Back on court! Basketball in Corona-Zeiten

Radouan Aberkane, Klasse 8a, Ricarda-Huch-Schule Kiel 20. November 2020
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Back on Court!

Basketballtraining in Zeiten der Corona-Pandemie

KIEL/KRONSHAGEN Freitagabend, 17 Uhr, Anfang Juni 2020: Trainingsbeginn für die Spieler der Basketball-U16-Mannschaft des Turn- und Sportverein Kronshagen. Es liegt eine gewisse Spannung in der Luft, denn es ist das erste Hallentraining seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Die Spieler sind auf die neuen Regeln gespannt, vor allem aber freuen sie sich, dass es nun endlich wieder losgeht.

Sobald die Jungs mit Mund-Nasen-Schutz die Halle betreten, müssen Sie sich die Hände desinfizieren. Die Umkleiden dürfen noch nicht benutzt werden, Sportkleidung und Schuhe werden in der Halle angezogen.

Während man das Training beobachtet, stellt man fest, dass der Trainer sehr auf die Einhaltung der Regeln achtet. „Ab heute ist nun auch wieder das Basketballtraining, zuerst ohne Kontakt, in der Halle erlaubt. Schrittweise trainieren wir dann hoffentlich auch bald wieder im Mannschaftsverbund und auch mit Kontakt in festgelegten Gruppen beziehungsweise Teams. Wir sind lange noch nicht wieder im Alltag und die Pandemie bestimmt den Vereinssport sehr, doch sind wir froh, dass wir wieder unter den notwendigen Regeln trainieren können." Wenn ein Ball auf den Trainer zugerollt kommt, lässt er ihn lieber weiterrollen, anstatt ihn wieder zurückzupassen.

Alle Beteiligten haben viele Wochen ohne ihren geliebten Sport verbringen müssen und weitestgehend auch ohne Bewegung. Erst das Startzeichen zu Beginn des Sommers für die Nutzung des Freiplatzes hat den kompletten Lockdown für die Spieler etwas aufgelockert. Auch wenn es jetzt wieder losgehen kann, muss doch an vieles gedacht werden. So muss zum Beispiel jeder seinen eigenen Ball mitbringen, darf die anderen Bälle nicht berühren und muss Abstand halten.

Wie sich diese Regeln auf den Trainingsablauf auswirken konnte ich nach dem Training mit dem Coach besprechen. Im Regieraum beschreibt Mathias Töpfer, Vereinssportlehrer des TSVK, die Auswirkungen auf das Training: "Mathias, eine schwere Zeit für die gesamte Weltbevölkerung! Auch für euch hat sich durch die Pandemie vieles geändert. Nicht nur, dass ihr die eigentlich für den TSVK sehr erfolgreiche Saison 2019 / 2020 nicht beenden konntet, sondern auch, dass der gesamte Trainingsbetrieb ruhen musste. Was hat sich konkret verändert?"

Töpfer entgegnet: „Wie in allen Lebensbereichen gelten für uns die Hygiene-Gebote. Abstands- und Hygieneregeln prägen auch das Basketballtraining sehr. Während des "Lockdowns" war der komplette Sportbereich nicht möglich. Uns fehlten Training, Spiele und das Miteinander sehr. Im Mai und Anfang Juni konnten wir dann auf dem Freiplatz in Kronshagen ohne Kontakte wieder trainieren. Hier unterstützte uns die Gemeinde mit vielen Zeiten auf dem Freiplatz im Domänental sehr. Es war schön, wieder alle zu sehen und zu trainieren, wenn auch nur Technik- und Athletiktraining möglich war.
Ab heute ist nun auch wieder das Basketballtraining (zuerst ohne Kontakt) in der Halle erlaubt. Schrittweise trainieren wir dann hoffentlich auch bald wieder im Mannschaftsverbund und auch mit Kontakt in festgelegten Gruppen beziehungsweise Teams. Wir sind lange noch nicht wieder im Alltag und die Pandemie bestimmt den Vereinssport sehr, doch sind wir froh, dass wir wieder unter den notwendigen Regeln trainieren können."

Nach dem Interview mit dem Coach habe ich noch Gelegenheit, mit einem der Spieler über seine Erfahrungen während der letzten Monate zu sprechen. Er berichtet mir, dass er zu Beginn des Lockdowns im März ein sehr wichtiges Sichtungsturnier in Heidelberg verpasst hat, welches aufgrund der Corona-Lage durch die Veranstalter abgesagt werden musste: „Dieses Turnier wäre für mich sehr wichtig gewesen, denn es hätte mir, sozusagen, den ersten Schritt in Richtung Jugendnationalmannschaft ermöglicht." Der 1,94 Meter große Spieler beschreibt seine Erfahrung während des Lockdowns: „Die Zeit ohne Vereinstraining war für mich sehr langweilig und ich habe es sehr vermisst, gemeinsam mit meinen Teamkameraden zu trainieren. Um einen Ausgleich zu ermöglichen, bin ich in dieser Zeit häufig gejoggt und Rad gefahren. Weiterhin habe ich meine Kraft und Fitness verbessert und dazu zu Hause die Angebote aus dem Internet und auf der Homepage des Vereins genutzt. Einzig die Spielkonsole mit der Animation von NBA-Spielen ermöglichte es mir, zumindest virtuell am Ball zu bleiben"

Die Spieler haben das Training beendet, und sollen nun beim Umziehen die Maske aufsetzen.

