Sprayen - warum eigentlich?

Hans-Brüggemann-Schule BordesholmHans-Brüggemann-Schule Bordesholm 22. November 2017

von Jaqueline Reinicke (14) und Lina Schneider (14)

Klasse 8W, Hans-Brüggemann-Schule Bordesholm

Wenn man durch Bordesholm geht, fallen zwangsläufig in der Nähe des Bahnhofs die Graffiti auf. Einige
sind hübsch und spannend, andere wirken eher wie Schmierereien. Wir wollten mehr darüber wissen, die Graffiti zustande kommen, welche Probleme die Gemeinde Bordesholm damit hat und wie ein Ex-Sprayer dazu steht.

Graffiti gibt es schon seit über hundert Jahren und sie sind in der heutigen Zeit sehr populär bei
Jugendlichen. Geht man zum Bordesholmer Bahnhof, fallen die großformatigen Graffiti auf, mit denender Künstler
Harald Boigs im Auftrag der Gemeinde die Wände verschönert hat. Aber es gibt
auch andere Formen von Graffiti, meist illegale, die auch oft nicht so schön
anzusehen sind. Sie müssen oft aufwändig von privaten Gebäuden und öffentlichen
Flächen entfernt werden.

Wir wollten mehr wissen über die Graffiti-Kultur in Bordesholm und haben Sven Ingwersen, Leiter des
Bau- und Ordnungsamtes Bordesholm, zu dem Thema befragt.

In diesem Jahr habe es in Bordesholm mehr Vorfälle mit illegalen Graffiti gegeben als in den letzten
Jahren, berichtet Ingwersen, meistens in den Sommerferien oder den Sommermonaten, da sich die Jugendlichen oder Erwachsenen
dann abends länger draußen aufhalten können.

Die Gemeinde hat die Bahnhofswände, vor allem im Bereich des Tunnels, mit Graffitischutzfolien oder
einem Schutzmittel versehen, damit die Mitarbeiter des technischen
Betriebshofes die illegalen „Kunstwerke" schneller und einfacher entfernen
können. Diese Maßnahmen seien sehr hilfreich, denn in diesem Jahr habe es schon
30 bis 40 Vorfälle mit illegalen Graffiti gegeben.

Obwohl Graffiti verboten ist, gibt es trotzdem immer wieder junge Menschen, die das Sprayen zu ihrem Hobby
machen. Warum das so ist, haben wir einen ehemaligen illegalen Graffiti-Künstler gefragt, der in diesem Interview selbstverständlich anonym
bleiben möchte.

Er habe mit 13 Jahren, in der fünften Klasse, durch den Einfluss
von Freunden und Musik angefangen zu sprayen. Konkrete Vorbilder habe er
nicht gehabt, erzählt er: „In der Graffiti-Szene gibt es keine richtigen Vorbilder, wie zum Beispiel in der
Musik. Die Künstler, die sich hinter den Bildern verstecken, geben ja nicht preis, wer sie sind."

Als Vorlagen oder Vorbild könne man eigentlich nur gute Bilder haben. „Man fragt
sich immer, wenn man gute Graffiti sieht,wer sich hinter den Bildern verstecken könnte und das bringt Spannung in
die Sache." Vorbilder könnten allerdings eventuell Freunde sein, die das auch machen.

Sprayer sind nicht immer allein unterwegs, manchmal arbeiten sie auch gemeinsam. Am liebsten hat er sogenannte Carries
gesprayt, das sind Männchen und Monster, aber auch Schriftzüge bzw. Buchstaben gehörten zu seinem Repertoire.

Sprayer seien meistens nachts unterwegs, im Schutz der Dunkelheit. Nicht immer seien die Aktionen
geplant, viele Graffiti entstünden spontan, aber meist an Orten, wo sie später
auch wahrgenommen würden.

 
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