Ein Interview mit einer Schülerin/Sportlerin.

Antonia Krause Gymnasium Lütjenburg klasse 10a 20. November 2020
© Instagram Seite (wjb.tsvnordharrislee)
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„Sich neben dem Sport für die Schule zu organisieren wird schon zum Problem.“

 

 

In diesem Interview spricht Melle Lippert (15), eine in der Oberliga spielende Handballerin, über ihr Leben mit der Schule und dem Sport.

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Wie kamen Sie dazu, mit dem Sport Handball anzufangen?

 

Meine ganze Familie hatte eine Verbindung zum Handball oder hat selbst gespielt. 

Ich wollte eigentlich Basketball spielen, nur das Problem war, dass ich keine Mannschaft in der Nähe von Preetz gefunden habe. Deswegen habe ich in der fünften Klasse mit Handball angefangen.

 

 

 

Wo spielen Sie genau und wie schlägt sich Ihr Team momentan ?

 

Ich spiele beim TSV Nord Harrislee. Das liegt ein Stück weiter als Flensburg und dort spiele ich in der B- Jugend mit dem Jahrgang 2004-2005. Wir spielen in der Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg, welche die höchste Liga ist, die man in der B- Jugend erreichen kann. Mein Team hat sich diese Saison automatisch qualifiziert, durch ihre hohe Platzierung aus der letzten Saison als Dritter in der Tabelle und Zweitbeste aus Schleswig-Holstein.

 

 

 

 

 

 

 

Wie ist es für Sie, so eine lange Strecke zu fahren, gerade neben der Schule?

 

Teilweise sind die langen Fahrten anstrengend, aber spätestens wenn ich mit meiner Mannschaft trainiere, weiß ich genau, wofür man das alles auf sich nimmt. Zudem habe ich eine Fahrgemeinschaft und wir machen zusammen Hausaufgaben, schlafen, essen und unterhalten uns natürlich, da gehen die 1 1/2 Stunden schneller vorbei als gedacht.

 

Ist es nicht manchmal sehr anstrengend, neben der Schule so weit zu fahren, schließlich sind es ca. 1 Stunde 30 Minuten Fahrt?

 

Die schwierigste und anstrengendste Zeit ist definitiv die Klausurenphase, dort muss man lernen sich perfekt zu organisieren, was manchmal zu einem Problem wird, aber trotzdem machbar ist. Lernzettel schreibe ich zum Beispiel direkt nach der Schule noch zuhause, wenn ich das noch schaffe, dabei esse ich und dann fahre ich meist schon los. Auf der Fahrt lerne ich dann erst, dann esse ich noch eine Banane, damit ich keine Krämpfe kriege und beim Training nicht zu großen Hunger habe, dann trainiere ich ganz normal zwei oder drei Stunden, danach gehen wir alle gemeinsam duschen und dann fahre ich wieder nach Hause. Auf der Rücktour essen wir am meisten und das ist dann mein/unser Abendbrot, dann schlafen wir meistens nochmal und wenn ich nach Hause komme, gehe ich auch direkt schlafen, weil es dann oft 22:30 oder schon 23:00 Uhr ist und ich mich dann auch ausruhen muss für den nächsten Schultag.

 

 

 

Wie sieht es mit Freizeit aus, haben Sie noch genug Zeit, um mal eine Pause zu machen und zum Beispiel Freunde zu treffen?

 

Also da ich dreimal in der Woche in Harrislee trainiere und einmal am Mittwoch Krafttraining und Athletiktraining zuhause habe, bleibt mir nur noch der Donnerstag und ein oder zwei Tage von meinem Wochenende, um mich mit meinen Freunden zu treffen. Dann muss man sich leider entscheiden, mit wem man sich trifft und was gerade am wichtigsten ist. Man kriegt das aber alles geregelt und meine Freunde haben auch sehr großes Verständnis, wenn ich dann mal nichts Ausgefallenes mit ihnen unternehme. Andererseits lernt man auch zu schätzen, wem man wichtig ist und wer einem wichtig ist.

 

Wie sieht es mit Verletzungen aus, gab es schon viele Vorfälle?

 

Ja leider ja, um alle aufzuzählen, würde es wirklich sehr lange dauern. Das liegt aber vor allem daran, dass ich eine angeborene Hyperelastik habe, das heißt, dass alle meine Bänder und Gelenke sehr weich, überdehnbar und nicht normal fest wie bei anderen sind. Aber beim Handball oder Training habe ich mich bisher erst wenig verletzt. Ich hatte zwar ab und zu Überlastungen von meinen Füßen, Knien und Schienbeinen, aber mittlerweile hat mein Körper sich an die Belastung gewöhnt und ich kann mit Stabilisierungsübungen gut dagegen angehen, die mache ich dann immer noch extra.

 

Wie sieht denn so ein typischer Tagesablauf aus?

 

Ich habe Montag, Dienstag und freitags in Harrislee Training. Dort habe ich immer zwei Stunden Handballtraining und auch positionsspezifisches Training, in meinem Fall Torwarttraining. Montags haben wir drei Stunden Training, weil dann unser Athletik, und Krafttrainer kommt. Mittwochs habe ich dann nochmal Athletik,und Krafttraining zuhause und mache zusätzlich so viel Stabi-Training, wie ich es hinkriege, das variiert allerdings.

 

 Zuletzt: Finden Sie aus persönlicher Erfahrung, dass so ein Leben für ein Mädchen in Ihrem Alter gesund ist oder glauben Sie, dass es irgendwie besser wäre, sowas in einem späteren Alter auszuführen?

 

Es ist eigentlich perfekt, da man keine unpassenden Arbeitszeiten hat, noch keinen Führerschein machen muss und man das schaffen kann, wenn man es möchte. Zudem gewöhnen sich Körper im höheren Alter schwerer an hohe Belastungen. Man verliert natürlich viel Zeit der Jugend, aber unsere Trainer und unser Verein stehen auch dafür, dass man noch ein Leben außerhalb von Handball hat.

 
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