“Kieler Woche” trotz Corona?

Jonas Widmann 8a, Ricarda-Huch-Schule Kiel 19. November 2020 1 Kommentar(e)
© Foto: kieler-Woche.de
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KIEL. Es ist kalt und windig. Steht man an der Kiellinie, kann man den freien Blick hinaus auf die Kieler Förde genießen. Nicht wie vor neun Wochen, als hier die „Kieler Woche" stattfand. Da sah man hier eine Segelbootfront, die sich über die Förde schob. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wird die „Kieler Woche" jährlich veranstaltet. Auch in diesem Jahr sollte sie wie gewohnt in der letzten vollen Juniwoche stattfinden, wurde aber durch die Corona-Pandemie auf den 5. bis 13. September verschoben.

Wie die „Kieler Woche 2020" trotzdem stattfinden konnte, erklärt der Referatsleiter der „Kieler Woche", Philipp Dornberger, in einem Interview genauer. Er berichtet, dass es eine verschobene Festwoche seit 1950 nicht mehr gegeben habe. Als er und seine Mitarbeiter im Januar angefangen hatten, auf die Veranstaltung hinzuarbeiten, hatten sie noch keine Ahnung, dass das Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie ganz anders wird als die vorherigen Jahre. Als klar wurde, wie sich das öffentliche Leben durch die Pandemie veränderte, mussten sie ihr Konzept überarbeiten.

„Die Absage ist immer die einfachste Option", so Dornberger. Doch das kam für ihn und sein Team nicht in Frage. Im April begannen sie mit den ersten Umstellungen. „Wir hatten keine Strukturen, auf die wir zurückgreifen konnten", erklärt Dornberger. Die neuen Schutzmaßnahmen machten den Mitarbeitern zu schaffen. Das Arbeiten unter Pandemiebedingungen, das ständige Abstandhalten und das Tragen der Maske waren schwer. Und nicht nur den Mitarbeitern des Referatsleiters, auch den Gästen der „Kieler Woche" machte es zu schaffen, mit Masken und Distanz zu feiern und dabei Spaß zu haben.

Um die Besucher der Festwoche  an den vorgegebenen Abstand und das Maskentragen zu erinnern, liefen auf den Veranstaltungsorten Hygienehelfer herum. Aber schon in den ersten Tagen wurde klar, wie gut sich die Kieler Bürger an die Regeln hielten. „Man hat gemerkt, dass die Menschen sehr vorsichtig waren", erläutert Philipp Dornberger. Es besuchten insgesamt um die 38.000 Gäste die „Kieler Woche". Normalerweise sind es zwar durchschnittlich drei Millionen Gäste, aber da in diesem Jahr durch die Pandemie alles anders gewesen ist als in den Jahren zuvor, können Dornberger und sein Team trotzdem glücklich sein. Der Verantwortliche berichtet:„Es waren viele tolle neue Ansätze dabei."Er bezieht sich dabei beispielsweise auf das Segelkino und die digitale Bühne. Digital haben außerdem insgesamt ca. 195.000 Menschen zugesehen. Trotzdem fehlte es an dem typischen „Kieler Woche"- Gefühl. „Ich finde, der Fluss durch die „Kieler Woche" hat total gefehlt", so Dornberger.

Wenn man während der Festfoche an der Förde stand und den Segelbooten bei ihrer Fahrt zusah, konnte man vielleicht die J70 Barandon der Kieler Yachtschule erkennen. Auf ihr segelte in diesem Jahr Vincenz Krauß mit. Er meint, für ihn habe es einen entscheidenden Unterschied zum sonstigen Segeln gegeben, nämlich der fehlende zwischenmenschliche Austausch. „Am schwersten war es (...) auch, sich von dem Austausch fernzuhalten, natürlich im Sinne der Corona-Maßnahmen", berichtet er. Die meisten Menschen sind froh gewesen, dass die „Kieler Woche 2020" doch stattfinden konnte, trotz Corona. „Wir wollen zeigen, dass auch Veranstaltungen in Corona-Zeiten gehen", so Philipp Dornberger. Nun fragen er und sein Team sich, wie die „Kieler Woche 2021" aussehen wird und ob sie wohl wieder etwas mehr zu einer gewohnten Festwoche werden kann.

 
1 Kommentar(e)
  1. Frederik
    24. November 2020

    Sehr gute Übergänge und sehr informativ!

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