Die letzten Medikamente

Leon Knust, Klasse 8a Gymnasium Wellingdorf 20. November 2020
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Kiel. Ich habe das Team der WEST-Apotheke in der Ringstraße 64 24103 Kiel zu den Umständen während der Corona- Zeit befragt und das habe ich herausgefunden:
Eine Frage, die mich und bestimmt auch viele Leser interessiert ist, wie die Apotheken während der Corona-Ausnahmesituation beliefert werden.
Der Großhandel beliefert die Apotheke wie gewohnt 3-mal täglich. Bei Bestellungen von den Herstellern kommt normalerweise ein Vertreter dieser Hersteller in die Apotheken, um die Bestellung aufzunehmen. Heutzutage nehmen die Pharmavertreter der Firmen aber die Bestellung per Telefon auf, denn sie haben ein Auftragsgebiet, was sich über S.-H., M.-V., Hamburg und Niedersachsen erstreckt. Wenn die Vertreter in alle Apotheken gehen würden und mit dem COVID-19 Virus infiziert wären, könnten sie alle anderen anstecken.
Da viele Angst vor Corona haben und deswegen sich so gut wie es geht von der Gesellschaft abschirmen wollen, gibt es doch bestimmt Personalmangel, oder?
Es gibt derzeit bei uns keinen Personalmangel. Wir verhalten uns aber auch sehr rücksichtsvoll, um eine Infektion zu vermeiden. Aber in der Apothekenwelt gibt es generell einen Personalmangel.
Da durch Corona viel Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe verkauft wurden, wollte ich fragen, ob auch bestimmte Medikamente mehr beziehungsweise weniger verkauft worden sind.
Erkältungsmedikamente wie z.B. Hustensaft wurden durch das verringerte Infektionsrisiko weniger verkauft, aber Paracetamol wurde dagegen viel mehr verkauft, da es ja das Gerücht gab, dass Ibuprofen nicht so gut gegen Corona helfe. Die Arzneimittelkomission hat daraufhin bekannt gegeben, dass nur noch 1 Paket Paracetamol pro Kunde am Tag verkauft werden darf. Außerdem gab es Probleme beim Bestellen von Candesartan, Venlafaxin, Ibuprofen 600mg. Die Gründe dafür sind Transportprobleme, Lieferengpässe und Problem bei der Rohstoffförderung. Um Lösungen für dieses Problem zu finden, haben wir uns mit vielen Ärzten zusammengesetzt, die dann zum Schluss gekommen sind, Tabletten zu halbieren oder zu verdoppeln, wenn die gewünschte Dosis nicht vorrätig ist.
Da manche Kunden solche Angst vor dem Virus haben, wollen sie die Arztpraxen meist nicht mehr betreten. Gibt es irgendeine Lösung, die sie anbieten können?
Ja, wir bieten den Dienst an, die Rezepte von den Arztpraxen abzuholen, damit die Kunden nicht extra zum Arzt gehen müssen.
Es haben manche Menschen auch Angst davor, die Apotheke zu betreten, liefert ihr auch nach Hause?
Ja, wir liefern Medikamente auch zu unseren Kunden, egal was sie brauchen, wie unter anderem auch die Medikamente der abgeholten Rezepte von uns. Im April hat das Gesundheitsministerium eine Botendienstvergütung eingeführt, damit die Versorgung der Patienten weiterhin gewährleistet ist. Diese beträgt 2,90 Euro und wird von den Krankenkassen übernommen. Viele unserer Kunden haben davon Gebrauch gemacht.
Abschließend wollte ich sie fragen, ob ihr Komplikationen mit Maskengegnern in ihrer Apotheke hattet?
Ja, aber nur sehr selten. Wenn es manchmal zur Konfrontation mit der Aufforderung zum Aufsetzen der Maske kam, wurde sie dann auch meistens aufgesetzt. Das ist aber auch schon vorgekommen, dass andere Kunden solche Menschen aufgefordert haben, diese sofort aufzusetzen. Bei manchen Stammkunden wissen wir auch, dass sie ein Attest haben. Wir selbst tragen auch, trotz Plexiglasscheibe, einen Mundschutz, um uns selbst vor einer Infektion zu schützen.

 
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