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WM in Katar? Unterstützen ja oder nein?

Finnja Wasem, 8D ebg Kiel 8. November 2022 2 Kommentar(e)

Einen ausbeuterischen  Staat wie Katar sollte man nicht dabei unterstützen, eigene Fehler zu vertuschen, indem man eine WM schaut, die auf dem Rücken von toten Arbeitern ausgetragen wird. Seit der Bekanntgabe Katars als WM–Ausrichter steht die WM 2022 in der Kritik: Nicht nur weil Katar schon wegen den lokalen Begebenheiten einfach ungeeignet ist, sondern auch weil schon damals öffentlich geworden war, in welchem Maße Katar die Menschenrechte mit Füßen tritt.

Einen Staat, der Menschen die Ausreise ohne guten Grund verbietet, sie unter schlimmsten Bedingungen schuften lässt, sie ausbeutet und letztendlich ihren Tod für das eigene Wohl ohne Zögern in Kauf nimmt, den sollte man wohl kaum eigens unterstützen, indem man sich ein Fußballspiel in einem Stadion anschaut, für dessen Bau Hunderte Menschen starben.

Nicht nur starben Menschen, es wurde und wird auch die Umwelt massiv geschädigt.Stadien und Infrastruktur wurden aus dem Boden gestampft, um sich an die westlichen Standards anzupassen. Die Stadien müssen auch mit überdurchschnittlich viel  Energie versorgt werden, da  sie im stickigen Wüstenklima Katars immer gut klimatisiert werden müssen. Die WM geht also nicht nur zu Lasten der Arbeiter, sondern auch zu Lasten der Umwelt.

Auch mit den Rechten der Bürger Katars sieht es nicht besser aus. Internationale Menschenrecht werden nicht eingehalten, Frauenrechte oder die Rechte der Homosexuellen scheint es nicht zu geben. Auch die Regierungsform Katars ist nicht demokratisch, denn der Staat wird noch immer durch eine absolute Monarchie geführt, die die  Bürgerrechte eigennützig einschränkt.

Für den Moment mag es zu spät sein, die WM zu beeinflussen, jedoch ändert dies nichts an der Verantwortung, die nun jeder einzelne von uns trägt. Sich selber einzuschränken und damit ein Signal an die verantwortlichen Institutionen zu senden, kann helfen, um so etwas auf längere Sicht zu verhindern.Denn die Entscheidung, ob man den Fernseher einschaltet oder auslässt, liegt nicht bei Katar oder der FIFA, sondern bei uns.

 
2 Kommentar(e)
  1. Promedia Maassen
    15. November 2022

    Hallo Finnja,

    vielen Dank für deinen Kommentar zur Fußball-WM 2022. Wir finden es gut, wie du verschiedene Aspekte, die kritisch zu sehen sind, ansprichst und am Ende auch eine ganz klaren Appell an jeden Einzelnen mitgibst und so auch nochmal deinen Standpunkt deutlich machst.

    Liebe Grüße

    Das MiSch Projektteam
    Carina und Kerstin

  2. Laura Benk
    15. November 2022

    Hallo Finnja, sehr guter Text zur WM 2022, ein unfassbar wichtiges Thema im Moment! Mir gefällt dein Appell am Ende sehr, mit dem du auch Recht hast. Jetzt muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Toll geschrieben!

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