Der Profi-Fragenkatalog

Laura Treffenfeld 12. März 2019 2 Kommentar(e)
© Sven Janssen

Elmschenhagen. Mit einer Mischung aus Vorahnung und Neugier schauen 20 junge Augenpaare auf die fremde Frau im Klassenzimmer. Ich schaue mutig zurück. Die Schülerinnen und Schüler der 4a der Matthias-Claudius-Grundschule hatten sich seit Wochen mit dem Thema „Zeitung" auseinandergesetzt und zum Abschluss eine Journalistin zu sich eingeladen, um sie zu ihrem Beruf zu befragen. Äußerst professionell hatten die Kinder im Vorfeld einen Fragenkatalog ausgearbeitet, den sie nun beantwortet haben wollen.

Mia hebt ihren Arm. „Was tun Sie, wenn Sie einen Rechtschreibfehler machen? Kann man das dann noch ändern?" Da muss ich nicht lange überlegen. „Wenn mir ein Fehler durchrutscht, dann gibt es da zum Glück noch die Kollegen, die die Texte kontrollieren. Die gucken, welche Artikel wann und wo in der Zeitung erscheinen – und die lesen auch noch einmal jeden Text durch." Das Vier-Augen-Prinzip leuchtet ein. Ich füge noch hinzu: „Am Abend erscheint immer schon eine digitale Version der Zeitung von morgen, das E-Paper. Wenn man da noch einen Fehler entdeckt, kann man ihn auch noch ändern, bevor alles in die Druckerei geschickt wird." Aber natürlich rutschen trotzdem leider immer wieder Fehler durch.

Die nächste Hand hebt sich. „Wann fangen Sie morgens an zu arbeiten?" Nach meiner Antwort höre ich empörtes Murmeln. „Zehn Uhr erst?", fragt ein Junge neben mir. „Dann will ich auch Journalist werden." Dass es allerdings dafür abends oft spät wird, gehört auch zur Wahrheit. Bei der Frage, ob mein Beruf eigentlich gefährlich werden kann, horchen die Kinder auf. Die letzten Bombenentschärfungen in Elmschenhagen sind den meisten Schülern noch gut im Gedächtnis. „Bei so einem wichtigen Ereignis berichten wir mit Hilfe eines Livetickers", sage ich. „Natürlich wollen wir nah am Geschehen sein, aber kein Journalist soll sich dabei in Gefahr begeben. Daher warten wir außerhalb des gefährlichen Bereiches und reden mit den Männern und Frauen des Kampfmittelräumdienstes vor Ort."

Angelina Hingst, Klassenlehrerin der 4a, freut sich über das Engagement ihrer Schüler. „Wir haben in den letzten Wochen morgens immer ein kleines Zeitungsfrühstück veranstaltet, dabei waren die Kinder ganz frei und konnten lesen, was immer sie interessierte." Als Abschluss der Themen-Einheit wollen die Schüler der 4a gemeinsam mit denen der 4b nun eine Schülerzeitung erstellen.

Am Ende der munteren Runde möchte eine Schülerin noch wissen, warum es keine Kindernachrichten in den Kieler Nachrichten gibt. Gegenfrage: Was für Themen würde sie sich wünschen? Die Antwort ähnelt denen der Klasse 4a, die ich zuvor besucht hatte. Tiergeschichten, Rätsel und Comics, Veranstaltungs- oder Buchtipps für Kinder sowie Sportergebnisse von Kindermannschaften waren aus beiden Klassen die vorrangigen Ideen.

Anschließend frage ich noch einige der Schüler, ob sie sich vorstellen können, irgendwann einmal für eine Zeitung zu schreiben. Viele nicken. Wenn diese klugen und neugierigen jungen Menschen später tatsächlich einmal als Journalisten arbeiten sollten, steht der Branche bestimmt eine rosige Zukunft bevor.

Dieser Artikel ist in der KN-Ausgabe vom 11. März 2019 erschienen.

 
2 Kommentar(e)
  1. Promedia Maassen
    12. März 2019

    Das klingt ganz so, als ob die KN/SZ sich auf eine ganze Reihe von tollen Nachwuchsjournalisten freuen können!
  2. Josephine und Jamain aka (die J´s)
    19. März 2019

    Wir wären echt gute Nachwuchsjournalisten für die KN!!!!!!!!!!!!!!!! Lg dieJ`s

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