KN-Redakteur erklärt Klasse 8a der Käthe-Kollwitz-Schule, wie Journalisten Fakten von unbelegten Behauptungen unterscheiden
Kiel.
Woher kommen Nachrichten? Und woran lässt sich erkennen, ob eine Information verlässlich ist? Antworten darauf suchte Oliver Stenzel am Mittwoch mit Schülerinnen und Schülern der Käthe-Kollwitz-Schule. Der KN-Redakteur besuchte im Rahmen des Projekts „Medien in der Schule“ (MiSch) die Klasse 8a und gab Einblicke in die Arbeit einer Redaktion und den Berufsalltag von Journalistinnen und Journalisten.
Dass sich die Wege zur Information stark verändert haben, wurde gleich zu Beginn deutlich. Auf die Frage, wie die Schüler an Informationen kämen, nannte Mabel soziale Medien. Theo und Mira schauen auch Fernsehnachrichten, andere informieren sich bei Freunden und in der Familie. „Wir haben hier ein relativ breites Spektrum“, sagte Stenzel.
Was unterscheidet professionelle Medien von Beiträgen in sozialen Netzwerken? Vor allem, dass Journalistinnen und Journalisten Informationen recherchieren und überprüfen müssten, erklärte der Redakteur, dessen Themengebiet die Gastronomie ist. Für einen Artikel über ein aus der Insolvenz gerettetes Restaurant hatte er zum Beispiel zunächst mit den neuen Betreibern gesprochen und anschließend den Insolvenzverwalter kontaktiert, der die Angaben bestätigte.
Die Risiken ungesicherter Behauptungen zeigte der Reporter an einem weiteren Beispiel: Unter dem Artikel waren Kommentare erschienen, die wegen angeblicher Barzahlung den Verdacht auf illegale Geschäfte nahelegten – ohne Belege. „Die Menschen haben einfach mal einen Verdacht in die Welt gesetzt“, sagte Stenzel. Der Kommentar sei deshalb gelöscht worden. Auch beim Umgang mit eigenen Fehlern gelte ein klarer Grundsatz: „Wenn uns mal ein Fehler unterläuft, wird er offen korrigiert und entsprechend gekennzeichnet.“
Die Klasse hatte sich gut vorbereitet und viele Fragen auf Zetteln notiert. Eine davon: Wie qualifiziert man sich für den Journalistenberuf? Auch hier hätten sich die Zeiten geändert, so Stenzel. Früher habe man vor dem Volontariat parallel zum Fachstudium im Medienbereich arbeiten müssen, heute könne man mit Glück und etwas journalistischer Vorerfahrung sogar direkt nach dem Abitur ins Volontariat starten. Auch Quereinsteiger, die zuvor eine abgeschlossene Ausbildung mitbringen, haben eine Chance.
Zum Abschluss nannten die Schülerinnen und Schüler Themen, über die sie gern mehr lesen würden: lokale Veranstaltungen, Filme und Kino, Sport, Social Media, große Zukunftsprojekte in Kiel – und ihren eigenen Schulalltag.