Die Leute des Hauses zu verweisen, wollen wir nicht.

Roisin Newcombe, Klasse 8a, Ricarda-Huch-Schule Kiel 20. November 2020
© Roisin Newcombe
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"Die Leute des Hauses zu verweisen, wollen wir nicht."
Wie sich das Einkaufen in Corona-Zeiten verändert hat

Kiel. Montagnachmittag im Supermarkt. Man möchte noch schnell etwas besorgen, aber Achtung, man darf nicht vergessen, vor dem Eingang eine Maske aufzusetzen. Erst dann darf man den Supermarkt betreten.

Alle tragen Mund-Nasen-Bedeckungen. Man kann niemanden richtig identifizieren. Vielleicht haben wir uns schon an die Maskenpflicht gewöhnt und uns stört es nicht mehr, immer einen Mund-Nasen-Schutz dabei zu haben. Überall gehen Leute mit Masken durch den Supermarkt. Manche Menschen tragen blaue Einwegmasken, andere haben sich aus Stoff selber eine genäht. Manche von uns mögen es nervig finden, immer daran denken zu müssen. Doch die Maskenpflicht ist nicht das Einzige, was man zurzeit im Supermarkt  beachten muss. Sich am Eingang die Hände zu desinfizieren oder sich an die Abstandsregelungen zu halten, sind auch wichtige Regeln. Aber im Stress kann dies schnell einmal vergessen werden.

Genauso kann es passieren, dass man am Eingang vergisst, eine Maske aufzusetzen. Manche Kunden weigern sich aber auch bewusst und halten sich nicht an die Abstandsregeln. Dann ist es möglich, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer die Betreffenden ansprechen und darauf aufmerksam machen, sich in Zukunft bitte daran zu halten. Der stellvertretende Leiter des Famila-Marktes Meimersdorf, von großer Statur, resümiert: "Die Kunden haben sich nach Gesprächen an die Regeln gehalten, der eine früher, der andere später. Wir hätten die Möglichkeit, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen, die Leute des Hauses zu verweisen, wollen wir aber letztendlich auch nicht machen." Er fügt hinzu: "Es waren viele Kundengespräche nötig, fast täglich, aber genauso, wie es die negativen Eindrücke gab, gibt es auch extrem viel Positives und das gleicht sich eigentlich immer wieder aus."

Es gibt natürlich im Supermarkt auch noch andere Vorschriften, wie zum Beispiel, wie viele Kunden sich im Geschäft aufhalten dürfen. Dies wird versucht durch Einkaufswagen zu zählen: Wenn zum Beispiel 200 Einkaufswagen zur Verfügung stehen, heißt es, dass sich nur 200 Personen im Supermarkt aufhalten dürfen. Wieviel Sinn diese Maßnahme ergibt, ist eine andere Frage, da manche Leute keinen Einkaufswagen nehmen oder zum Beispiel Eheleute, Freunde oder Mitbewohner, die zusammen einkaufen gehen, nur einen Wagen benutzen. Kleinere Läden wie Buchläden zählen die Kundenzahl meist nicht mit Einkaufswagen, sondern mit Utensilien wie Einkaufskörben. Andere Einzelhändler müssen nicht durch Gegenstände sichergehen, dass diese Vorschrift erfüllt ist, da es auf den ersten Blick zu erkennen ist, wie viele Leute sich in dem Laden aufhalten. Zur Information dient meist nur ein Schild am Eingang.

Jeder hat eine andere Meinung zu den Regeln, manche finden sie übertrieben und manche wünschen sich noch strengere Vorschriften. Der stellvertretende Marktleiter im Famila-Markt Meimersdorf sah sich mit den Auswirkungen der Pandemie-Situation besonders konfrontiert: "Am Anfang war es für viele Kunden schwierig, den Sinn hinter den Vorschriften zu verstehen beziehungsweise diese umzusetzen. Es war bei jedem ein großer oder starker Egoismus zu verspüren. Alle Kunden waren in der generellen Situation recht angespannt, weshalb sich auch viele geweigert haben, sich an die Maßnahmen zu halten." Später dann hätten sich die meisten jedoch mit den Hygienemaßnamen abgefunden.
Doch trotzdem vergessen viele, dass wir Corona nur zusammen besiegen können. Wenn sich ein einzelner Mensch im Supermarkt nicht an die Regeln hält, kann es sein, dass andere Menschen seinetwegen erkranken. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, dass alle den Ernst der Lage verstehen. Denn die Maskenpflicht wird uns voraussichtlich noch ein paar Monate begleiten.

 
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