Das Auslaufmodell der Jugend?

Jule Jensen und Philippa Färber, Klasse 8b, KKS 18. November 2021
Jule Jensen und Philippa Färber beim Online-Interview mit Hannah-Martha Wadephul © Hannah-Martha Wadephul © Google Internet
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2017 noch so beliebt, auf dem 1. Platz, voller Selbstbewusstsein und mit genügend Abstand zur Konkurrenz. Nix da, mit einem Schlag auf Platz 5 gerutscht. Autsch. So erging es der CDU bei den diesjährigen Juniorwahlen. Schadet die CDU der Zukunft wirklich so sehr? Gibt es Streit in der CDU? Warum sind die Grünen bei den Jugendlichen so beliebt? Und sollte es ein Wahlrecht ab 16 Jahren geben?

Dazu haben wir mehrere Jugendliche und die 26-jährige Hannah-Martha Wadephul, Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union, befragt.

Schon seit Jahren wird diskutiert, ob es ein Wahlrecht ab 16 Jahren geben sollte. Spätestens seit den Ergebnissen der diesjährigen Juniorwahlen anlässslich der Bundestagswahl hat das Thema wohl jeder auf dem Schirm. Die Wahl zeigte eindeutig, dass es große Unterschiede zwischen jugendlichen und erwachsenen Wählern gibt und dass Jugendliche sehr wohl eine eigene Meinung haben: So verlor die CDU 2021 bei den Juniorwahlen 13,5 % ihrer Gesamtstimmen und ist damit nur noch auf Platz 5, hinter den Grünen, SPD, FDP und den Sonstigen. Die Frage, die das aufwirft: Was ist in den letzten vier Jahren in der CDU passiert? Aber vor allem: Warum gibt es so große Unterschiede zwischen jugendlichen und erwachsenen Wählern?

Dass sie sich dies selbst zuzuschreiben haben, stellt Hannah-Martha Wadephul nicht in Frage. Sie meint, dass ihre Partei nicht zusammengehalten hat. "Es gab viel Streit um unseren Kanzlerkandidaten, so dass wir zwiegespalten waren und uns mehr auf uns selbst konzentriert haben als auf die Themen und Vorstellungen unserer Partei."

Dies spiegelt sich auch in Debatten und dem Wahlprogramm wider: Während Parteien wie die Grünen konkrete Ziele, wie die Aussetzung der Kohlekraftwerke bis 2030, präsentieren, steuert die CDU nur Gegenargumente bei anstatt selbst eine Vision einer besseren Zukunft vorzuführen.

Dies ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum die Grünen besser ankommen: Die Jugend wählt für die Zukunft.

Nicht nur das spricht die jungen Menschen an, so befürworten sie insbesondere die Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Was Jugendliche sonst noch an der Partei schätzen, haben wir Schülerinnen und Schüler unserer Klasse befragt. Die Antworten waren allerdings zum Teil überraschend. So sagten die Jugendlichen, die die Grünen vertreten: "Was? Die vertreten noch etwas anderes?" Am häufigsten hörte man allerdings ein einfaches "Ich weiß es nicht."

Insofern fragt man sich, ob es ein Wahlrecht ab 16 geben sollte. Die Meinungen sind gespalten. Eine Straßenumfrage hat ergeben, dass die meisten ein Wahlrecht selbst ab 18 zu früh finden. "Mit 18 ist  man ja quasi noch ein Kind und viel zu unerfahren, um so eine Entscheidung treffen zu können."

Die meisten Befragten befürworten ein Wahlrecht bei Bundestagswahlen ab 21 Jahren. 

Doch hat die Jugend denn gar nichts mitzureden? Schließlich leben wir doch in einem freien Land, in dem jeder seine eigene Meinung haben darf!

Außerdem ist es ja eindeutig, dass es große Unterschiede im jugendlichen und erwachsenen Bereich gibt, so sind "die Großen" eher Vertreter der SPD / CDU und die Teenager stehen größtenteils hinter den Grünen. Was ja aber auch heißt, dass sie versuchen, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht einfach die ihrer Eltern zu übernehmen.

Dennoch kamen wir zu dem Schluss, dass manche jungen Menschen nicht die nötige Disziplin und Reife mit sich bringen, um sich selbst eine gut durchdachte Meinung zu bilden.

Doch ist dies bei den Erwachsenen eigentlich anders?

Ein sehr umstrittenes Thema, das für jede Zukunft von Bedeutung und Interesse ist. Wir werden sehen, ob die Jugendlichen auf dem richtigen Gleis fahren oder ob das "Auslaufmodell" doch noch am rollen ist ... Wir sind gespannt!

 
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