Die Bauten im Wald

Collin van der Wulp, Klasse 8a, Ricarda-Huch-Schule 18. November 2020
© Mathis Abegg
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Die Bauten im Wald

Die Leidenschaft des Bush-Craftings

Die Sonne scheint durch das Blätterdach der Bäume und das Laub raschelt unter den Schuhen. Durch das Gehölz verläuft ein kleiner Trampelpfad, der sich wie eine Schlange zwischen den Sträuchern und Büschen über den Waldboden schlängelt. Diese Ruhe, die nur von dem Gezwitscher der Vögel unterbrochen wird, kein Wunder,dass viele Menschen diese Orte lieben.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreicht man sein Ziel und steht vor einem großen Eingangstor, welches aus drei dicken Baumstämmen besteht. Nachdem man durch den
Torbogen gegangen ist, kommt man über einen schmalen, aber sauberen Weg zu einem
von Blättern befreiten Platz, um den zwei Hütten stehen: Eine kleine und geschlossene sowie eine zweite, etwas größer und offener gebaute Hütte.

Hier treffe ich Mathias und Sven. Sie haben vor einigen Monaten mit dem Bau der Hütten
angefangen. Nach einer kurzen Begrüßung gehen wir in die offener gebaute Hütte hinein und sie erzählen mir ein paar Dinge über ihre Hüttenanlage. Sie berichten, dass sie schon vor Corona mit dem Bauen der ersten Hütte anfingen. Als Corona dann begann, hatten sie noch mehr Zeit und haben weitere Hütten hinzugefügt. Ursprünglich nahmen sie nur kleinere Stämme, die auf dem Boden lagen. Heutzutage Müssen Säge und Axt immer dabei sein. Normalerweise werden Hütten im Wald vom Besitzer nicht gerade gerne gesehen, aber Mathias verrät mir: "Der Förster nimmt die ganze Sache locker und hat bisher keine Einwände." Trotzdem achten sie immer darauf, keinesfalls Bäume zu beschädigen und für das Bauen nur Totholz zu verwenden.

Eine noch intensivere Naturerfahrung nennt sich "Bush Crafting", was das Errichten von Bauten und das Überleben im Wald ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt beschreibt. Es gibt mehrere bekannte Bush Crafter, die mit ihren Überlebens- oder Survival-Kenntnissen im Wald auf unterschiedlichste Weise berühmt geworden sind. Einer von ihnen ist Fritz Meinecke, der über YouTube in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Auf seinem Kanal, der über eine Million Abonnenten hat, lädt er regelmäßig Videos von seinen Survival-Trips
hoch. Nicht alle bekannten Bush Crafter sind über Social-Media-Plattformen berühmt
geworden. Die meisten haben Bücher oder Ratgeber über ihre Survival-Erfahrung verfasst, die entweder spannende Geschichten oder informative Tipps beinhalten. Beim Bushcraften geht es hauptsächlich darum, sich ohne jegliche Werkzeuge inmitten
eines Waldes mit Nahrung zu versorgen, einen Unterschlupf zu bauen, sich in fremden Gebieten zu orientieren, Feuer zu entfachen und um das Beherrschen von erster Hilfe.

Auch wenn Sven und Matthias nicht im Wald übernachten und sich auch nicht mit Essen versorgen müssen, versuchen sie trotzdem mit hauptsächlich natürlich vorkommenden Materialien und mit wenig äußerem Einfluss eine möglichst schöne Hüttenanlage zu errichten. In Zukunft wollen sie die Anlage vergrößern und noch mehr Hütten bauen. Jedoch müssen diese erst einmal auf sich warten lassen, da es, wie Sven mir erklärt, schwerer ist, im Winter mit der Kälte im Wald klarzukommen, weswegen so große Projekte wie weitere Bauten erst einmal nicht umsetzbar sind. Mathias und Sven haben schon wieder angefangen zu arbeiten, denn es gibt noch eine neue Hütte, die derzeit fertiggestellt werden muss.

Ich mache mich ebenfalls auf die Suche nach neuem Totholz, um das Dach damit belegen zu können. Am Ende des Tages haben wir eine komplett ausgebaute Hütte mit Dach, Wänden und Fenstern vor uns stehen. Es fühlt sich gut an, mit so einfachen Mitteln gemeinsam etwas geschaffen zu haben. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, achtet Sven darauf, dass wir auch all unsere Abfälle aus dem Wald wieder mitnehmen. Schließlich macht Mathias noch ein Foto von der neuen Hütte, um die Follower auf ihrem Instagram Kanal "Tree_Town.Kiel" auf dem Laufenden zu halten.

 
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