Arbeiten im Disneyland - Märchen oder Albtraum?

Paula Steif, 8d, Khäte-Kollwitz-Schule Kiel 13. November 2021
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Ist die Arbeit im Vergnügungspark wirklich ein Vergnügen?

Quelle: Yvonne Thomsen
Reporterin: Paula Steif

Kiel. An einem kalten Samstagnachmittag sitzt Yvonne T. im Wohnzimmer. Sie erinnert sich gern an alte Zeiten. Als sie zum Beispiel noch in einem der bekanntesten Freizeitparks der Welt arbeitete. Sicherlich haben auch Sie schonmal vom in der Nähe von Paris liegendem Disneyland gehört: ein Freizeitpark, der auf den Serien und Filmen, die Walt Disney geschaffen oder auf seinem TV-Kanal ausgestrahlt hat, basiert. Besucht man den Park, so sieht man lachende Kinder, glückliche Paare und abenteuerlustige Teenager. Außerdem laufen die Disney-Helden wie Mickey-Maus oder Daisy Duck durch den Park und machen jederzeit gerne Fotos mit den Gästen des Parks. Für einige nur ein Freizeitpark, für andere ein Ort wahrer Magie. Mit seinen 52 Attrraktionen, 72 Restaurants, 6 Hotels, 63 Geschäften, 30 Unterhaltungsmöglichkeiten, sechs Events, neun Spas und Fitnesscentern und 17 Möglichkeiten für Sport und Erholung ist der Park riesig. Ein Traum von einem Freizeitpark, aber mit 89€ für Erwachene und 82€ für Kinder von 3-11 Jahren täglich ein teurer Traum. Jährlich finden unfassbar viele Verlobungen dort statt. Die Achterbahnen im Park geben den Besucherinnen und Besuchern den benötigten Adrenalinschub. Ob Loopingfahrt oder Wasserbahn - alles ist dabei.

„Es war eigentlich ein sehr angenehmes Arbeiten, in einem jungen internationalen Team. Es war auch spannend, jeden Tag mit anderen Gästen zu tun zu haben", so beschreibt Yvonne ihre Arbeitszeit.

Hätten sie ein paar Jahre vorher vermutet, dass sie mal dort arbeiten werden?
Nein,überhaut nicht.

Hatten Sie auch mal ganz besondere Gäste?
Ich hatte zwei besondere Erlebnisse. Ich habe einmal eine taubstumme Familie eingecheckt, die von meinen Lippen abgelesen hat. Ein anderes Mal kam eine Familie aus Flandern und sie sprechen dort Flämisch. Das konnte ich überhaupt nicht verstehen und sie sprachen kaum Französich, Englisch oder Niederländisch. Das war ein bisschen wie Einchecken mit Händen und Füßen.

Würden sie in ihrer heutigen Form den Job nochmal annehmen?
Ja ,das würde ich. Er hat mir damals sehr viel Spaß gemacht und deswegen würde ich ihn auch heute wieder machen.

Haben Sie und wenn ja wie oft auch außerhalb ihres jobs den Park besucht?
Sehr oft. Ich bin oft direkt nach der Arbeit in den Park gegangen, bin zwei- bis dreimal Space Mountain gefahren und dann in die Bahn nach Hause gestiegen.

Braucht man irgendwelche Voraussetzungen, um dort zu arbeiten?
Ja, eine wichtige Voraussetzung ist, dass man sowohl die englische als auch die französische Sprache beherrscht, aber alles weitere wird einem dann in einem 14 tägigen Lehrgang vor Ort vermittelt.

Ist es ein anstrengender Job?
Zum Teil, wenn es sehr viele Anreisende gab und die Gäste beim Check-In warteten und man schnell alles abarbeiten musste, war es schon anstrengend.

Wie sind sie zu dem Job gekommen?
Ich wollte gerne wieder nach Paris, um dort zu leben, und habe bei der Zentralstelle für Arbeitvermittlung in Frankfurt die Auswahl gehabt zwischen der Arbeit in einer Kindertagestsätte und dem Arbeiten im Disneyland. Da habe ich mich fürs Disneyland entschieden.

War es schwierig, den Job zu bekommen?
Nein, ich habe eine Bewerbung geschrieben und wurde zu einem Bewerbungsgespräch in Hamburg eingeladen. Dieses Gespräch haben wir auf Englisch und Französisch geführt und auf der Basis dieses Gesprächs hat Disneyland mir ein Arbeitsangebot gemacht. Man kann sich allerdings nicht auf eine bestimmmte Stelle bewerben.

Was war ihre Lieblingsattraktion dort?
Space Mountain, denn ich liebe Loopingbahnen, und das Ganze dazu im Dunkeln? Genial!

Wieviel verdient man? Könnte man davon eine Familie ernähren?
Nein, es hat für mich als Einzelperson ausgereicht. Ich habe damals 6407 Französische Franc brutto verdient. Das war aber noch zu Zeiten der D-Mark.

Hatten/haben sie Vorteile durch ihre Arbeit dort?
Nein, heute habe ich keine Vorteile mehr durch meine Tätigkeit. Damals gab es die schon. Heute kann ich aber als Reiseverkehrskauffrau günstiger an Tickets kommen.

Waren ihre Kolleginnen und Kollegen nett?
Ja, alle. Ich glaube, es gab wirklich niemanden, den ich so gar nicht mochte.

Wie waren Ihre Arbeitszeiten?
Ich habe meistens um 7 Uhr angefangen und bis 15 Uhr gearbeitet. Die Arbeitstage konnten Montag bis Sonntag sein, aber in der Regel hatte man 2 Tage die Woche frei. Sehr selten habe ich auch an den Nachmittagen, also bis 22 uhr gearbeitet.

Vermissen Sie ihren Job dort?
Schwierige Frage. Ich vermisse es, in Paris zu leben oder zu arbeiten, aber ich habe eben auch danach noch andere Jobs gehabt, die mir ebenfalls viel Spaß gemacht haben.

Wie lange war ihr Weg zur Arbeit?

1,5 Stunden. Allerdings wollte ich in der Stadt wohnen und man fährt mit der ROR etwa 1,5 Stunden bis zum Park.

Würden Sie den Park heute noch besuchen oder wäre er für Sie langweilig?

Nein, ich würde es machen, denn es macht immer wieder Spaß.

Wo haben sie genau gearbeitet?
An der Rezeption des Hotels „Cheyenne."

Was hat am meistens Spaß gemacht?
Am meisten Spaß hat mir die Arbeit am 5. November 1996 gemacht. Ich erinnere mich ganz genau daran, denn da wird in England das Bonfire gefeiert. Wir hatten ein spezielles Event im Park und Unmengen an Reisebussen, in denen Engländer angereist sind. Um das Ganze koordinieren zu können, sind damals Maike und ich schon an der Zufahrt zum Parkplatz in die Busse eingestiegen und haben den Gästen erklärt, wie der Check-In ablaufen wird und  sie sind dann mit dem Bus zum Hotel gefahren. Wir hatten mehrere hundert Personen nur für unser Hotel und das war nur eins von sechs im ganzen Park.

Was war ihre schönste Erinnerung?
Es hat mich sehr gefreut, als die taubstumme Familie ein Dankesschreiben geschickt hat, sie haben mich gelobt, dass hat mich sehr gefreut.

Offensichtlich sind nicht nur wir, sondern auch Yvonne vom Disneyland begeistert. Also ist die Arbeit dort im Fazit definitv ein Märchen und kein Albtraum. Es gibt sicherlich auch Nachteile am Job, aber so, wie Yvonne es beschreibt, übrwiegen die positiven Aspekte. Vielleicht verleitet es auch Sie eines Tages dazu, die Wunderwelt von Mickey Maus & Co. zu besuchen , wer weiß....

 
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