Öffentlicher Nahverkehr für Schuler kostenlos?

Klasse WPU Medienpraxis (Gymnasium Lütjenburg) 17. November 2018 2 Kommentar(e)
© Sarah Kopka

Schüler sollten mit Bus und Bahn kostenlos oder zumindest ermäßigt fahren dürfen. Da sie meist noch kein eigenes Geld verdienen, kommen in der Regel die Eltern für die Kosten auf.

Schon bei der Ausbildung der Kinder fallen Kosten an: Busfahrkarten für Schüler, die mit dem Bus zur Schule fahren, werden vom Kreis bezahlt, aber nur bis zur 10. Klasse. Oberstufenschüler müssen für die Buskosten privat aufkommen. Dies stellt für manche Familien ein großes Problem dar. Im Sinne von Chancengleichheit für alle Schüler sollte daher allen Schülern der kostenlose Zugang zu Bildung ermöglicht werden.

Auch in der Freizeit entstehen Probleme: Bei den Verkehrsbetrieben gibt es zwar Ermäßigungen für Kinder, aber nur bis 14 Jahren, danach sollen sie, obwohl sie noch über kein eigenes Geld verfügen, den Erwachsenenpreis bezahlen. Dies ist eine große Belastung, besonders für Familien mit vielen Kindern. Gerade auf dem Land, wo die Jugendlichen zu Schule, Hobbys und Freunden längere Strecken zurücklegen müssen, entsteht eine zusätzliche Belastung.

Man sollte den Schülern ermöglichen, selbstständig ihre Zeit für Lernen und Freizeit planen zu können. Mit dem Bus könnte man dann spontan zu einer Schulfreundin fahren und mit ihr zusammen lernen. Aber wenn die Buskosten zu hoch sind, wird dies verhindert. Der öffentliche Nahverkehr wird immer teurer: Seit dem Jahr 2000 sind die Preise für Fahrkarten um fast 80 Prozent angestiegen.

Die grundsätzliche Frage ist: Wer soll das Ganze bezahlen? Verkehrsbetriebe können meist die steigenden Kosten nicht aus eigener Tasche bezahlen. Da müsste dann der Kreis oder das Land unterstützen. Viele Kommunen, Kreise und Bundesländer haben allerdings finanzielle Probleme. Trotzdem hat der Bund aufgrund des Wirtschaftwachstums zurzeit die höchsten Steuereinnahmen seit Jahrzehnten erzielt.

„Mehrkosten in einer Größenordnung von rund 70 Millionen Euro pro Jahr sind für die Branche nicht zu schultern, wir sind gezwungen, diese Belastung an die Kunden weiterzugeben", erklärte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Jürgen Fenske, und rechtfertigt so die saftigen Preissteigerungen.

Auch die neuen schadstoffarmen Busse zwingen den Verkehrsbetrieben Investitionen auf, die sie schwer bezahlen können. Also liegt die Ursache beim fehlenden Geld der Verkehrsunternehmen. Zurzeit werden nur rund 30 Prozent der Gesamtkosten über die Fahrgeldeinnahmen gedeckt.
Würden mehr Steuergelder in den öffentlichen Nahverkehr gesteckt werden, würde es funktionieren, dass Schüler ermäßigt oder kostenlos fahren dürfen. Dafür müssten die Steuergelder anders verteilt werden. Ein besseres Verkehrsangebot mit passenden Umsteigemöglichkeiten würde auch zu einer besseren Auslastung der Busse und Bahnen führen. Damit würden auch mehr Erwachsene auf das eigene Auto verzichten, um öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Dann wären mehr Einnahmen da und die Verkehrsbetriebe könnten den Schülern günstigere Preise anbieten.

Sarah Kopka, Gymnasium Lütjenburg, WPU Medienpraxis

 
2 Kommentar(e)
  1. Tizian-Leo Mitller
    22. November 2018

    Ich finde es auch besser wenn man günstigere Preise hat, weil ich z.B. jeden Morgen mit dem Bus von Christiansholm nach Rendsburg fahren muss
  2. Jesper Lewerenz
    26. November 2018

    *Schüler

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