Flüssigkeitsatmung - wird Science-Fiction Realität?

Kim Jolie Jüttner, 8c (Max-Planck-Schule Kiel) 16. November 2021
Flüssigkeitsatmung würde das Tauchen revolutionieren. © https://pixabay.com/de/photos/tauchen-baden-meer-ozean-wasser-79606/
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Mit dem Film „The Abyss" wurde 1989 die Flüssigkeitsatmung dem Publikum erstmalig bekannt gemacht. Seitdem ist in der Forschung viel passiert: Erste Experimente an Mäusen zeigten, dass Flüssigkeitsatmung tatsächlich möglich ist. Hierzu gibt Frau Dr. Katrin Bauer Einblick. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technischen Universität Freiberg: „Bei der sogenannten Flüssigkeitsatmung befindet sich in der Lunge keine Luft, sondern eine Flüssigkeit. So können sehr hohe Mengen an Sauerstoff transportiert werden, während der Druck auf die Lunge gering ist." Für den Tauchsport wäre die Flüssigkeitsatmung eine Revolution.
Wie in „The Abyss" zu atmen, würde es ermöglichen, mit ruhigem Atem und keiner Lungenverringerung tiefer zu tauchen als 40 Meter, was aktuell das Maximum mit luftgefüllter Lunge und herkömmlichem Atmen ist. Die Flüssigkeit in der Lunge könne Dr. Bauers Ansicht nach dem äußeren Wasserdruck standhalten und eine Lungenquetschung verhindern. Schlussendlich sei die Flüssigkeitsatmung der Schlüssel zum Gerätetauchen über die bisherigen Grenzen hinaus. Die Forscher stünden hinsichtlich der Anwendung derzeit noch vor einigen Problemen, berichtet Dr. Bauer: „Die in der Flüssigkeit enthaltenen Perfluorcarbone können zwar deutlich mehr Sauerstoff aufnehmen als Luft, jedoch beinhalten diese eine größere Menge CO2." Dies führe nach dem Erkenntnisstand von Dr. Bauer dazu, dass das Perfluorcarbon nur schwer abgeatmet werden kann. Auch belaste das hohe Gewicht der Flüssigkeit den Körper beim Atmungsprozess.
Neben dem Tauchsport habe sich auch die Medizin mit dem Thema Flüssigkeitsatmung befasst. Bei lungenkranken Patienten sei, so Dr. Bauer, diese Methode als letzter Versuch der Genesung getestet worden. Durch dieses Verfahren habe man erreicht, dass einige Patienten wieder gesund wurden. Jedoch - und das ist bislang das größte Hindernis für den Einsatz des Verfahrens - waren noch nach 10 Jahren gesundheitsschädliche Rückstände des Perfluorcarbons in den Lungen vorhanden. Für die Forschung bedeutete dies einen Rückschlag. Auch das Projekt von Dr. Bauer rückte somit in den Hintergrund. Viele Forscher befassen sich weiterhin mit der Thematik Flüssigkeitsatmung und stoßen vielleicht bald auf neue Erkenntnisse und Möglichkeiten.

 
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