Meisterschule für Schnüffler

Janne Matti Hafke Klasse 8b Dahlmannschule 18. November 2020
© Janne Matti Hafke© Janne Matti Hafke
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Meisterschule für Schnüffler
Ein Tag bei der Jagdhunde-Ausbildung
Für einen Ferientag ist es noch deutlich zu früh, als ich am Morgen in meine Gummistiefel steige. Im Auto, vollgepackt mit Utensilien für die Ausbildung, geht es in den Wald. Nach wenigen Minuten treffen dort nach und nach die vier Hunde samt Hundeführern ein. Da ist der selbstbewusste Dackel Hannes, der auch jagen geht, wenn er es gar nicht soll und dann stundenlang unerlaubt wegbleibt. Als nächstes trifft der Border-Terrier Charlie ein, der genauso gelassen und gemütlich wie sein Herrchen zu sein scheint. Der dritte Hund ist ein kleiner Münsterländer, der noch große Probleme mit dem Schießen und dem Wasser hat. Als letztes trifft die Bracke Lara ein, welche ganz besonders selbstständig ist.
Die Ausbildungsgruppen werden immer so eingeteilt, dass an verschiedenen Schwerpunkten gearbeitet werden kann. Diese Schwerpunkte sind Gehorsam, Schussfestigkeit, Bringen von Haarwild, Wasserarbeit, Schweiß und Stöbern. „Dabei ist nicht jeder Hund für alles gleich gut geeignet", erklärt der Hundeausbilder. Der Dackel Hannes und der Border-Terrier Charlie sind Erd- und Apportierhunde, die Bracke Lara gehört dagegen zu den Schweiß-, Stöber- und jagenden Hunden. Die Deutsch-Drahthaar-Hündin des Ausbilders gehört zu den Vorsteh- oder Gebrauchshunden.
Wir starten mit der Abfrage des Grundgehorsams. Jeder Hund muss dem „Down"-Kommando folgen können. Der Gehorsam ist eines der wichtigsten Dinge bei der Jagd für den Hund. Alle Kommandos scheinen zu sitzen. Nun wird präsentiert, was man seit der letzten Übungseinheit mit seinem Hund trainiert hat. Am heutigen Tag kümmert sich der Trainer intensiv um die Bracke Lara. Sie ist es als jagender Hund gewöhnt, eigene Entscheidungen zu treffen. Leider zeigt sich heute wieder, warum das auch problematisch sein kann. Während einer Übungsphase entscheidet die Hündin, einem plötzlich auftauchenden Hasen zu folgen. Schon nach kurzer Zeit ist von ihr nichts mehr zu sehen und zu hören und auch das Down- Signal des Hundeführers kann die Bracke nicht stoppen. Glücklicherweise trägt sie ein GPS-Ortungsgerät um den Hals. „Erfahrungswerte", meint der Ausbilder dazu. Wir machen uns mit Hilfe des Signals auf die Suche nach Lara. Wenig später nähern wir uns dem Punkt, an dem der Hund sich laut GPS befinden soll. Ratlosigkeit macht sich breit, als wir feststellen, dass an dem besagten Punkt kein Hund zu sehen ist, sondern unser Auto steht. Als wir dann genauer hinsehen, erkennen wir, dass es sich die Bracke auf dem Fahrersitz des Wagens bequem gemacht hat, dessen Tür wir wohl versehentlich offen gelassen hatten. Aufgrund des ungeplanten Ausflugs fällt die Trainingseinheit heute deutlich länger aus als gedacht. Nach einer kurzen Verabschiedung von der Ausbildungsgruppe geht es für mich nach Hause. Diese Woche haben zwei der Hunde, die ich heute kennen gelernt habe, nach fast drei Jahren ihre Meisterprüfung. Erst dann dürfen sie laut Tierschutzgesetz als Jagdhunde geführt werden. Ich bin gespannt, ob Lara die Prüfung besteht.

 
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