Ohne Layout keine Zeitung

Andreas Jacobs 25. Februar 2020 1 Kommentar(e)
© Frank Peter© Frank Peter

Texte und Fotos allein machen noch keine Zeitung. Eine Zeitung muss mit ihnen gestaltet werden, um Schwerpunkte zu setzen und Aufmerksamkeit zu schaffen. Das war Thema, als die 4b der Gorch-Fock-Schule in Hasseldieksdamm im Rahmen des Projekts „Medien in der Schule" (MiSch) Besuch aus der KN-Redaktion bekam. Dabei fielen Begriffe wie Layout, Aufmacher und Schlagzeile. Was verbirgt sich dahinter?

Antworten bekamen die Viertklässler von KN-Redakteur Andreas Jacobs, der im Newsroom der Kieler Nachrichten im Verlagsgebäude an der Fleethörn arbeitet – dort, wo die Zeitung gemacht und die Internetseite bedient wird. Redakteure arbeiten eben nicht nur als Reporter vor Ort mit Block und Kugelschreiber, sondern auch „am Tisch" in der Redaktion, wo Texte gegengelesen und korrigiert, Fotos ausgewählt und leere Dummy-Seiten gefüllt werden. Da muss die Seitengestaltung (das Layout) stimmen, die wichtigste Geschichte (der Aufmacher) richtig ausgesucht sein und die Überschrift treffend sein (das ergibt die Schlagzeile).

Bei den „Misch"-Entdeckern der 4b, die, wie auch die der Parallelklasse 4a, vier Wochen lang jeden Morgen die Zeitung druckfrisch in die Klasse geliefert bekommen, tun sich viele Fragen auf. „Woher weiß die Zeitung, was überhaupt alles passiert?", fragt Yad. Ein Journalist ist eben durch E-Mails, Telefon und private Gespräche gut vernetzt. Friedrich möchte wissen, wer entscheidet, wie lang die Artikel sein dürfen. „Das wird in der Redaktion besprochen. Es kommt ganz auf die Geschichte an – und den Platz, der auf einer Seite zur Verfügung steht", ist die Antwort. Ein kleiner Verkehrsunfall wird eine Meldung, ein Schuljubiläum gibt vielleicht sogar einen Aufmacher mit mehreren Fotos her. Die Fragen wollen nicht abreißen, immer wieder gehen die Finger hoch. Da geht's um das Drucken der Zeitung (ab etwa 23 Uhr), erste Schritte als Journalist (in einem Praktikum oder als freier Mitarbeiter) und peinliche Momente (wenn Namen nicht stimmen oder Personen verwechselt werden).

Und zum Schluss darf auch der Redakteur die Schüler noch befragen – nach den Geschichten, die sie am liebsten lesen. Joost wünscht sich unbedingt mehr Artikel über Tiere, Greta hat ein Bericht über Robben besonders gut gefallen. Wenn es um fremde Länder geht, bleibt Smilla an einem Text hängen. Jonne, Jonte und Jesse vertiefen sich gerne in den Sportteil, vor allem wenn es um den THW und Fußball geht. Der Hägar-Comic nimmt Oskar gefangen, Kian lässt sich vom Horoskop inspirieren und Niklas freut sich jeden Tag aufs Kreuzworträtsel. Alles, was mit Schiffen und der Marine zu tun hat, wird von Emil verschlungen.

Als Klassengemeinschaft hat die 4b zudem offensichtlich ein gutes Gespür dafür, was die Menschen tagesaktuell am meisten interessiert: Besonders Artikel zum Thema Corona-Virus werden gelesen, gesammelt, ausgeschnitten und für alle sichtbar in die Klasse gehängt, haben die Schüler in einer Abstimmung beschlossen. Klassenlehrerin Almut Jochims ist mit dem Verlauf des Projekts voll zufrieden. „Es wäre schön, wenn die Schüler am Ende die Zeitung als etwas wahrnehmen, was ihren Horizont erweitert und, ganz einfach, Dinge enthält, über die man diskutieren kann", sagt sie.

Viel Zeit hat die Klasse damit verbracht, sich überhaupt erst einmal mit der Struktur der Zeitung vertraut zu machen. Was steckt da alles drin, und wo finde ich was? Doch nicht nur die Kunst des Zeitunglesens wird in der 4b gelernt, auch eigene Texte sollen entstehen und vielleicht sogar im MiSch-Blog veröffentlicht werden. Das Thema dort lautet: „Wie leben wir in 100 Jahren?" Die ersten Zeilen sind schon geschrieben.

 
1 Kommentar(e)
  1. 4b_Jochims
    26. Februar 2020

    Wir haben uns sehr gefreut, dass Herr Jacobs und Herr Peter in unsere Klasse gekommen sind und wir mit einem so großen Artikel mit Foto heute in der Zeitung zu sehen sind. Herr Jacobs konnte während seines Besuchs fast alle unsere Fragen beantworten. Besonders toll war, dass unsere Lese-Vorlieben in dem Artikel wiedergegeben wurden. "Vielen Dank!" sagt die 4b der Gofo

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert