Generation E-Sport ein Beruf oder doch Zeitvertreib ?

Jan Hinrichsen 10a Gymnasium Lütjenburg 20. November 2020
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Generation E-Sport - Wirklich ein Beruf oder doch nur ein Zeitvertreib?

 

 

 

 

Der 20-jährige Nico Baronowsky, wohnhaft in der Nähe von Osnabrück, ist ein angehender professioneller E-Sportler. Er ist dem 2019 neugegründeten E-Sport Team VALO beigetreten. In seinem aktuellen Spiel CSGO (Counter Strike Global Offensive) handelt es sich um ein Shooter-Spiel, bei dem es darum geht, eine Bombe zu platzieren oder die Terroristen daran zu hindern, dieses zu tun. Herr Baronowsky spielt das Spiel seit zwei Jahren und seit drei Monaten in der CSGO Liga. Außerdem ist er in dem Spiel Clash Royale sehr erfolgreich.

Herr Baronowsky, kann jeder E-Sportler werden oder braucht man bestimmte Qualifikationen?

An sich kann jeder E-Sportler werden, es kommt jedoch immer auf das jeweilige Spiel an. Manche erfordern Taktik, andere hingegen Kreativität und bei CSGO braucht man ein gutes Reaktionsvermögen.

Würden Sie sagen, dass man mit E-Sport seinen Lebensunterhalt bestreiten kann?

Auf jeden Fall kann man damit Geld verdienen, doch natürlich braucht es auch seine Zeit, um im E-Sport entdeckt zu werden. Der Hauptverdienst entsteht jedoch durch das Streamen auf Internetportalen, wie zum Beispiel YouTube oder Twitch.

Mit welchem Ihrer Spiele waren Sie bisher am erfolgreichsten?

Den größten Gewinn von 3000 € habe ich bisher mit meinem Sieg bei Clash Royale erzielt. Mit Counter Strike Global Offensive leider bisher nur 200 €, das liegt daran, dass meine CSGO Karriere noch sehr jung ist und ich bis jetzt auch nur ein offizielles Counter Strike Turnier gespielt habe.

Welchen Rat geben Sie den Jugendlichen, die E-Sportler werden wollen?

Sie sollten sich nicht darauf versteifen, hauptberuflich E-Sportler zu werden. Schließlich ist es kein klassischer Lehrberuf. Ich rate jedem die Schule zu beenden und ggf. eine Ausbildung zu machen, somit hat man immer etwas, auf das man zurückgreifen kann.

Welchen Schulabschluss haben Sie?

Ich mache gerade mein Abitur nach, davor habe ich meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erfolgreich abgeschlossen.

Wie standen Ihre Eltern zu Ihren Zukunftsplänen und wie haben sie auf den ersten Gewinn reagiert?

Meine Eltern haben sich riesig für mich gefreut, außerdem waren sie erstaunt, dass man so viel Geld mit dem "Rumtippen" auf der Tastatur verdienen kann. Doch natürlich hatten auch sie so ihre anfänglichen Zweifel, was meine Pläne betrifft.

Ich glaube aber, wenn man etwas wirklich schaffen möchte und selber an sich glaubt, dann schafft man es auch. Außerdem habe ich ihnen immer wieder vom Erfolg eines 16-jährigen Amerikaners erzählt, der über zwei Millionen Dollar bei der Fortnite Weltmeisterschaft gewonnen hat.

Würden Sie sagen, dass Ihre Branche durch Corona profitiert hat?

Der Beruf des E-Sportlers ist schon seit einigen Jahren immer mehr im Kommen, doch durch die Corona Beschränkungen und den Lockdown ist unsere Branche noch mehr gewachsen, was durch die gestiegenen Live-Zuschauer-Zahlen deutlich erkennbar ist.

Haben Sie Angst, dass der E-Sport jemals ausstirbt?

Nein, ganz im Gegenteil, er lebt jetzt erst richtig auf. Außerdem ist die jetzige Generation mit dem Internet und dem E-Sport aufgewachsen und somit glaube ich, dass die nachfolgenden Generationen den E-Sport eher erweitern werden.

Was möchten Sie zukünftig im E-Sport erreichen?

Ich möchte weitere Turniere spielen und Geld gewinnen. Außerdem möchte ich Sponsorings abschließen, um mein Equipment zu verbessern.

Erst kürzlich musste ich 2000€ in meinen PC investieren. Doch da es mein Arbeitsgerät ist, muss ich es stets aufrüsten.

Welche Hobbys haben Sie neben dem E-Sport?

Ich spiele als Ausgleich Schach und mache Kraft- und Ausdauersport, dieses übe ich jedoch nur zuhause aus, da ich auf dem Land wohne und die nächste Stadt 20 Kilometer entfernt ist. Außerdem habe ich einen Dackel, mit dem ich oft im Wald spazieren gehe, hierbei kann ich sehr gut abschalten und neue Kraft für meine nächsten Projekte sammeln.

Was sagen sie Zweiflern oder älteren Menschen, die dies nicht als Sport bzw. Job anerkennen?

Ich glaube, jeder sollte akzeptieren, dass E-Sport inzwischen ein Sport ist, es ist sehr intensiv und es regt unglaublich das Denkvermögen an. Das liegt daran, dass man von Sekunde zu Sekunde sehr schnell umdenken und reagieren muss. Für viele Menschen hat, Sport immer auch etwas mit körperlicher Aktivität zu tun, doch auch beim E-Sport kann man ins Schwitzen kommen. Zu dem anderen Punkt, man kann sehr viel Geld damit verdienen und wahrscheinlich auch mehr als der deutsche Normalverdiener. Menschen, die dies nicht akzeptieren, sollten sich informieren und dann nochmal ihre Meinung überdenken.

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Glück bei Ihren Turnieren.

Ich habe zu danken, Ciao

Interviewer: Jan Hinrichsen

Befragte Person: Nico Baronowsky

Telefonat geführt am 8.11.2020 um 18:30 Uhr

 
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