Der Bauer und das liebe Vieh - Ein Tag auf einem Milchviehbetrieb

WPU Medienpraxis (Gymnasium Lütjenburg) 20. November 2019 2 Kommentar(e)

von Justus Stolzenwald

Früh morgens, es ist noch dunkel und der Wecker klingelt. Heute verbringe ich einen Tag auf einem Milchviehbetrieb. Voller Erwartungen stehe ich auf und mache mich auf den Weg. Es ist 5.00 Uhr morgens, der Landwirt erwartet mich bereits. Gemeinsam gehen wir auf die neblige Weide und holen die Kühe, die schon auf uns warten, zum Melken in den Wartebereich des Melkhauses. Zusammen mit dem Stall sieht es riesig aus. Die gesamten Stalleinrichtungen sind für die Kühe möglichst komfortabel gebaut. Man merkt, dass sie sehr gelassen sind und wie wohl sie sich fühlen. Anschließend wird der Melkstand vorbereitet und die ersten Tiere eingelassen.
Beim Melken müssen die Kühe als erstes der Reihe nach mit der Hand angemolken werden, weil dadurch die alte Milch aus den Zitzen entfernt und das Hormon Oxytocin, welches das Einströmen der Milch in die Zitzen bewirkt, freigesetzt wird. Ist der Durchgang bei einer Seite des zweireihigen Melkstandes beendet, wird vorne mit dem Ansetzen begonnen. Die Zitzenbecher, die durch ein Vakuum die Milch ansaugen, müssen an das Euter angesetzt werden. Die Tiere empfinden es als angenehm, weil sich der Druck im Euter verringert. Die Melkmaschine merkt, wenn keine Milch mehr kommt und zieht automatisch das Melkgeschirr ab. Danach müssen die Zitzen in eine Jodmischung, zum Pflegen und Vorbeugen von Entzündungen, eingetaucht werden.
Eine Kuh kann Pro Tag zwischen 20 und 60 Liter Milch geben. Für einen Liter bekommen die Landwirte ungefähr 30 Cent, das klingt im ersten Moment viel, ist es aber nicht, wenn man die Kosten für Futter, Pflege und Haltung abzieht.
Während dem Melken beschäftigt sich schon ein Mitarbeiter mit der täglichen Fütterung. Das Futter, also Mais- und Grassilage, wird aus den so genannten Fahrsilos mit einer Zange aufgenommen und im Futtermischwagen aufgelockert, durchgemischt und auf dem Futtergang verteilt.
Ist das Melken und Füttern abgeschlossen, treffen sich alle in der Küche des Landwirts, frühstücken und besprechen die Arbeiten, die erledigt werden müssen.
Heute ist das letzte Grasmähen des Jahres geplant, dafür hängt der Landwirt das Mähwerk an den 180 PS starken Trecker an.
Ich finde es interessant, zu sehen, wie die Abläufe schon fast automatisch gehen und alles auf Anhieb klappt. Zusammen fahren wir dann zur ersten Koppel und beginnen mit dem Mähen, mir wird alles genau erklärt. Es muss aufgepasst werden, dass keine Tiere, die im Gras hocken, in die Maschine geraten, deshalb wird das Feld meistens von innen nach außen gemäht, um den Tieren das Weglaufen zu ermöglichen.
„Im Frühling, wenn wir das erste Mal Mähen verstecken sich besonders viele Wildtiere im hohen Gras, deshalb nutzen wir die Möglichkeit die Felder durch eine Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, zu überprüfen", erzählte mir der Landwirt.
Zum Mittagessen um 11.30 Uhr treffen sich wieder alle in der Küche zum gemeinsamen Essen. „Wir legen Wert auf ein gutes Miteinander, die Mahlzeiten sind eine gute Möglichkeit sich auszutauschen und den Tagesablauf zu besprechen", sagte mir der Landwirt. Danach geht es gut gestärkt weiter an die Arbeit. Das Futter im Stall muss wieder an das Fressgitter geschoben werden. Es gibt immer etwas zu tun. Schon bald müssen die Tiere das zweite Mal von der Koppel geholt und gemolken werden. Und so geht ein langer Arbeitstag zu Ende.

Ich habe sehr viele neue Eindrücke bekommen und bin echt begeistert über den freundlichen Umgang mit Menschen und Tieren. Mir war vorher nicht bewusst, wie hart die Arbeit sein kann, die unsere Bauern täglich leisten, um uns eine schöne Mahlzeit zu gewährleisten.

Ich habe das Thema ausgewählt, weil ich mich sehr dafür interessiere und es mir leicht fällt, darüber zu schreiben.

 
2 Kommentar(e)
  1. Milly
    21. November 2019

    Sehr guter Artikel und ein interessantes Thema.
  2. Anna
    21. November 2019

    Gut geschrieben. Du hast deinen Tag gut und ausführlich beschrieben

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