E-Sport

Ist das der nächste große Sport ?

Von Linus von Willenborg, 9b, Gymnasium Altenholz

Das Jubeln der Zuschauer, die aufwendigen Begrüßungszeremonien,die lauten Fangesänge: Der E-Sport hat mittlerweile viele Parallelen zu traditionellen
Sportarten, wie zum Beispiel dem Fußball. Er wächst inzwischen immer schneller und es werden riesige Hallen und Stadien für E-Sport Turniere gefüllt. Im
letzten Sommer zahlten etwa 20.000 Zuschauer jeweils 100 US Dollar Eintritt für das „Dota 2“ Finale in Seattle.

Doch was ist E-Sport überhaupt ? E-Sport bedeutet Elektronischer Sport (engl. electronic sport), also das kompetitive Spielen von Videospielen zwischen
mehreren Teams oder Einzelpersonen im Internet oder auf lokalen Rechnern vor Ort. Heutzutage gibt es für sehr viele Videospiele eine E-Sportszene, wobei die bekanntesten Szenen die von „League of Legends“, „Dota 2“ und „Counterstrike“ sind. E-Sports Turniere und Ligen kann man auf verschiedenen
Streaming-Plattformen live im Internet schauen,wie zum Beispiel bei „Twitch“. Mittlerweile werden spezielle Events manchmal auch im Fernsehen wie zum
Beispiel auf dem Kanal Sport1 gezeigt.

Ich selber schaue auch recht häufig E-Sport, meistens Wettbewerbe des Spiels „Dota 2“. Auch wenn ich von keinem Team wirklich Fan bin, feuere ich meistens in internationalen Turnieren die deutschen Spieler und Teams an, obwohl es davon leider nicht viele erfolgreiche gibt.Viele Leute, die noch keine Erfahrungen mit E-Sport gemacht haben,fragen sich nun wahrscheinlich, warum man Leuten beim Spielen von Videospielen zugucken sollte, wenn man sie genauso gut selber spielen könnte.

Die Antwort auf diese Frage ist recht simpel: E-Sport als Fan eines bestimmten Teams oder Spielers zu gucken,kann wie bei jedem anderen Sport auch, sehr
spannend sein. Es ist wie beim Fußball: Fußball kann jeder selber spielen, aber die meisten Menschen schauen nur Fußball und finden es sehr spannend. Wenn also jemand unbedingt jedes Spiel eines bestimmten E-Sport Teams sehen will,egal zu welchem Zeitpunkt es übertragen wird,dann ist das im Prinzip genauso, als wenn jemand jedes Spiel des HSV live sehen wollen würde.

Leider hat E-Sport in Deutschland auch noch einige Probleme:

Eines der schwerwiegendsten ist, dass der E-Sport in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, nicht offiziell als Sportart anerkannt ist. Das führt dazu, dass in manchen Turnieren oder Ligen, die in Deutschland stattfinden, manche Spieler oder sogar ganze Teams aufgrund von Visaproblemen nicht anreisen können. Bei normalen Sportarten sind die Visabestimmungen einfacher geregelt. Außerdem könnte der E-Sport, wenn er anerkannt wäre, auch staatliche Leistungen in Anspruch nehmen und E-Sportler könnten auch steuerliche Ermäßigungen erhalten.

Völlig ungeklärt ist, wie langlebig der E-Sport sein wird. Aufgrund des technischen Fortschritts werden viele Spiele vermutlich in 10-15 Jahren von fast niemandem mehr gespielt werden. Auch ist noch unklar, ob die Spielprinzipien irgendwann uninteressant für Zuschauer werden.Natürlich ist es so, dass immer neue erfolgreiche Spiele erscheinen, aber es ändert sich die Fangemeinschaft von Spiel zu Spiel. Dies bedeutet, dass der E-Sport zunächst unbeständig ist. Inwiefern sich E Sport gesellschaftlich etabliert, bleibt abzuwarten.


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