Acht Tote beim Astroworld-Festival

Ryan Antoni Butt und Sophie Voigt 8d KKS 13. November 2021
Golden Skulpture von Scott, führt zum Eingang vom Astrowrld Festival © Alexander Londoño Travis Scott auf der Bühne vom Astroworld Festival 2021 © Joel Muniz

Wie konnte es zu der tödlichen Katastrophe beim »Astroworld«-Festival in Houston-Texas kommen?

Das vergangende Wochenende hätte ein weiterer Triumph in der Karriere des US-amerikanischen Rapper Travis Scott werden können, doch es wurde ein Tiefpunkt.

Bei seinem Auftritt als Hauptdarsteller des von ihm selbst geschaffenen »Astroworld«-Festivals in Houston, Texas kamen am Abend des 5. Novembers acht Menschen ums Leben, darunter auch ein 14-jähriger Junge. Hunderte wurden bei einer Massenpanik verletzt. Es ist ein tragisches Ereignis in der Karrire des Rappers.

Die Frage, warum das Unglück passierte, wird eine erneute Diskussion über die Sicherheit von Großevents auslösen, genau wie 2010 nach dem Tod von 21 Menschen in Duisburg bei der Loveparade. Einfache Antworten wird es nicht geben. Fest steht aber, dass sein Team und Travis Scott selber mit ihren auf Eskalation ausgelegten Shows schon lange und wahrscheinlich auch bewusst an der Ecke des Risikos balancierten. Schon mehrfach kam es zu Zwischenfällen.

Gefährlich ist es oft bei Auftritten von Jacques Berman Webster II alias Travis Scott, seitdem er vor rund vier Jahren seinen Durchbruch erlebte. Doch mittlerweile gehört er zu den erfolgreichsten und populärsten Rappern der USA. Seine Alben und Songs landen öfters auf den höheren Plätzen der Charts, das Album »Astroworld« gehört mit über fünf Milliarden Aufrufen zur meist gestreamten Musik auf Spotify.

Schon mehrfach kam es zu so solchen Zwischenfällen, aber die Fans sind von seinen Live-Konzerten begeistert, bei denen der 30-Jährige eine enge Bindung zum Publikum aufbaut und gerne auch mal wieder von der Bühne in die Menge springt. Öfters stiftet er die Menge an, sich an Security-Kräften vorbei zu drängeln. »Raging« nennt Scott das, man kann es mit "toben "oder "rumzappeln" übersetzen.

Sogar noch am Freitag, am gleichen Tag des Unglücks, hatte Scott zwei neue Songs veröffentlicht, sie sollten die Basis für das Konzert bilden , doch ausgerechnet einer von ihnen hieß: "The Escape Plan" (Der Fluchtplan).

Bereits 2015 wurde der Künstler angeklagt, da er seine Fans dazu ermutigte, beim Lollapalaooza-Festival in Chicago, die Security Leute zu ignorieren und die Bühne zu stürmen. 2017 versuchte er, einen Fan dazu zu bringen, dass er von einer mehrstöckigen Balustrade springt.

Im selben Konzert erlitt ein Fan teilweise Lähmungen, nachdem er von einem Balkon gedrängt wurde. Im selben Jahr wurde Scott abermals verhaftet, weil er erneut einen Fan dazu ermutigte, auf die Bühne zu stürmen. Ebenso wie 2015 wurde er schuldig gesprochen. Travis wollte als Jugendlicher Profi-Wrestler werden, seine Plattenfirma Cactus Jack benannte er nach einem seiner Idole, dem WWE-Champion Mick Foley.

Meinung von Travis Scott und Kylie Jenner zu der Tragödie: Die beiden posteten auf Instagram ,dass sie in ihren Gedanken heute Abend bei der Astroworld-Festival-Familie und vor allem bei denen, die wir verloren haben, und deren Angehörigen seien. Ihnen tue es schrecklich leid, was passiert ist, aber sie betonten auch stark, dass sie nichts davon vorher wussten. Kylie Jenner, seine Frau, teilte auf Instagram mit, dass ,,Travis und sie am Boden zerstört sind. Meine Gebete und Gedanken sind bei allen, die ihr Leben verloren haben, verletzt wurden oder von den Vorfällen irgendwie betroffenen sind." Im Großen und Ganzen zeigen sie viel Mitgefühl. So gut es eben geht. Travis teilt unter anderem auch auf seinem Instagram-Kanal mit, er bete für die Menschen, die gestern Abend (5.11.2021) gestorben sind. Er arbeite gerade daran , die Familien ausfindig zu machen, damit werr ihnen in den schweren Zeiten beistehen könne. Auch er wünsche den Betroffenen alles Gute. Ihre Videos von dem Konzertabend haben sie auf Social Media gelöscht.

Es wirkt, als würde der Star seine Fans verschlingen. Bei seinen Festivals muss man meistens durch eine riesige goldene Skulptur von Travis Scotts Kopf gehen. Es solle wohl so wirken, als würde der Rapper die Fans verschlucken. So schildert er es in der Netflix-Doku »Look Mom I Can Fly« über Scotts Karriere.

 

Foto: Joel Muniz

Das Astroworld-Festival, zu dem dieses Jahr rund 50.000 Besucher kamen , erfand er 2018. Das Gelände liegt nicht weit von einem geschlossenen und abgerissenen Vergnügungspark in Houston entfernt. Scott war früher als Kind oft dort und hat eine prägende Zeit an diesem Ort verbracht. Eine Achterbahn, in der das Publikum fahren kann, war früher Bestandteil seiner Tour. Für seine Taten in Houston bekam er 2019 vom Bürgermeister einen Schlüssel für seine Heimatstadt überreicht. Houston wollte früher sogar einen Vergnügungspark, inspiriert durch Travis Scott, erbauen.

Doch auch wenn solche Katastrophen sehr selten vorkommen und die Sicherheit bei Konzerten steigt , wird das Astroworld-Ereignis ein tragisches Desaster bleiben.

 
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