"Wie kommt ein Foto in die Zeitung?"

Jördis Früchtenicht 13. März 2020
© Jördis Früchtenicht

Was Aufmacher und Titelblatt sind, wissen die Schüler der 4a an der Hermann-Ehlers-Schule in Preetz. Schließlich lesen sie seit fast fünf Wochen die Kieler Nachrichten in der Schule. Jeder Viertklässler hat ein Thema, um das er sich kümmert: Wer Texte zu Fußball, Coronavirus oder der Polizei raussucht, hat gut zu tun. „Bei den Artikeln zu Kriminalität etwa muss aber nicht jeder einzelne Text gesammelt werden", erklärt Deutschlehrerin Astrid Brockmann.

Die 4a der Hermann-Ehlers-Schule in Preetz macht bei MiSch (Medien in der Schule) mit. Das Projekt, das von Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung in Kooperation mit der Förde Sparkasse angeboten wird, soll Lese- und Medienkompetenz fördern und einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit einer Tageszeitung gewähren. 83 dritte und vierte Klassen mit rund 1700 Schülern nehmen in diesem Jahr an MiSch teil.

In selbst gestalteten Mappen halten die Kinder der 4a alles fest, was sie zum Thema Zeitung wissen. Auch, wenn sie nach einem Monat schon sehr viele Informationen gesammelt haben, gibt es noch einige offene Fragen. Zeit, dass diese geklärt werden. So hat sich die Klasse 4a Besuch aus der Redaktion der Kieler Nachrichten eingeladen. Volontärin Jördis Früchtenicht gibt Antworten.

Gleich zu Beginn will Jonte wissen, welche Arbeitsgeräte man als Journalist so braucht. Da gehört natürlich jede Menge Technik dazu. Handy und Tablet, um von unterwegs zu arbeiten sowie ein weiteres Telefon und einen Computer mit besonderen Programmen am Schreibtisch. Man braucht auch mal eine gute Kamera – aber vor allem sind Notizblock und Stift essenziell. Denn nur so kann man all die Informationen behalten, die man in Gesprächen bekommt. Oder sich auf Terminen wie diesem die Fragen und Namen der Schüler notieren.

Fotos machen Reporter ebenso wie Fotografen

Wer die Fotos macht, die in der Zeitung sind, fragt Filip. Das ist unterschiedlich: In den Regionalausgaben machen häufig die Reporter die Fotos, die auch die Artikel schreiben. Sonst sind es meist Fotografen. Wer es genau wissen möchte, kann einfach den Namen über dem Artikel mit dem unter dem Foto vergleichen. Sind sie unterschiedlich, hat wohl ein Fotograf das Bild gemacht.

„Wie kommen die Fotos in die Zeitung?", ist die Frage von Celvin. Von der Kamera werden sie auf den PC oder das Tablet übertragen und dort in ein Programm geladen. Über dieses kann man dann die Bilder auf am Computer auf den Zeitungsseiten einbetten und Größe sowie Bildausschnitt verändern.

Nach den vielen technischen Themen möchte Edda wissen, warum viel über Sport geschrieben wird. Die Antwort ist einfach: Sport – sowohl lokal als auch national und international – interessiert die Leser. Da ist es logisch, dass in der Zeitung darüber berichtet wird.

Emma fragt: „Schreiben Sie lieber Texte für das Papier oder für das Internet?" Es gibt selbstverständlich ein paar Unterschiede, je nachdem, ob ein Text für die Zeitung oder die Webseite bestimmt ist. Doch diese ist nicht so groß, daher gibt es keine Präferenz.

Vor allem die Recherche kostet Zeit

Ob es anstrengend sei, lange Texte zu schreiben, fragt Jakob. Tatsächlich können ganz lange Artikel schwierig sein, da man darauf achten muss, dass sie insgesamt spannend zu lesen sind. Ebenso anspruchsvoll können aber auch kurze Nachrichten sein, denn manchmal hat man auf einer Zeitungsseite wenig Platz, muss aber viele Informationen in den Text einbringen. Wie lange es dauert, einen Artikel zu schreiben, hängt oft jedoch vor allem von der Recherche ab, die dahinter steckt. Manchmal beschäftigt man sich tage- oder wochenlang mit Themen, für andere Texte braucht man nur ein paar Stunden. Dieser Klassenbesuch zum Beispiel war schnell aufgeschrieben.

 
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