Schwierige Wörter und viele Fotos

Jördis Früchtenicht 2. März 2019
© Uwe Paesler

Hassee. Wie lange dauert es, eine Zeitung zu machen? Wie wird entschieden, wo welcher Artikel steht? Seit über zwei Wochen lesen die Viertklässler der Theodor-Heuss-Schule nun schon jeden Tag die Kieler Nachrichten. Viele Fragen haben die Schüler der 4b und der 4c in dieser Zeit gesammelt. Wie die anderen beiden vierten Klassen der Schule in der vorherigen Woche erhalten sie Antworten vom Besuch aus der KN-Redaktion. Der kommt im Rahmen des Projektes MiSch (Medien in der Schule) in die Klassen, um über den Journalisten-Alltag und die Zeitung zu sprechen.

Die Fragen an Volontärin Jördis Früchtenicht und Fotograf Uwe Paesler haben die Kinder in der 4c im Vorfeld notiert. „Woher kennst du so viele schwierige Wörter?", möchte etwa Luisa wissen. Wenn man viel liest, lernt man neue Wörter kennen. Deren Bedeutung kann man dann nachschlagen und die Begriffe später verwenden. Lesen ist für Journalisten ohnehin sehr wichtig, denn sie schreiben nicht nur über das Tagesgeschehen, sondern müssen sich auch selbst informieren.

„Was passiert, wenn man als Journalist krank wird und nach Hause gehen muss?", interessiert die Schüler. Wenn man gerade an sehr wichtigen und aktuellen Themen arbeitet, hat man zum Glück Kollegen, die an dem Text weiterarbeiten können. Manche Artikel lassen sich aber auch ein paar Tage schieben. An denen arbeitet man dann weiter, wenn man wieder gesund ist.

Sem fragt, ob auch Fotos von Dingen gemacht werden, die nicht so schön sind. „Man muss das zeigen, was da ist", erklärt Uwe Paesler. „Das gilt auch für Dinge, die nicht schön aussehen." Das Thema Fotos interessiert die Klasse sehr. Wie viele Fotos pro Tag gemacht werden, ist allerdings eine Frage, die sich nicht konkret beantworten lässt. „Viele", sagt Uwe Paesler und nennt ein Beispiel: „Ich fotografiere auch Handballspiele. Da können schon mal 800 Fotos zusammenkommen."

Da gerade über Fotos gesprochen wird, erklärt der Fotograf den Viertklässlern gleich das Recht am eigenen Bild. „Fotos von euch dürfen nicht veröffentlicht werden, wenn ihr, beziehungsweise eure Eltern, nicht zugestimmt habt." Er rät den Kindern dazu, zu fragen, wofür ein Bild ist, wenn sie fotografiert werden.

In der 4b haben sich die Kinder besonders auf den Besuch vorbereitet und in der Stunde davor durchgenommen, wie man ein Interview führt. So wird Volontärin Jördis Früchtenicht erst einmal mit einleitenden Worten begrüßt, bevor die vorbereiteten Fragen gestellt werden. „Wie kommt ihr an Informationen, wenn etwas weiter weg passiert?", möchte Theo wissen. Zum Glück gibt es Korrespondenten in großen Städten, etwa in Berlin und auch auf der ganzen Welt. Diese Journalisten sind dann zum Beispiel vor Ort, wenn in Washington etwas passiert. Sie arbeiten allerdings nicht immer direkt für die Zeitung, sondern auch für Nachrichtenagenturen.

Emma fragt, ob jeden Tag die gleiche Anzahl an Artikeln in der Zeitung ist. Das ist nicht der Fall, denn die Zeitung hat nicht nur unterschiedlich viele Seiten, auch die Zahl der Anzeigen variiert, ebenso die Textlängen.

Die Fragen vom Anfang werden während des Besuchs natürlich auch beantwortet: Wo die wichtigsten Artikel ungefähr stehen, wird morgens in der Konferenz besprochen, die Details werden später in den Ressorts geklärt. Um die Zeitung zu machen, bleibt immer ein Tag. Morgens werden die Themen besprochen, tagsüber die Artikel geschrieben, abends und nachts wird die Zeitung gedruckt und schließlich am frühen Morgen des nächsten Tages ausgetragen.

Dieser Artikel ist in der KN-Ausgabe vom 01. März 2019 erschienen.

 
Dieser Eintrag hat bisher keine Kommentare

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert