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Wenn der Interviewer zum Interviewten wird

Steffen Müller 16. März 2022
© Thomas Eisenkrätzer

Umgekehrte Rollen in der Christlichen Schule in Kiel. Bei einem Besuch für das Projekt „Medien in der Schule" wird KN-Reporter Steffen Müller von den Viertklässlern mit Fragen gelöchert – statt wie üblich selbst Fragen zu stellen. Eine interessante Erfahrung vor allem für den Journalisten.

Von Steffen Müller

Kiel. Normalerweise ist es die Aufgabe der Redakteurinnen und Redakteure der Kieler Nachrichten, Fragen zu stellen. Nicht aber am Dienstagmorgen in der Christlichen Schule Kiel. Hier wird der Spieß umgedreht. Beim Projekt „Medien in Schule", kurz MiSch, befragen die Klassen 4a und 4b zwei Schulstunden lang Reporter Steffen Müller. Der Interviewer wird zum Interviewten.

„Wie viele Artikel haben Sie schon geschrieben?", „Ist Journalist ein stressiger Beruf?", „Was war Ihre spannendste Geschichte?" Der Fragenkatalog der Grundschüler ist lang und vielfältig. Über mehrere Wochen haben sich die Klassen 4a und 4b im Projekt „Medien in der Schule" mit den Kieler Nachrichten und ihren Print- und Online-Ausgaben beschäftigt. Zum Abschluss dürfen sie selbst die Rolle von Journalistinnen und Journalisten einnehmen.


KN-Reporter hat viel Spaß mit den Fragen der Schüler
Darauf haben sich die Viertklässler gut vorbereitet und fragen erfreulich offen drauf los: „Warum wollten Sie Journalist werden? Und was macht Ihnen in dem Beruf Spaß?", will Johann gleich zu Beginn wissen. Die Antwort kann der KN-Reporter an einem praktischen Beispiel geben. „So ein Besuch wie hier in der Schule macht mir Spaß. Ich habe den Beruf gewählt, weil ich gerne unter Menschen bin, neue Leute kennenlernen möchte und mich unterhalte."

Auch das aktuelle Weltgeschehen beschäftigt die Grundschüler. „Hatten Sie Corona?", möchte eine Schülerin wissen. „Müssen Sie noch in die Ukraine, um von dort zu berichten?" Doch auch Fragen über Kiel werden gestellt. „Waren Sie schon mal an einem Ort mit einer tollen Aussicht über Kiel?" Von dem Uni-Hochhaus der CAU hat man einen tollen Blick über die Stadt, lautet die Reporter-Antwort. Fotograf Thomas Eisenkrätzer schwärmt vom Fernsehturm. Der Nachteil: Beide Plätze sind nicht öffentlich zugänglich. Auch Redakteure kommen nur mit Glück bei Terminen an diese Orte.


MiSch weckt Interesse am Journalisten-Beruf
In den Klassen 4a und 4b der Christlichen Schule hat MiSch genau das erreicht, was das Projekt bewirken soll: Interesse bei den Grundschülern an Medien und dem Journalisten-Beruf wecken. „In welchen Schulfächern muss man gut sein, wenn man Journalist werden will?" und „Wie alt muss man sein, um als Journalist zu arbeiten?"
Die vielfältigen und zahlreichen Fragen lassen die zwei Schulstunden wie im Flug vergehen. Am Ende zeigen sich nicht nur die Schülerinnen und Schüler zufrieden mit den Antworten, auch der Reporter verlässt den Klassenraum zufrieden ob der Erfahrung, statt Interviewer einmal der Interviewte gewesen zu sein.

 
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