Achterbahn als Lebensziel

Maja, Anna RBZ am Königsweg 12e 17. November 2020
© Pixabay License
Du möchtest diesen Beitrag bewerten? Dann kannst du hier bis zu drei Sterne vergeben.

Da ist eine Familie. Eine Familie bestehend aus Mutter, Vater, Kind. Eine Familie, die zusammen im Freizeitpark ihre Zeit vertreibt.
Sie fahren Achterbahn. Es geht auf und ab, links und rechts, vorwärts und rückwärts. Es steigt Freude in Ihnen auf. In der nächsten Achterbahn fahren sie hoch hinaus, aber fahren anschließend eine gerade Strecke weiter. Alle teilen dieselbe Meinung: diese Achterbahn ist ein Flopp.
Mathias Schreiber erzählt in seinem Artikel „Was ist Glück" aus dem Spiegel, „dass viele kleine Freuden mehr zu einem glücklichen Leben beitragen als wenige große Glückserlebnisse". Also heißt das, wenn du keine negativen Erlebnisse erfährst, dann kannst du die guten auch nicht zu schätzen lernen.
Aber warum wollen wir das Gefühl von Glück überhaupt verspüren und warum spielt es immer die erste Geige?
Laut Sigmund Freud ist Glück der Zweck und die Absicht jedes einzelnen Menschenlebens. Die Erkenntnis teilt er in seinem Artikel „Das Streben nach Glück" im Fischer Verlag aus dem Jahr 1994. Wir haben alle das Bedürfnis Glück zu empfinden, welches uns nur dann widerfährt, wenn wir auch schlechte Erfahrungen sammeln. Daraus folgend stellt sich die Frage, wie wir an dieses Glück kommen können.
Mir ist bisher jedes Jahr mindestens ein Marienkäfer begegnet. Mal macht der Marienkäfer Halt auf meinem Handrücken und mal auf meiner Nasenspitze. Dieses kleine Wesen schafft es auf dieser großen Welt jedes Mal, seinen Platz bei mir zu suchen, nur bleiben tut er nie. Würde ich versuchen ihn mit aller Kraft bei mir zu halten, würde ich die zarten, kleinen Flügel zerdrücken und der Marienkäfer könnte nie wieder weiter fliegen.
Das Glück kommt und geht aus eigener Kraft. Doch sucht man zu akribisch danach, dann bleibt das Glück aus.
Wissenschaftlich gesehen ist Glück eine Abfolge von Hormonen, die durch bestimmte Reize ausgelöst werden. Wenn du deprimiert bist, weil sich der Marienkäfer aus dem Staub gemacht hat, dann kannst du eine gesunde Menge an Schokolade zu dir nehmen und du empfindest für kurze Zeit ein Glücksgefühl. Aber Vorsicht! Zu viel des Guten ruft den bösen Teufel auf der linken Schulter hervor, der dir in dein Gewissen redet: "Iss nicht so viel Schokolade, sonst wirst du noch dick!"
Laut einer Amerikanischen Gesellschaft für Chemie „wirken die Inhaltsstoffe dieser Süßigkeit so, dass der Glücksbotenstoff Serotonin entsteht". Das gleiche Gefühl tritt ein, wenn du dein Ziel erreichst.
Heutzutage ist Geld Macht und das Ziel vieler Menschen. Sie streben nach Reichtum und verwechseln dieses Gefühl mit Glücksgefühlen. Sie glauben, Geld zeigt ihnen den Weg zum Glück. Allerdings existiert dieser Weg nicht.
Anhand des Diagramms aus dem Globus „Das Geschäft mit dem Glück" kann man erkennen, dass alleine 10.510 Millionen Euros in die Spielbanken fließen. Doch diesen Menschen werden ihr Leben nicht froh.
Denn auch ein Marienkäfer hat die Kraft ganz von alleine zu fliegen und braucht kein Motoröl um diese Fähigkeit aus zu üben. Dementsprechend brauchen wir Menschen kein Geld, um Glück zu erfahren, da wir dieses allein durch den achterbahnartigen Lebensweg automatisch erlangen.

 
Dieser Eintrag hat bisher keine Kommentare

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert