Kiel-Kanal wird einen schönen Ausblick bieten, er wird ein Treffpunkt
für jung und alt werden, denn Wasser ist unser Element", meint eine Kielerin.
Mehrere Bürger glauben, dass sich das Ansehen der Stadt verbessere und mehr
Touristen nach Kiel locken könnte. „Die Lebensqualität wird durch eine
Veränderung der Bar- und Kneipennutzung gesteigert", erklärt mir Julia
Forstenpointner.

Von denen, die den Kleinen-Kiel-Kanal befürworten, sind
allerdings 50 % der Meinung, dass der Kleine-Kiel-Kanal zu teuer sei. Sie
schlagen vor, dass das Geld besser in Kitas, Schulen und Bildung, und soziale
Einrichtungen sowie in die Sozialarbeit investiert werden sollte. Andere, den
Bürgern wichtige Projekte, sind der Ausbau von Radwegen und für unsere
Studenten bezahlbare Wohnungen. Darüber hinaus werden die Sanierung der Kieler
Straßen für notwendig gehalten. Gerade das Kopfsteinpflaster sei bei Regen mit
dem Fahrrad ausgesprochen gefährlich. Eine Person schlug den Bau eines
Stadtstrandes vor.

Als Kritik am Kleinen-Kiel Kanal wurde hervorgebracht, dass bis
auf ein paar Bäume und Büsche der gesamte Bereich um das Wasser herum
asphaltiert werden soll. Damit sei der Kiel Kanal zu modern und futuristisch.
Auch sei Kiel bereits von Wasser geprägt. Ein weiterer Sorgenpunkt ist der
Verkehr (7,5 %). Wer bisher mit dem Bus in die Innenstadt fuhr, stieg an der
Haltestelle „Holstenbrücke" aus. Diese kann nun durch den Kleinen-Kiel-Kanal
nicht mehr bedient werden. Durch die Verkehrsberuhigung ist der Autoverkehr nur
noch eingeschränkt möglich und es besteht die Befürchtung, dass Parkplätze noch
knapper werden. Ein Alternativprojekt könnte nach Meinung der Kieler eine
Parkanlage mit grünen Flächen sein. Viele Passanten machen sich Gedanken
darüber, wie der Kleine-Kiel-Kanal sauber gehalten werden kann. Neben der Angst
vor Ratten, da es in Kiel bereits viel Wasser gibt, besteht die Sorge, dass
Blätter und Abfall den Kleinen-Kiel-Kanal verschmutzen könnten und nicht
regelmäßig entfernt würden.

 
2 Kommentar(e)
  1. jhi
    schrieb am 16. Februar 2018

    Ganz ganz toll
  2. jhi
    schrieb am 16. Februar 2018

    Ganz ganz toll

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