Schüler aus Stift zeigen Reportertugend

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 5. März 2020
© Kerstin von Schmidt-Phiseldeck

Auf der Empore im ersten Stock der Grundschule am Stifter Wald ist eine gemütliche Zeitungs-Leseecke eingerichtet. Schon in der vierten Woche beschäftigen sich die Viertklässler beim Projekt MiSch (Medien in der Schule) mit den Kieler Nachrichten: Zeit für jede Menge Fragen an die Reporterin.

Die kleine Grundschule in Stift ist eine Außenstelle der Claus-Rixen-Schule in Altenholz-Klausdorf. Deshalb gibt es hier auch nur eine einzige vierte Klasse. 25 Kinder unterrichtet Klassenlehrerin Christiane Hülsberg – zwei fehlen am Mittwoch allerdings erkrankt.

Schüler haben sich gut vorbereitet

Na dann: Auf zur großen Fragestunde an die Lokalredakteurin, die für die Gemeinden Altenholz, Dänischenhagen, Felm, Schwedeneck und Strande zuständig ist! Eine wichtige Reportertugend beweist der Nachwuchs an diesem Morgen: Sie haben sich sehr gut auf die Besucherin vorbereitet.

Max (10) möchte wissen, wie viele Artikel wir jeden Tag schreiben. Puh – das zählen wir gar nicht. Aber mindestens ein großer und mehrere kleine sind es in der Regel schon. „Was war der spannendste", möchte Pedro (10) wissen. Ein bisschen ist das auch immer der nächste Artikel. Aber natürlich gibt es Recherchen, die sich besonders einprägen.

Kein Fall wie jeder andere: Der Schleuser

Dazu gehört sicher der Fall eines Schleusers aus dem Irak, der 2017 bei einer Überraschungsaktion in Strande festgenommen wurde. Am Anfang stand nur der Hinweis, dass es im Ort einen Polizei-Einsatz gegeben hatte. Diesen Fall griffen die Medien nach dem Bericht der Kieler Nachrichten sogar bundesweit auf. Und der Schleuser wurde später zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

„Woher kommen die Infos", stellt Carla (9) eine ganz wichtige Frage für Journalisten. Manchmal rufen uns Leute einfach an, und dafür sind wir dankbar. So war es zum Beispiel auch vergangene Woche bei den illegal in Dänischenhagen für ein Bauprojekt abgesägten Bäumen.

Oft geht es um Kommunalpolitik

Außerdem greifen wir Lokalredakteure oft Themen aus der Kommunalpolitik auf, die für die Einwohner wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel die Gestaltung des Stifter Ortszentrums, die sehr kontrovers diskutiert wird. Und bei der es auch um Themen für Kinder geht: zum Beispiel, welche Spielangebote dort geschaffen werden sollen.

Ob ich noch andere Jobs habe, möchte Emily (10) wissen. Und wie ich die Arbeitszeiten finde, fragt Leandro (10). Nein, als Redakteurin in Vollzeit habe ich keinen weiteren Beruf! Und die Arbeitszeiten gefallen mir gut, weil sie auch ziemlich flexibel sind.

Das bedeutet, dass ein Arbeitstag mal etwas früher anfängt – wie beim Besuch der MiSch-Schüler in Stift. Manchmal starten wir aber auch erst mittags, weil wir abends noch Termine haben. Clara (9) kennt das von ihrem Vater, der im Krankenhaus im Schichtdienst arbeitet.

Wie wird man Redakteurin?

Ob Journalismus ein Beruf für Männer und Frauen ist, möchte Yahya (11) wissen. Oh ja! Tatsächlich besteht unser Team für die Eckernförder Nachrichten auch aus zwei Redakteurinnen und zwei Redakteuren. Wie wird man überhaupt Redakteur: Das wollen gleich mehrere Schüler wissen – zum Beispiel Alex (11).

Da gibt's tatsächlich verschiedene Wege – unter anderem den Besuch einer Journalistenschule. Auch mein Weg gehört zu den klassischen Varianten: Ich habe erst studiert und dann noch ein zweijähriges Volontariat bei den Kieler Nachrichten absolviert.

Eine gute Gelegenheit, mal zu fragen, ob die Viertklässler selbst schon Berufswünsche haben. Na klar: Theresa (9) und Paula (10) wollen zum Beispiel Tierärztin werden. Lina (10) möchte Schauspielerin werden und ist auch schon im Schultheater aufgetreten. Angehende Journalisten melden sich in der Klasse nicht – aber die Stifter Schüler haben ja auch noch etwas Zeit bei der Berufswahl.

Ach, übrigens: Falls die Reporterin einen Namen falsch verstanden haben sollte: Entschuldigung!

 
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