Kieler Woche Hoftheater – Eine Oase für Familien

Line Lippmann 13. November 2020
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„Das Hoftheater ist das, was dabei rauskommt, wenn man die ganze Welt in einem Zelt vereint. Es ist ein Ort zum fröhlich sein, zum traurig sein, zum albern sein und so weiter. Es ist einfach ein Ort, wo man sich wohl fühlen kann." So beschreibt Andreas Schauder das von ihm gegründete Kieler Woche Hoftheater, welches seit 2006 zu den beliebten Attraktionen der jährlichen Kieler Woche gehört.

Während die Kieler Woche vor 126 Jahren, am 23. Juni 1892, mit dem Start von 20 Yachten geboren wurde, existiert das Kieler Woche Hoftheater gerade mal seit 14 Jahren. Dennoch besuchen inzwischen im Schnitt jedes Jahr ungefähr 10.000 Besucher das Zelt der Figurenspieler und Musiker. Damit kann es sich noch lange nicht mit den großen, meist besuchten Veranstaltungen, wie beispielsweise die Konzerte auf dem Rathausplatz mit etwa 3000 Besuchern pro Konzert messen, aber die weißen Zelte mit den Puppentheaterstücken und Musikeinlagen in der Grüne des Hiroshima Parkes locken genug Kieler und Touristen, um bereits einen guten Ruf zu haben und all ihre Plätze zu füllen.

Normalerweise eröffnen die Zelte um 14 Uhr mit einem Wandelkonzert, bei dem in der Regel klassische Musik – oft von Kieler Künstlern – dargeboten wird. Zur gleichen Zeit eröffnen die kleinen Gastronomiestände, die durch ihr Angebot zusätzlich zum Verweilen einladen und zur Gemütlichkeit beitragen. Hier können die Zuschauer/innen oder wartende Erwachsene es sich bei Eis, Waffeln, Kuchen sowie warmen und kalten Getränken gutgehen lassen. Um 14:45 Uhr findet das erste Puppentheaterstück für kleine und große Interessierte statt. Dabei werden nicht nur Inszenierungen von Figurenspieler/innen aus Schleswig-Holstein präsentiert, auch Künstler/innen aus Städten wie Berlin, Hannover und Mannheim gastieren hier regelmäßig. 30 Minuten nach der ersten Aufführung bekommen/t der/die Künstler die Chance, sein/ihr Stück erneut vorzuführen. Die letzte Aufführung für die Kinder beginnt um 17:15 Uhr, bevor das Abendprogramm mit einem Stück für die älteren Besucher startet. Jedoch sind die, um den Dreh 60 Künstler, die jedes Jahr ihre Gäste unterhalten, nicht nur Puppenspieler, sondern auch Musiker. Vorzugsweise jene, die den, von Andreas Schauder liebevoll genannten, „kleinen Jazz" beherrschen. Diese bannen ihr Publikum in den Pausen zwischen den Theaterstücken und animieren die Gäste am Abend mit z.B. Tango oder Lindy Hop das Tanzbein zu schwingen. Sie sind bis gegen 23/24 Uhr die letzte Attraktion des Kieler Woche Hoftheaters, bevor dieses für die Nacht schließen muss.

Schauder erinnert sich heute noch an den Beginn des Kieler Woche Hoftheaters. Um das Jahr 2005 sprach er das erste Mal mit der Stadtverwaltung von Kiel darüber, zum Anlass der Kieler Woche ein Theaterprogramm und Musik-Konzept für die ganze Familie ins Leben zu rufen, um „den leiseren und feineren Tönen Platz zu geben". Schließlich fand dann im Juni 2006 das erste Kieler Woche Hoftheater statt. Damals waren die Zelte noch auf dem Parkplatz und der Verladerampe der Kieler Nachrichten stationiert und zogen anfangs nur wenige Besucher an. 2009 jedoch wurde das Hoftheater erstmals im Hiroshima Park aufgebaut und die Abendprogramme, sowie die beliebten Musikpausen wurden neu eingeführt und lockten automatisch mehr Menschen in ihre Zelte. Jedes Jahr bis 2019 hatte das Theater etwa 50 Stunden Programm, welches überwiegend aus Musik bestand, vorzuweisen, jedoch mussten die Menschen 2020 aufgrund der globalen Covid-19 Krise unter all den anderen Unterhaltungen der Kieler Woche auch auf die Live Aufführungen des Puppentheaters und der Musik verzichten. Allerdings gab es nach langem Überlegen, wie man die Programme trotzdem umsetzen könnte, im September diesen Jahres eine Online-Version der Original geplanten Unterhaltungen und Stücke.

 

 
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