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Toledo

Henning Willenborg 9d Gymnasium Altenholz 17. November 2022 1 Kommentar(e)
Juderia de Toledo (Eingang des jüdischen Viertels) © Foto: Henning Willenborg Blick auf Toledo © Foto: Henning Willenborg


Toledo ist eine kleine mittelalterliche Stadt südlich von Madrid, welche ich im vergangenen Monat besuchte, da mein Bruder dort zurzeit studiert.

Sobald man durch das Stadttor schreitet, welches die Grenze der Altstadt von Toledo markiert, meint man eine kleine Zeitreise in die Zeit von vor 200 Jahren zu machen, denn seitdem hat sich die Stadt nicht mehr groß verändert. Toledo ist eine der ältesten Städte Spaniens. Im Jahr 192 v. Christus wurde die Stadt von den Römern eingenommen. Im Mittelalter war Toledo eine der wichtigsten Städte Spaniens und war bis 1601 sogar Hauptstadt Spaniens.
Wenn man durch die Straßen von Toledo geht, fallen einem schnell die vielen Souvenirshops ins Auge. Dort werden neben den üblichen Magneten, Tassen und Postkarten, Schwerter, Helme und sogar ganze Rüstungen verkauft. Denn im Mittelalter galt Toledo als Hochburg der Waffenschmiede und auch der spanische König ließ seine Schwerter in Toledo fertigen.
Geht man in eine von Toledos engen Gassen, kann man oftmals mit seinen Fingerspitzen die Häuserwände links und rechts von sich berühren. Denn Toledos Stadtkern ist ein Labyrinth aus Gängen und Gassen, in dem man sich verlaufen kann. Viele Touristen laufen durch die Stadt, ohne kaum den Blick vom Handy zu nehmen, um den Weg dort zu finden.
Ich hatte das Glück, dass mein Bruder sich in der Stadt gut auskennt, sodass ich mich nie in der unangenehmen Lage befand, nicht mehr zu wissen, wie es zu den Hauptstraßen geht. In der beschriebenen Altstadt überwiegen alte Gebäude, denn auf dem Quadratkilometer Grundfläche stehen 100 Gebäude unter Denkmahlschutz. Hier sieht man daher an fast jeder Straßenecke ein Kloster oder eine Kirche. Das Auffälligste an den Gebäuden von Toledo ist die Kathedrale, welche als eine der größten der Welt gilt und schon von Weitem heraussticht.

Mit aufmerksamem Blick stellt man die verschiedenen Baustile und die religiösen Einflüsse der Vergangenheit fest.
Lange Zeit lebte hier das muslimische Volk der
Mauren. Viele Bauwerke sind muslimisch geprägt. Im Jahr 1085, als das christliche Spanien die Stadt zurückeroberte, durften die Mauren in Toledo bleiben und wurden nicht vertrieben. Toledo zeigte sich somit damals auch als eine der tolerantesten Städte Spaniens. Lange Zeit lebten hier Christen, Juden und Muslime friedlich zusammen. In der Stadt gab es daher zeitweilig 10 Synagogen, bis die Juden 1492 aus Toledo vertrieben wurden. In Toledo gibt es noch heute das Jüdische Viertel, welches in etwa dem historischen jüdischen Viertel entspricht. Allerdings wird dieses heutzutage kaum noch von Juden bewohnt, sondern ist nun ein eher studentisches Wohnquartier und ein beliebtes Touristenziel.
Erwähnenswert ist noch die internationale Beliebtheit der Stadt. Beeindruckend ist die schiere Masse von Touristen aus aller Welt, insbesondere sind es Nord- und Südamerikaner sowie Asiaten. Mein Bruder flüchtet fast jedes Wochenende vor den vielen Menschen, die das Vorankommen in den Straßen regelrecht unmöglich machen.
Wirft man einen Blick auf die Einwohner, so sieht man viele junge Menschen, denn Toledo ist eine beliebte Studentenstadt. Mein Bruder lebt in einer WG im jüdischen Viertel mit zwei spanischen Studenten.
Ist man neugierig darauf, eine altmodische, aber dennoch aufregende Stadt zu besuchen, so ist Toledo empfehlenswert.

 

 
1 Kommentar(e)
  1. Promedia Maassen
    17. November 2022

    Hallo Henning,

    vielen Dank, dass du uns mit deinem Beitrag mit nach Spanien genommen hast ;) Wir waren noch nie in Toledo, aber es klingt wirklich interessant und ist sicherlich einen Besuch wert :) Das zweite Foto ist mega, da warst du sicherlich auf einem coolen Aussichtspunkt oder?

    Liebe Grüße


    Das MiSch-Projektteam
    Carina und Kerstin

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