Keine alten Computer mehr für Afrika – Ecomove-Film und Diskussion am Gymnasium Elmschenhagen informieren über richtigen Umgang mit Elektroschrott

Gymnasium ElmschenhagenGymnasium Elmschenhagen 16. November 2017

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 1,8 Millionen Tonnen elektronische Geräte
weggeworfen, das sind 21,6 kg pro Einwohner. Und eine Umfrage unter Schülern
meiner Schule hat ergeben, dass sie im Durchschnitt schon mindestens vier Handys
besessen haben. Die höchste Angabe kam von einem 13-jährigen Mädchen: sie gab an, schon sieben Handys besessen zu haben. Jugendliche wollen bei der Technik auf dem neuesten Stand sein! Aber wo landen die Altgeräte eigentlich? Antworten darauf lieferten der Film „Behind the Sceen" der Organisation Ecomove und die anschließende Diskussion mit Herrn Jessen, der sich für Greenpeace engagiert, welche am 08.11.17 am Gymnasium
Elmschenhagen stattfand. Im Film wird nicht nur der beschwerliche Abbau der
Rohstoffe in Afrika und deren arbeitskostengünstige Verarbeitung dargestellt,
sondern eben auch, dass viele Handys und Computer am Ende wieder als billig
entsorgter Schrott in Afrika landen.

Im Anschluss an den Film durften Fragen gestellt werden:

„Was kann man denn tun, um Elektromüll (z.B. bei Handys) zu vermeiden?",
fragte eine Schülerin.

Eine Möglichkeit sei es, ein Fairphone zu kaufen, beteuerte der Experte. Trotz des hohen Preises und des hohen Gewichts, sei es eine gute Möglichkeit, denn das nachhaltige Gerätekonzept spricht für den Kauf eines solchen Handys. Es halte länger und lasse sich im Gegensatz zu vielen Geräten anderer Hersteller reparieren. Dank des
transparenten Umgangs mit Kosten und Lieferanten, wisse man zudem genau, worin
man sein Geld investiert. Ein weiterer Lösungsweg sei, dass man nicht jedes Jahr ein neues Telefon kaufe, erklärte Herr Jessen.

Daraufhin kam die Frage auf, ob Telefone denn so konstruiert würden,
dass sie schnell kaputt gingen, damit man ein neues kaufen müsse. Herr Jessen
vermutet dahinter Kalkül der Konzerne. Teilweise könne man ab einem bestimmten
Alter keine Updates mehr laden oder der Akku sei nicht austauschbar, so dass
man gezwungen werde, sich schnell ein neues Gerät zuzulegen. Natürlich werden
auch möglichst schnell neue Modelle auf den Markt gebracht. Diese wollen dann alle
haben und die alten werden weggeworfen.

„Wie kann man sich denn als Konsument gegen den Kauf dieser Produkte wehren?", war
eine weitere interessante Frage, auf die der Experte mit: „Man kann sein Handy, wenn es denn kaputt ist, zur Reparatur bringen oder man kauft sich ein Telefon, dass man leicht selber reparieren kann", antwortete.

Auf die Frage, wie man denn sicher sein könne, dass seine alten Elektrogeräte wirklich recycelt werden, antwortete der Experte, dass man nie vollkommen sicher sein könne,
aber wenn man seine kaputten Geräte an offiziellen Sammelstellen abgebe, sei die Chance
auf Recycling relativ hoch.

„Wie kann es sein, dass obwohl die Preise für elektronische Geräte steigen, die Arbeiter aber so schlecht bezahlt werden würden?", wollte ein Schüler wissen. Der Spezialist meinte, dass das Geld, was der Käufer bezahlt, gar nicht bei ihnen ankomme, sondern bei den großen Konzernen bliebe.

Am Ende nimmt man mit, dass auch kleine Projekte helfen können und vielleicht überlegt
man sich in Zukunft, ob das neue Handy oder der neue Computer wirklich nötig
sind. Zudem ist uns bewusst geworden, dass der richtige Umgang mit Elektroschrott sehr wichtig ist, denn sie führen in den Staaten, in die sie einfach entsorgt werden, zu großen Umweltproblemen. Zudem gehen uns die Ressourcen, aus denen all diese Dinge gemacht sind, langsam aber sicher aus.

Emma
Baasch, 8a (Gymnasium Elmschenhagen)

 
Dieser Eintrag hat bisher keine Kommentare

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert