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Jeden Tag "Zeitung" auf dem Stundenplan

projektvolontaer 23. Februar 2018 1 Kommentar(e)
© Beate König

Brügge. Seit Jahren ist Lehrerin Britta Beltermann von der Grundschule Brügge mit ihrer Klasse beim Projekt Medien in der Schule (MiSch) dabei. „Immer wieder gerne", erklärt die Pädagogin am Donnerstagmorgen bei einem Klassenbesuch von KN-Redakteur Frank Scheer, „denn Zeitung macht einfach Spaß, und zudem kann man auch den kritischen Umgang mit Medien schulen". Seit gut zwei Wochen gehört die Tageszeitung für die 4c im Unterricht mindestens eine Schulstunde pro Tag zum Alltag. Gemacht haben die Schüler schon einiges: Texte ausschneiden, Leserbriefe zu Artikeln schreiben, Fotos verfälschen. Auch im Misch-Blog ist die 4c vertreten: ein Klassenfoto vor der reetgedeckten Schule ist von ihnen online hochgeladen worden.

Vor allen das Schicksal von „Robbi", die durch die Wasserläufe bis ins Landesinnere von Schleswig-Holstein geschwommen ist, bewegt die Neun- bis Zehnjährigen – dabei halten viele Schüler den am Mittwoch veröffentlichten Text hoch. Die Robbe sonnte sich am Dienstag in Bad Bramstedt auf einer Sandbank, zahlreiche Bürger waren zu der Stelle geströmt und hatten Fotos von der Szene gemacht. „Durch die Zeitung haben sie erfahren, dass es hier auch Robben gibt", erzählen Frederike und Emmalena. Schade finden die beiden Mädchen, dass sie persönlich noch nie eine live gesehen haben. Im persönlichen Gespräch löcherten sie den KN-Redakteur. Zu Arbeitszeit, Streit mit den Chefs, den wichtigsten Artikeln und vielem mehr wollten die Schüler Antworten – und bekamen sie natürlich auch.

Als Hausaufgabe für den Donnerstag sollte jeder der Schüler übrigens einen Leserbrief zu einem selbst gewählten Artikel des Vortages schreiben. Während Frederike und Emmalena natürlich über die Robbe etwas in ihr MiSch-Heft geschrieben haben, hat sich Leonie einen Text über frische Küche ausgewählt. „Ich fand es gut, dass dort aufgeschrieben war, wie man sich auch mit wenig Geld gesund ernähren kann." Lennhard, einer der vier Jungs aus der Klasse, hat sich die Kollision eines Frachters mit dem Schleusentor in Kiel-Holtenau herausgepickt.

Auch das Thema Fake-News, also gezielt gestreute falsche Nachrichten, will Britta Beltermann mit ihrer Klasse durchsprechen. Natürlich werden sich die Schüler am Kreativwettbewerb beteiligen – am Dienstag steht zudem ein Besuch des Druckzentrums in Kiel-Wellsee auf dem Programm. „Das Tolle an der Zeitung ist, dass man viele neue Sachen erfährt, auch aus der Nachbarschaft. Neulich stand ein Text über die Klosterkirche drin, und in der Nähe wohne ich", erzählte Emmalena.

Gut konnten sich die Viertklässler auch noch an die schwierige Zeit vor zwei Jahren erinnern, als der Schulverband Bordesholm die Schule mit dem Reetdach wegen sinkender Schülerzahlen schließen wollte. Damals gab es viele Proteste von Eltern, Schülern und auch Lehrern. Der war letztendlich erfolgreich. In den örtlichen Medien wurde darüber auch viel berichtet, erinnerte sich die 4c. Und die Münder der Mädchen und Jungen gingen schon ein wenig auf, als sie erfuhren, wer darüber in der KN berichtet hatte: ihr gestriger Gast nämlich.

Dieser Artikel ist in der KN-Ausgabe vom 23. Februar 2018 erschienen.

 
1 Kommentar(e)
  1. Klasse 4c aus Brügge
    28. Februar 2018

    Hallo, das war toll, dass du bei uns warst, Herr Scheer! Als wir am nächsten Tag die Zeitung gelesen haben, waren wir ganz überrascht, wie groß der Artikel ist, den du über uns geschrieben hast. Viele Grüße aus Brügge, deine Klasse 4c

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