Wie viel Medienzeit ist gesund?

Gymnasium ElmschenhagenGymnasium Elmschenhagen 22. November 2017

von Leonie Jäckel, 13 Jahre

Gymnasium Elmschenhagen, Klasse 8c

Medien üben heutzutage auf Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus. Vor allem
Computerspiele verschaffen dem Spieler Anerkennung, Erfolg und Belohnung. Die
Nutzung sozialer Netzwerke, das Surfen und Spielen im Internet, sowie das
Smartphone werden oft zur Sucht. Außerdem verlieren Kinder beim Medienkonsum oft das Zeitgefühl.

Susanne Schneider von der Stadtmission Kiel sagt dazu: ,, Man merkt, ob man einer Sucht
verfallen ist, wenn man die Kontrolle darüber verliert." Die Medienzeit
führt oft zu Konflikten mit den Eltern, wenn die Nutzung des Internets viel
Zeit in Anspruch nimmt und darüber alle anderen Aktivitäten vergessen werden.
Aber nicht jeder, der länger vor dem Bildschirm sitzt, ist gleich abhängig.
Wenn Kinder zu viel im Internet unterwegs sind, können sie sich nicht gut
konzentrieren und gehen nicht mehr nach draußen. Experten raten, dass Eltern mit
ihren Kindern feste Internet- oder Handyzeiten festlegen sollten. Getroffene
Vereinbarungen sollten eingehalten werden.

Hierzu meint Susanne Schneider: ,,Es ist schwer zu sagen, wie viel Zeit Jugendliche am Tag
am Handy sein sollten, aber ich würde sagen, dass 14- bis 17-Jährige nicht mehr als zwei
Stunden am Tag am Handy verbringen sollten."

Darüber hinaus müssen sich die Eltern dafür interessieren, wo die Kinder im Internet surfen
und was sie sich dort anschauen. Doch was soll man machen, wenn es doch schon
zu spät ist und man einer Sucht verfallen ist?

Man kann dann zu bestimmten Beratungsstellen gehen und um Hilfe bitten. Eine
dieser Beratungsstelle in Kiel ist zum Beispiel die ,,Stadtmission".

Oft werden die Kinder abhängig, die sehr schüchtern und einsam sind oder die ein geringes
Selbstwertgefühl haben. Meistens wollen die Eltern, dass ihre Kinder zu einer
Beratungsstelle gehen, weil sie befürchten, ihre Kinder könnten schon einer
Sucht verfallen sein. Ein Zeichen für eine Sucht ist, wenn die Freundschaften
und Beziehungen abnehmen und soziale Kontakte sich bis zur Isolation
verringern.

,,Frühestens ab einem Alter von 14 bis 15 Jahren kann sich eine Sucht langsam aufbauen und ab
ca. 17 Jahren kann man dann "richtig abhängig" werden. Es gibt aber auch
Fälle, wo Erwachsene zwischen 23 und 25 Jahren meistens freiwillig oder mit
Betreuern kommen. Diese kommen aus eigenem Interesse, weil sie häufig schon
ihre Ausbildung abgebrochen haben, sozial isoliert sind und in den meisten
Fällen von Hartz IV leben", sagt Susanne Schneider.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen haben in den letzten
Jahren viel Erfahrung im Umgang mit der Mediensucht gesammelt. ,,Zunächst gibt
es eine Beratung und dann entscheiden wir individuell, ob eine Behandlung nötig
ist." Es gibt zwei Arten von Behandlungen. Einmal die Behandlung, in der man
einmal die Woche eine Therapeutin trifft und sich mit dieser bespricht, aber
trotzdem weiterhin zu Hause wohnt.

Die andere Variante wäre, dass man für drei Monate in eine Klinik geht. Danach
gibt es noch eine Nachsorge, wo die Patienten lernen müssen sich im Alltag
wieder zurecht zu finden. Außerdem müssen sie lernen, damit umzugehen, dass sie
nicht wieder in eine Sucht verfallen", führt Frau Schneider zu dem Thema
Behandlung einer Sucht aus.

Das Thema Medienkonsum wird auch in der Zukunft ein wichtiges soziales Thema und viele
Familien intensiv beschäftigen. Da es keine pauschale Lösung für alle gibt,
müssen Jugendliche und ihre Eltern gemeinsam feste Regeln zum Umgang mit den
neuen Medien festlegen.

 

 
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