Mein Körper- Deine Entscheidung

Jennifer und Hajra 12e RBZ Königsweg 17. November 2020
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Wir können über alles berichten. Über alles, was vor unseren Augen geschieht.
Jedoch verschließen wir bewusst unsere Augen vor Geschehnissen, die uns nicht betreffen. Wieso ist es den Menschen lieber, wegzuschauen und Dinge totzuschweigen, anstatt solche Themen offen anzupacken?

Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal von der sogenannten „Frauenverstümmlung" gehört. Frauenverstümmlungen werden überall auf der Welt mehr oder weniger illegal durchgeführt.
In Deutschland wurde dieses Thema erst dann relevant, als hier auch Fälle bekannt wurden.

Trotz der immer weiter steigenden Zahlen der Mädchen, die Opfer der Tradition sind, ist diese Tradition dennoch vielen unbekannt.
Es gibt mehrere Formen der Genitalverstümmelung.
Bei der extremsten Form wird bei Frauen in jeder Altersgruppe (meist Kinder) die gesamte Klitoris und die großen und kleinen Schamlippen entfernt.
Dies wird von alten Frauen oder Geburtshelferinnen durchgeführt.
Dabei werden spitze Gegenstände, wie z.B. Rasierklingen, Scheren oder Glasscherben verwendet. Es werden keinerlei Betäubungsmittel eingesetzt und die spitzen Gegenstände werden nicht desinfiziert. Dadurch kommt es zu Entzündungen, Infektionen, starken Blutungen, Schmerzen, Geburtshindernisse, schweren psychischen Folgen und oft hat der Eingriff den Tod zur Folge.
Nach der Entfernung der Genitalien werden die noch vorhandenen Seiten mithilfe von Dornen zusammengenäht.
Eine kleine Öffnung dient zur Absonderung des Urins und der Menstruation.
Die Genitalverstümmlung soll die sexuellen Gelüste unterdrücken.
Vor dem Geschlechtsverkehr schneidet der Ehemann die Nähte erst auf und näht sie nach dem Geschlechtsverkehr wieder zu. Dies ist ein ewiger Kreislauf.
Die Tradition wird von Mutter zu Tochter weitergegeben und von wenigen hinterfragt.
Frauen und Mädchen, die diesen Brauch ablehnen, bekommen den Hass der Gesellschaft zu spüren, da sie ohne Beschneidung als „unrein" gelten und einige werden mit Gewalt zu diesem Eingriff gezwungen.

Ich finde es abartig, dass jungen Mädchen die Entscheidung über ihren Körper von den eigenen Eltern genommen wird und dass ihnen vorgemacht wird, sie seien erst dann „sauber", wenn sie beschnitten sind. Denn das ist in meinen Augen einfach nicht die Wahrheit und sollte für niemanden die Wahrheit sein.
Die Reinheit einer Frau findet man in ihrem Herzen und nicht in ihren Genitalien oder ihren sexuellen Gelüsten.
Außerdem es ist abscheulich, dass es immer Menschen geben wird, die sich das Recht herausnehmen, zu entscheiden, wie eine Frau zu sein hat bzw. wie ihr Körper zu sein hat.

Diese grausame Tradition ist von Menschen erschaffen worden, nicht von Gott oder irgendeiner Religion. Schade, dass diese Taten dennoch mit solch einer Begründung gerechtfertigt werden.

 

 

 
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