Ökologische oder Konventionelle Landwirtschaft

Carolina Först 16. November 2021 1 Kommentar(e)
© Carolina Först © Carolina Först © Carolina Först
Du möchtest diesen Beitrag bewerten? Dann kannst du hier bis zu drei Sterne vergeben.

Was ist am besten für uns und die Umwelt?

Die Agrarwirtschaft nimmt durch die wachsende Weltbevölkerung an Bedeutung zu. Viele Menschen streiten sich um dieses Thema, welches ist besser? Ökologische oder konventionelle Landwirtschaft? Was kann man unter ökologischer und konventioneller LW verstehen? Ökologisch oder auch biologisch ist eine Landwirtschaftsform, in der Pflanzenbau und Tierhaltung fest miteinander verbunden ist. Es dürfen weder Gentechnik noch chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel oder leicht lösliche mineralische Düngemittel eingesetzt werden, dafür aber der Anbau wenig anfälliger Sorten gegenüber Unkraut und anderen Schädlingen, verwendet werden. Öko-Landwirtinnen und Landwirte halten ihre Tiere meistens auf Gras- Flächen und das Bio-Futter muss auf dem eigenen Hof angebaut werden oder aus der Region kommen. Diese Angaben werden von der EU-Ökoverordnung, Demeter und noch weitere angefordert.

Bei der konventionellen Landwirtschaft ist es etwas anders. Konventionelle Landwirtschaft ist die aus der traditionellen Landwirtschaft entstandene herkömmliche landwirtschaftliche Betriebsform. Es ist ein offenes System, das externe Betriebsmittel wie Dünger, Pflanzenschutzmittel und Kraftfutter einsetzt. Außerdem ist beim Vieh eine reine Stallhaltung und einen deutlich höheren und dichteren Viehbesatz erlaubt. Dies heißt, dass mehrere Kühe auf einen Haufen leben dürfen.

Es gibt in beiden Landwirtschaftsformen Vor- sowie und Nachteile, diese möchte ich im Folgenden vorstellen.

Öko-Betrieben achten auf den Klimaschutz und eine intakte Umwelt. Mehr Menschen arbeiten auf den Öko-Bauernhöfen Außerdem sind mehr Arbeitsplätze möglich und der Verbraucher bekommt qualitativere Produkte. Die Tiere werden artgerechter gehalten und es ist völlig genetik-frei.

Natürlich kommen mit vielen Vorteilen auch Nachteile. Einige der Nachteile sind, dass die Fleisch-Produkte des Betriebes sehr teuer und dazu nicht lange haltbar sind. Die Produkte sind anfälliger für Krankheitskeimen und nicht jede Möhre ist gerade gewachsen und entspricht den Supermarkt-Normen und zudem ist die Qualität fragwürdig. Die Ware, die bei den Supermärkten ankommt, ist die, die schon auf den Bauernhöfen aussortiert wurde. Die andere Ware, die nicht am Supermarkt ankommt, wird von den Bauern meistens verfüttert oder im eigenen Hof-Landen verkauft. Ökologische Höfe beanspruchen zu dem viel mehr Platz und haben auch viel strengere Auflagen.

Die Vorteile der Konventionellen Landwirtschaft sind, dass man ausreichend Lebensmittel für einen guten Preis bekommt und sie viel länger haltbarer sind. Bevor Tiere auf dem Hof erkranken, ist im Gegensatz zu den Öko-Betrieben, die vorbeugende medizinische Tierbehandlung (Impfungen mit z.B. Antibiotika) erlaubt.

Einige der Nachteile der Landwirtschaftsform ist, dass der Ackerboden an Fruchtbarkeit verliert, weswegen die Bauern jährlich Kalk streuen müssen. Der Boden muss einen bestimmten PH-Wert haben, da die Säuren der Pflanzen diesen Wert herunterdrücken. Um diesen Wert wieder zu erreichen, muss Kalk gestreut werden, dass aber nur auf bestimmten Flächen, wo der Wert zu niedrig ist. Tiere werden oftmals nur im Stall gehalten.

