„Dopamin, Serotonin oder doch Glück“

Jette Zimmermann, 12e, RBZ am Königsweg 17. November 2020
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Jetzt ist es also fast soweit. Ich sitze jetzt hier in meinem Bett, neben mir meine liebste Duftkerze von Ikea, welche nach meinem liebsten Kaffee aus der Campus Suite riecht - Vanillalatte. Auf meinem Schoß liegt mein neues Notizbuch, welches ich mir selbst als „Vor- Geburtstagsgeschenk" gekauft hatte. Es war einfach viel zu schön, um es im Regal der Famila Filiale meines Vertrauens stehenzulassen. Um zurück zukommen, jetzt ist es also fast soweit – Ich werde 18. Allein bei dem Gedanken endlich frei zu sein und nicht mehr jedes Wochenende meine schon genervte Mutter anbetteln zu müssen, ob sie mich in irgendeinen schäbigen, aber für mich atemberaubenden Club fährt, weil aus meinem kleinen Kuh Kaff mal wieder kein Bus fährt, lässt mein Herz schneller schlagen. Ich empfinde eine riesige Freude und kann es kaum abwarten. Ich empfinde Glück.
Wenn ich jetzt so daran denke, dass dieses Gefühl, welches mich gerade zum Lächeln bringt, mein kleiner, persönlicher Glücksmoment, nur eine chemische Reaktion in meinem Gehirn- welches doch gefühlt nur noch mit Wissen aus der letzten Bio-Klausur gefüllt ist- sein soll, wird mein kleiner, persönlicher Glücksmoment zu einem fast unerträglichen Moment, den ich mit Gedanken wie „das was ich gerade fühle kann doch nicht wissenschaftlich sein?" oder „Dopamin, Serotonin oder doch mein kleines, eigenes Glück?" fülle. Da gefällt mir die Ansicht von unserem Menschenfreund Freud doch schon viel besser- der behauptet in seinem Artikel „Das Streben nach Glück" ja, dass das Glücklichwerden und -bleiben der Sinn des Lebens ist. Damit vergleiche ich meinen kleinen, persönlichen Glücksmoment viel lieber als mit irgendwelchen Fremdwörtern, die eh keiner versteht.
Mein kleiner, persönlicher Glücksmoment also. Chemie oder doch Sinn des Lebens? Wie wäre es mit einer Mischung. Können wir es nicht so sehen, dass wenn wir uns in einer Situation befinden, die uns ganz persönlich Glück beschert, wir dieses Glück als Sinn des Lebens, welche durch chemische Sachen – die wir gar nicht verstehen, sondern nur geschehen lassen müssen- annehmen können, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen, warum und vor allem was für chemische Reaktionen gerade dafür verantwortlich sind, dass wir dieses Glück gerade empfinden?
Ich sitze jetzt hier, mit meiner liebsten Kerze und mit meinem neuen, kleinen Notizbuch in meinem Bett und empfinde Glück. Ganz egal warum und wie. Ich empfinde es und genau das ist es, was mich glücklich macht.

 
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