Corona Maßnahmen - ein europäischer Vergleich

Lorenz Prieß, Gymnasium Lütjenburg, WPU Medienpraxis 15. November 2020
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So unterschiedlich die Regionen, so unterschiedlich sind auch die Menschen und die Möglichkeiten. Warum sollte also eine Stadt, auch wenn es die Hauptstadt eines Landes ist, für alle Menschen die Corona Maßnahmen bestimmen dürfen; und das, obwohl sie gar nicht weiß, welche Lage vorherrscht und wie die regionalen Probleme und Herausforderungen sind? Das kann doch nur in einem großen Fiasko enden.                                                                                                                                                             

Natürlich ist eine Situation wie diese internationale Pandemie für alle Beteiligten neu. Niemand weiß so wirklich, wie die Welt auf die Bedrohung durch Corona reagieren soll. Aber schon nach der ersten Welle ist klar, dass die Länder sehr unterschiedlich mit dem bedrohlichen Virus umgehen.
 
Einige Länder sind deutlich erfolgreicher als andere.  Zu den erfolgreichen gehören Deutschland, aber auch Länder wie die Schweiz und Österreich. Diese Länder haben die erste Corona-Welle mit geringen Infektionszahlen, wenigen Todesfällen und, ohne die Kapazitätsgrenzen im Gesundheitssystem zu erreichen, gut gemeistert. Andere wiederum, dazu zählen Frankreich, Italien und Spanien, waren weniger erfolgreich. Diese Länder hatten seit Beginn der Pandemie die höchsten Infektions- und auch Todeszahlen der Welt. Die Krankenhäuser sind kollabiert, das Gesundheitessystem ist grenzenlos überlastet gewesen. 
 
Diese Länder haben einfach viel zu lange mit wichtigen Maßnahmen auf sich warten lassen. Italien, Frankreich und Spanien haben zu lange dem Virus zugesehen, wie es sich ausbreitet und tausende Menschen infiziert und auch tötet. Als die ersten Maßnahmen erfasst wurden, war es schon zu spät, um die Kontrolle über das Virus zurück zu erlangen. Abgesehen davon waren viele der Maßnahmen in diesen Ländern ziemlich starr und diese wurden nur selten angepasst. Vielleicht hatte Italien auch das Unglück gehabt, als eines der ersten Länder in Europa von der ersten Welle überrollt worden zu sein, aber mindestens Frankreich und Spanien hatten nach diesen Ereignissen sich nicht genug auf ihren Anstieg der Infektionszahlen vorbereitet.

Ganz anders war und ist es in Deutschland, wo die Maßnahmen rechtzeitig getroffen und auch regelmäßig an die aktuellen Lagen angepasst werden. Deutschland geht bei den Maßnahmen anders vor. So werden die Maßnahmen von jedem Bundesland individuell ergriffen und effektiv durchgesetzt.
 
Die Deutschen hatten schon vor Italien eine bundesweite Maskenpflicht, obwohl Italien deutlich früher vom Virus betroffen gewesen ist. Deutschland handelt föderalistisch, das heißt, dass jedes einzelne Bundesland für die jeweiligen Maßnahmen verantwortlich ist. Diese Maßnahmen können die Bundesländer auch schnell anpassen und somit die jeweilige Region entlasten. So bleiben die Maßnahmen aktuell und sie werden nicht eingefahren oder überzogen. Die Menschen müssen nur die notwendige Zeit unter harten Maßnahmen ausharren. Durch kurze, aber effektive Maßnahmen kann man sowohl das Virus bekämpfen als auch das Volk hinter sich haben, und die Disziplin der Bevölkerung wird schneller belohnt. Es gibt in Deutschland bis jetzt nicht so große Demonstrationen und Proteste wie in Frankreich und Spanien.
 
In Frankreich, Spanien und auch in Italien ist es anders als in Deutschland. Hier erlassen die Länder nämlich die Maßnahmen zentralistisch. Das heißt, dass z.B. Paris für alle Teile Frankreichs Maßnahmen festlegt. So fühlen sich nicht nur lokale Ämter einfach übergangen, sondern auch das Volk. Das hat zur Folge, dass in der Bevölkerung nach und nach großer Unmut entsteht und viele Menschen keine Maßnahmen mehr wollen. Die unzufriedenen Menschen demonstrieren in den Innenstädten, um ihren Unmut kund zu tun. Diese Demonstrationen sind zum Teil eskaliert und sehr gewaltsam geendet. Genau das ist in Spanien geschehen. Es zeigt ein schlechtes Krisenmanagement. 

Ein weiterer Punkt der für Deutschland spricht, ist das gut organisierte Gesundheitssystem. Auch dieses ist föderalistisch organisiert. So sind auch die Kapazitäten von Krankenhausbetten auf die Bevölkerung ausgerichtet und angepasst. 
Anders in Italien und Frankreich: Die Bevölkerung Italiens ist sehr alt. Es gibt viele aus der Risikogruppe. Zusätzlich haben beide Länder eine schlechte ärztliche Versorgung und zu wenig Krankenhäuser. Es sind sogar Kranke aus Frankreich nach Deutschland geflogen worden, da es in Deutschland freie Intensivbetten gegeben hat und die Menschen somit bessere Chancen aufs Überleben gehabt haben. In Frankreich waren die Krankenhäuser schon seit Langem überlastet. 

Wir alle stehen nun am Anfang der zweiten Welle; Und schon jetzt haben die zentralistisch geführten Länder wieder die höchsten Infektionszahlen und die größten Probleme Europas. Hoffen wir für die Menschen, dass dieses Mal bessere Maßnahmen getroffen werden.
 

 

 
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