Drei Monate später treffe ich Coach Töpfer erneut vor der Halle des Gymnasiums Kronshagen beim Einlass der Sportler zum Montagstraining. Während der Fitnesscoach das Aufwärmtraining leitet, habe ich die Gelegenheit, weitere Fragen zum aktuellen Stand des Trainingsablaufes zu stellen: "Mathias, wie lauten die Vorschriften für das nun mögliche Training im Mannschaftsverbund?"
Töpfer beschreibt die Veränderungen: „Das Basketballtraining mit Kontakt (ohne Mindestabstand) ist ohne Teilnehmer-Obergrenze erlaubt. Kontakte beziehungsweise die Unterschreitung des gesetzlichen Mindestabstands von 1,5 Metern sowie der Verzicht auf eine Mund-Nasen-Maske sind auf den direkten Trainingsbetrieb zu begrenzen. Beim Betreten und Verlassen einer Sporthalle (mit Mund-Nasen-Maske) ist eine Händedesinfektion notwendig (Desinfektions-Spender im Eingangsbereich oder beim Gruppenverantwortlichen)."
Zurzeit kann nicht geduscht und die Umkleiden noch nicht genutzt werden. An einem Training oder Spiel kann nur teilgenommen werden, wenn man sich "gesund" fühlt. Mit erhöhter Temperatur oder anderen Symptomen von Covid-19 ist auf eine Trainingsteilnahme zu verzichten. Verdachts-, Quarantäne-, oder Infektions-Fälle von Personen im gleichen Haushalt sind umgehend zu melden. Den Medienberichten zufolge kann erfreulicherweise auch der Spielbetrieb der unteren Ligen wieder aufgenommen werden.
Headcoach Töpfer beschreibt die Vorschriften für den Spielbetrieb, wie sie durch den BVSH, den Basketballverband Schleswig-Holstein (BVSH), vorgegeben sind: kein Zutritt für Personen mit Symptomen einer COVID-19-Erkrankung, behördlich angeordnete Quarantäne beziehungsweise Isolation auch bei Verdachtsfall einer Person des gleichen Haushalts. Zutritt für Personen nach dem BVSH-Hygienekonzept „back on court". Hallenzugang, Ein- und Ausgang einzig durch die gekennzeichneten Bereiche und Wege. Vor Betreten der Halle müssen die Hände desinfiziert werden. Hierzu befinden sich an allen drei Eingängen Desinfektionsspender. Zurzeit können die Umkleiden und Duschen nicht genutzt werden. Alle Gangbereiche sind nur für den Durchgang bestimmt. Hier gilt eine uneingeschränkte Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.

Die Spieler machen zwischendurch auch mal Wurfspiele, bei denen sie die Bälle der anderen nicht berühren dürfen. Man merkt, dass die Spieler leicht genervt von diesen Regeln sind und sich die alten Zeiten zurückwünschen. Im Hallenbereich gilt die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern unterschritten ist, sowie das BVSH-Hygienekonzept „back on court".

Alle Personen werden durch Dokumentationslisten erfasst. Die Daten werden nur auf Aufforderung des Gesundheitsamts herausgegeben und nach spätestens vier Wochen vernichtet. Wir spielen ohne Zuschauer. Das Wichtigste ist natürlich, dass die Jungs wieder auf dem Feld agieren können. Zuschauer, die mitfiebern und anfeuern fehlen natürlich dabei genauso wie das Engagement der Eltern bei unserem normalerweise gut bestückten Bewirtungsstand für Gast- und Heimmannschaften.

Abschließend stellt sich noch die Frage, wie er persönlich als Trainer die Umstellung empfindet. „Im Vergleich zum Lockdown, in dem uns und auch mir persönlich Basketball, das tägliche Training mit den Jungs und Spiele unglaublich fehlten, bin ich froh über jedes Training und Spiel", führt der Trainer aus. „Es fühlt sich alles noch ‚unwirklich', wie diese Krise generell, an. Zuvor hätte ich mir solch eine Situation nicht vorstellen können. Trotz der vielen notwendigen Einschränkungen und großen Aufwands in der Durchführung freue ich mich auf jedes Training, auch mit mehr Abstand und den vielen Geboten zurzeit."
Er fügt hinzu, dass auch die Regeln für die Schiedsrichter angepasst wurden.

Auf die Frage nach einem Ausblick auf die nahe Zukunft des Basketball-Betriebes reagiert der erfahrene Basketballer verhalten. „Eine langfristige Planung wage ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorzunehmen. Vor allem die so wichtige Teilnahme an nationalen und internationalen Turnieren steht im Moment noch außer Frage. Aber auch, wenn wir vorerst an Fahrten wie zum Beispiel nach Aarhus oder Lemvig in Dänemark nicht denken können und auch das renommierte Turnier in Lund (Schweden) für die Spieler der Landesauswahlen gerade abgesagt wurde: Die Jugendarbeit rund um den orangenen Ball geht weiter!" Töpfer versäumt nicht, interessierte Anfänger anzusprechen: „In allen Altersstufen – von den Minis bis zur U18 - bieten wir hier bei uns in Kronshagen ein fundiertes Training für alle interessierten Kinder und Jugendlichen an!"

Kontakt: Vereinssportlehrer Mathias Töpfer, jugend@tsvk-basketball.de
Unterzeichner: R. Aberkane

 
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