Bei dem Thema Tierhaltung gehen die Meinungen ziemlich auseinander. Viele meinen, dass die konventionelle Tierhaltung `Massen-Tierhaltung` ist und bei der Bio-Tierhaltung `freie Tierhaltung` vorherrscht. Bei der Bio-Tierhaltung ist diese Vorstellung richtig, aber nicht bei der konventionellen Tierhaltung. Viele Bauern haben leider zu wenig Geld, um ihre Stellen zu erweitern oder neue Scheunen zu bauen. Dadurch dass die andere Landwirtschaft mehr durch staatliche Subventionen unterstützt wird als sie, gehen einige Betrieb ein und müssen alles verkaufen, um ihre Familie noch über Wasser zu halten. Es wird zwar von der EU gesprochen, dass die Landwirte eine “große“ Summe als Förderung bekommen, aber da es zur Zeit noch relativ viele Bauern gibt, kommt letztendlich nur eine kleine Summe an Geld an. Wenn so etwas immer weiter passiert, wird der Markt zusammen brechen, da die Preise viel zu überteuert werden und es viel zu wenige Lebensmittel geben würde. Durch diesen Druck, hat eine Schweizer Studie herausbekommen, dass rund 12 % der Landwirte Burnout-gefährdet sind. Eine französische Untersuchung kam auf 20 % mehr Selbstmorde von Landwirten als im Durchschnitt. Und eine finnische Studie soll belegen, dass knapp die Hälfte aller Burnout-Patienten des Landes in der Landwirtschaft arbeitet.

Bei dem Ackerbestand ist es teilweise etwas anders. Die ökologischen Flächen haben sehr strenge Auflagen und Gesetze. Sie dürfen unter anderem keinen Mist und Gülle auf ihre Felder fahren. Im Gegensatz zu den konventionellen Landwirten ist es in bestimmen Zeiträumen erlaubt. Andere Kalkarten, außer Calciumcarbonat, leichtlösliches Dünger und Spritzmittel, sind den Bio-Betrieben Verboten, den konventionellen Betrieben aber nicht.

Bei Ökologischer Landwirtschaft wird man immer als “gute Landwirtschaft“ abgestempelt und bei konventioneller als “schlechte“. Viele sind der Meinung, dass die originale Betriebsform Umwelt schädlich ist und sie nicht mehr unterstützt werden sollte. Sie sehen nur, was vor den Kulissen passiert aber nicht hinter ihnen. Ein Betrieb zu führen, kann große Arbeit sein, die wir nicht mal sehen. Wenn die Milch oder die Butter teurer wird, bekommen nur die Firmen mehr Geld aber nicht die Bauern. Sie arbeiten von morgens um 5 Uhr bis in die Nacht rein und alles was wir sehen, ist, dass sie mal wieder Gülle oder Spritzen fahren. Sie machen dies nur, um eine bessere Ernte und somit auch mehr Geld zu bekommen. Mit mehr Geld könnten sie Arbeiter einstellen aber egal ob man sie gut behandelt und/oder bezahlt, werden sie meistens nach einer Woche gehen, weil entweder ihnen die Arbeit zu anstrengend ist oder sie dachten das sie nur Trecker fahren müssen.

Nicht alle konventionelle Tierhalter haben Massentierhaltung. Sie sehen nur was sie sehen wollen. Vielen Bauern wird unterstellt, dass sie Massentierhaltung machen und sie schlechte Leute sind. Die Leute die sich beschweren sind dann die, die ihren Hund den ganzen Tag im Haus lassen wärend sie auf der Arbeit sind. Dann, wenn sie nachhause kommen, eine halbe Stunde, mit dem Hund Gassi gehen und wieder zurück gehen, da Frauchen kalt wird und sie zuhause extra schon die Heizung angemacht hat und natürlich auch Fenster auf weil es sonst stickig wird. Und dann redet man von gerechter Tierhaltung.

Die Versorgung der Bevölkerung mit genügend agrarischen Produkten ist eine der wichtigsten Aufgaben des Bauers. Um so etwas zu erfüllen kann nicht immer auf Umwelt und Klima geachtet werden. Ein Trecker verbraucht am Tag um die 200 Liter, wenn sie auf dem Feld arbeiten. So etwas ist sehr Umwelt belastend aber es hilft den Bauern sehr. Wenn man die ganze Arbeit per Fuß machen würde, dann bräuchte man viel zu viel Zeit und man würde nicht mit anderen Arbeit hinterher kommen. Diese Entwicklung der Industrie mag zwar Klima lastig sein aber es hilft vielen Leuten aus.

Man sollte nicht die Schuld zu den Bauern schieben und sie sind auch nicht für alles verantwortlich. Sie versuchen nur ihr Beruf auszuüben. Es sind alles nur Menschen und keiner ist besser oder schlimmer als der andere. Jeder anderer würde mit zu vielen Druck zusammenbrechen. Unsere Bauern sind sehr stark und schaffen dies jeden Tag standzuhalten. Man sollte ihnen loben anstatt ihnen anzupöbeln.

 
1 Kommentar(e)
  1. Robina
    25. November 2021

    Ein sehr schöner und ausgibiger Artikel. Alles in diesem Artikel kann ich nachziehen. Sehr gut das du auch Sachen hinter den Kulissen geschrieben hast.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert