Stick it fresh!

Klasse 9d (Gymnasium Altenholz) 17. November 2019 1 Kommentar(e)
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Bildunterschrift: Der malaysische Hersteller hat einen Fruchtaufkleber erfunden, der Früchte länger haltbar macht. Damit könnte man einen Teil der derzeitig hohe Lebensmittelverschwendung eindämmen.

 

Stick it fresh!
StixFresh - ein möglicher Ausweg aus der Lebensmittelverschwendung von Früchten?!

Ein Beitrag von Anna Waack und Martha Ballin

Wer kennt es nicht? Die Bananen, Avocados, Orangen oder Kiwis sehen im Laden so schön aus, jedoch am zweiten oder dritten Tag zu Hause bekommen die leckeren tropischen Früchte braune Stellen, der Fäulnisprozess beginnt und kurze Zeit später landet die teure Frucht dann doch im Müll.


Traurige Bilanz: So geschieht es mit ca. 40% des Obstes weltweit. Mit dem Obst entsorgt man jedoch auch wichtige Ressourcen, die für die Produktion wichtig sind. So werden zum Beispiel Wasser, Energie, Arbeitskraft und Treibstoff für die Herstellung verbraucht. Bei Avocados zum Beispiel wird für ein Kilogramm Avocados, das entspricht zweieinhalb Avocados, 1.000 Liter Wasser verbraucht.Die Ökobilanz eines solchen Frucht-Endes ist denkbar schlecht.


Was können wir tun, wenn wir nicht stets Smoothies konsumieren wollen, um unser Obst zu retten? Was könnten Supermärkte tun, um ihre Abfalleimer obstfrei zu halten?


Hierzu entwickelte der Malaysier Zhafri Zainudin (39) den StixFresh. Dies ist eine Beschichtung für Fruchtaufkleber, die aus einer geeigneten Mischung aus Bienenwachs und Salz (Natriumchlorid) besteht. Der StixFresh kann, laut des Unternehmens „Stimulus Nature Resources", den Fäulnisprozess der Früchte um bis zu 12 Tage hinauszögern. Laut Angaben des Herstellers sind bereits 1 Million Euro für die Erforschung investiert worden.


Ich stehe im Supermarkt vor der Obstabteilung und überlege, wie das nur funktionieren soll. Ein kleiner Aufkleber, der noch nicht einmal so groß wie eine Briefmarke ist, kann doch nicht den Fäulnisprozess einer ganzen Frucht verlangsamen, wie soll das gehen?


Tatsächlich soll es reichen, wenn der Aufkleber nur an einer Stelle klebt oder sogar nur das Etikett des Organgennetzes damit beschichtet ist. Die ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffe des StixFresh, wie der Hersteller versichert, verdunsten und legen sich so als nicht sichtbare Schicht um die ganze Frucht. Durch diese Technologie wird der Reifeprozess auf natürliche Weise verlangsamt und die Bakterienaktivität gebremst.


Das hört sich doch super an. Einfach den Fruchtaufkleber beschichten und wir können ein Stück der Lebensmittelverschwendung verringern. Aber ist StixFresh wirklich so toll, wie es auf den ersten Blick scheint? Wieso hat dieser Aufkleber noch nicht die deutschen Supermärkte erobert?


„Von diesen Stickern habe ich tatsächlich noch nichts gehört, aber das klingt ja sehr interessant", findet der Marktleiter Nico Quegwer vom Edeka-Markt in Altenholz-Stift. Doch Herr Quegwer hat da auch seine Bedenken: „Man müsste sich noch näher über den Arbeitsaufwand und die Kosten, sowohl die des Materials als auch die der Arbeitskräfte, die diese Sticker aufkleben, informieren." Des Weiteren gibt er zu bedenken, dass zum Einen die Plastikaufkleber auf den Früchten immer mehr durch direkte Aufdrucke ersetzt werden, also eine Beschichtung mit StixFresh nicht möglich ist und zum Anderen die Kunden über die besondere Wirksamkeit dieser ungeliebten Plastikaufkleber auf den Früchten nicht Bescheid wüssten.


Der Unverpackt Laden in Kiel verzichtet auf StixFresh, weil sie versuchen, genauso viel Obst einzukaufen, wie auch verkauft werde. Sie sehen eher den Einsatz des Stickers beim Lieferanten.


Die Zukunft der StixFresh liegt also noch in den Kinderschuhen, evtl. muss noch viel Werbung und Aufklärung betrieben werden, damit der Sticker auch in unseren Supermärkten genutzt wird und weniger Obst im Müll landet. Stimulus Nature Resources steckt hoffentlich noch mehr KnowHow in ihre Forschung und vielleicht gibt es dann bald so etwas wie StixFresh auch für andere Lebensmittel wie zum Beispiel Gemüse und Fleisch. Damit wären wir auf einem guten Weg, die Lebensmittelverschwendung deutlich zu reduzieren. Oder sollte es genügen, dass wir nur unser Konsumverhalten überdenken?

 

 

 
1 Kommentar(e)
  1. Promedia Maassen
    18. November 2019

    Liebe Anna, liebe Martha,

    ein wirklich spannendes und auch wichtiges Thema! Toll, dass ihr so ein Bewusstsein habt und euch auch für ein solches Thema entschieden habt und am Ende mit eurer Frage den Leser/die Leserin noch einmal mehr zum Nachdenken anregt.

    Tatsächlich kannten wir StixFresh auch noch nicht und sind gespannt, ob wir in Zukunft öfters von dem Fruchtaufkleber hören werden...
    An alle: Was meint ihr?

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