Der Handballtorwart mit dem „Gameplan"

Klasse 7a (Gymnasium Kronwerk) 19. November 2018 6 Kommentar(e)
Madita und Rike mit THW-Torhüter Niklas Landin im Presseraum der Sparkassen Arena.© Christin Jahns

Wir, Rike Derner, Madita Kock und Lina Wulf hatten die Möglichkeit, Niklas Landin (29), Torwart beim THW Kiel nach dem EHF-Pokalspiel gegen Drammen HK zu interviewen.

Mit wie vielen Jahren haben Sie mit dem Handball begonnen und wer war damals Ihr größtes Idol?
Ich bin mit drei Jahren immer mit meinen Eltern in die Halle gegangen, da sie selber Handball gespielt haben. Ich denke mal, mit drei Jahren hatte ich kein Idol.

Wollten Sie schon immer Handballtorwart werden oder hatten Sie auch andere Pläne?
Zuerst habe ich auf dem Feld gespielt, um viele Tore zu machen. Doch dann wurde ich von meinem Trainer ins Tor gestellt, da ich das Spiel gut lesen konnte. Mit zwölf oder 13 Jahren fand ich das ziemlich langweilig und hatte eine Absprache mit unserem Kreisläufer. Dann stand ich nur gegen die stärkeren Mannschaften im Tor und gegen die schlechteren Mannschaften spielte ich dann im Rückraum.

Wieso sind Sie zum THW Kiel gewechselt?
Ich finde, der THW ist ein unglaublich geiler Club. Für viele Skandinavier ist es ein Traum, hier spielen zu dürfen und wenn man das Angebot bekommt, muss man einfach „ja" sagen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihren Mannschaftskollegen?
Wir sind eine gute, homogene Truppe und es gibt keinen Spieler, der außerhalb der Mannschaft steht.

Wie finden Sie es, dass Ihr Bruder auch beim THW spielt?
Super! Er hat schon ganz früh gesagt, wenn er nach Deutschland wechseln sollte, dann zum THW.
Ich wusste, wenn ich mit meinem Bruder zusammen spielen will, dann sollte ich auch zum THW
wechseln.

Sind Sie vor Spielen aufgeregt und wie gehen Sie mit dem Druck um?
Ich bin vor jedem Spiel ein bisschen nervös und das gehört auch dazu. Denn ich glaube, wenn man mit diesem Druck klarkommt, dann spielt man auch besser. Doch ich denke, der größte Druck kommt von mir selbst und nicht von der Umgebung.

Was geht Ihnen bei einem „Siebenmeter" durch den Kopf?
Viele Fragen: Was habe ich in dem Video vor dem Spiel gesehen? Was hat er letztes Mal gegen mich gemacht? Wie sieht er aus, wie geht er zur Linie, wie nimmt er den Ball? Und noch einiges mehr. Vor dem Spiel mache ich immer einen Gameplan, wo ich überlege: „Wo sind seine Lieblingsecken?" Auf die konzentriere ich mich dann oder folge spontan meiner Intuition.

Wie gehen Sie mit einer Niederlage um?
Sehr schlecht. Etwas besser, seitdem ich Kinder habe. Denn sie verstehen gar nichts vom Handball und fragen nicht: „Warum gehst du dahin, wieso habt ihr heute verloren?", sondern sind einfach froh, dass ich wieder zu Hause bin.

Was ist Ihre beste Motivationshilfe?
Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, da hat jeder so seine Sachen. Manchmal höre ich meine Lieblingslieder vor dem Spiel, damit ich in die richtige Stimmung komme. Vor dem Spiel denke ich an alles andere außer Handball, um den Kopf frei zu bekommen.

Beeinflusst Zuschauerjubel das Spiel?
Ja, das könnte er, aber ich höre das nur auf einem Ohr und bekomme deshalb nicht so viel davon mit. Die Zuschauer in unserer Arena können uns Spielern helfen und vor allem die Schiedsrichter stören. Für mich ist es aber kein Problem, wenn die Zuschauer auswärts ein bisschen gegen mich sind.

Wie finden Sie es, als bester Torhüter der Welt bezeichnet zu werden?
„Danke". Für mich war es nie ein Thema, dass ich bester Torhüter der Welt bin. Ich möchte lieber über viele Jahre konstante Leistung bringen und nicht nur in ein paar Spielen oder eine Saison lang der Beste sein. Ich finde es viel wichtiger, jedes Spiel konstant auf hohem Niveau zu liefern.

Wie viele Stunden trainieren Sie in der Woche?
Schwer zu sagen. Es kommt darauf an, ob man ein oder zwei Spiele pro Woche hat. In dieser Saison haben wir oft nur ein Spiel in der Woche, dann trainieren wir ca. 10 bis 12 Stunden pro Woche.

Bleibt Ihnen trotz des vielen Trainings noch genug Zeit für die Familie und Freunde?
Nein. Bei einem Auswärtsspiel ist man fast immer drei Tage weg und von der Familie getrennt. Ich weiß von meiner besseren Hälfte, dass sie das nicht so toll findet...

Welche Hobbys haben Sie?
Ich schaue viel Fußball. Früher habe ich richtig viel Playstation gespielt. Aber seitdem ich meine Kinder habe, spiele ich nicht mehr. Es könnte aber sein, dass ich damit wieder anfange, wenn meine Kinder älter sind und wir zusammen spielen können.

Genießen Sie es in der Öffentlichkeit zu stehen oder wünschen Sie sich in manchen Momenten
ein „normales Leben"?
Der Auftritt in sozialen Medien ist nicht so mein Ding. Das in der „Öffentlichkeit stehen" überlasse ich lieber den anderen.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach Ihrer Handballkarriere?
Nein, habe ich leider noch nicht. Jetzt bin ich auch bald 30, und dann wird es auch Zeit, zu überlegen, was man später machen will.

Haben Sie abschließend noch Tipps für uns Jugendhandballer?
Einfach genießen. Macht das, was euch richtig Spaß macht. Profihandball war erst ganz spät ein Thema für mich, weil ich hauptsächlich aus Spaß mit Freunden Handball gespielt habe.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für Ihre sportliche und private Zukunft.

Rike Derner (13), Madita Kock (12), Lina Wulf (13), Klasse 7a, Gymnasium Kronwerk

 
6 Kommentar(e)
  1. hajar
    22. November 2018

    Toller beitrag Rike
  2. hajar
    22. November 2018

    undlina und madita
  3. Tizian-Leon Mitller
    22. November 2018

    Der Text ist euch sehr sehr gut gelungen
  4. Johannes Jens Hubertus Sievers
    22. November 2018

    Sehr interessant gut gelungen der THW ist der beste Verein
  5. Jiahui und Alicia
    22. November 2018

    Der Text ist euch sehr gelungen
  6. ,Melf
    22. November 2018

    Guter Text und sehr interessant !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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