Bernd Jeffré – ein etwas anderer Spitzensportler

Katharina Richter, Maximilian Schem, Gym Ahz 9d 11. November 2020 9 Kommentar(e)
© Oliver Kremer
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Wenn man Bernd Jeffré sieht, kommen einem nicht direkt die Worte Spitzensportler oder Olympionike in den Sinn – er sitzt nämlich im Rollstuhl. Doch er hat geschafft, was kaum jemand in seinem Leben erreicht, er hat olympisches Metall gewonnen.
Der 1964 in Kiel geborene Bernd Jeffré hatte eigentlich nie besonderes oder überdurchschnittliches Interesse am Sport. Er arbeitete als Straßenbauer in Barmissen, einem kleinen Ort in der Nähe seiner Heimatstadt. Doch ein schicksalhafter Tag stellte sein gesamtes Leben auf den Kopf. Er erlitt einen schweren Unfall mit einem Kran, direkt bei der Arbeit und fiel vom Gerüst. Die Ärzte teilten ihm nach der Not-Op mit, dass er von nun an ab der Hüfte gelähmt sein wird. Sein altes Leben war auf einen Schlag vorbei. Seit diesem Tag sitzt er für alle Zeiten im Rollstuhl. „Ich bin in ein Loch gefallen, ich wusste nicht, wie es weitergehen soll. Meine Welt ist zusammengebrochen," so berichtet er heute und er hat sich natürlich viele Gedanken über meine Zukunft gemacht. Nach einer kurzen Reha lernte er mit seinem Rollstuhl umzugehen, und so fand er langsam ins Leben zurück.

Doch das, was ihn richtig wieder aufbaute, war der Sport. Nach zwei Jahren begann er trotz seiner Behinderung mit dem Radfahren, nicht auf einem herkömmlichen Rad, sondern auf einem Hand-Bike. Dieses bewegt er über eine Kurbel nur mit den Händen und seinem Oberkörper. Er stürzte sich in den Sport und verbesserte seine Leistungen immer mehr, begann an Meisterschaften in der ganzen Welt teilzunehmen und diese zu gewinnen.
Aufgrund dieser Siege qualifizierte er sich für die deutsche Paralympic-Mannschaft und nahm an den Paralympische Spielen 2012 in London teil. Bei diesen feierte er dann seinen großen Triumph. Im Einzelzeitfahren schaffte er es aufs Podium: "Es war ein unglaubliches Gefühl, als ich die Medaille überreicht bekommen habe. Dritter bei den Einzelzeitfahrten!"


Im Anschluss an diesen großartigen Erfolg kehrte Jeffré in seine Heimat zurück und wurde von den Fans gefeiert. Nach dem lebenserschütternden Unfall hat Bernd Jeffré einen Sieg geholt, den er zuvor nie für möglich gehalten hätte. Seine Reise war dort aber noch nicht zu Ende; in den folgenden Jahren nahm er regelmäßig an den Weltmeisterschaften im Hand-Bike-Fahren teil und erreichte immer einen Platz unter den besten zehn über alle Disziplinen hinweg. Diese Erfolgsgeschichte möchte er weiter fortführen und auch im für Leistungssportler stattlichen Alter von 56 Jahren und als „alter Hase", wie er sagt, die jüngere Generation aufmischen. Dabei ist er sich aber bewusst darüber, dass er diesen Leistungssport nicht für immer ausführen kann. Trotz dessen großer Bedeutung für sein Leben sagt er, sei er vom Sport nicht abhängig und werde, sobald er in den Ruhestand als Leistungssportler gehe, die Freizeit genießen. Dieser Tag ist für ihn aber noch unbestimmt und er bereitet sich jetzt schon auf das nächste Rennen vor. 

 
9 Kommentar(e)
  1. Ludwig Ehrenmann
    13. November 2020

    Das ist sehr gelungen
  2. James
    13. November 2020

    Guter Text sollte in die kn
  3. Ela
    16. November 2020

    Klasse Bericht!
  4. Dirk
    22. November 2020

    Super Bericht sollte gewinnen!
  5. Randi
    23. November 2020

    Das ist ein sehr gelungener und interessanter Bericht!
  6. Ivonne
    23. November 2020

    Grossartiger Beitrag, der Mut und Hoffnung macht.
  7. M.R.
    24. November 2020

    Herzzerreißende Berichterstattung!! Gut kommentiert!!
  8. K.S.
    24. November 2020

    sehr interessanter Artikel, den man gerne bis zu Ende liest
  9. Jörn
    24. November 2020

    Die Lebensgeschichte hätte nicht besser von einem Journalisten recherchiert und geschrieben werden können. Chapeau und weiter so!

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