100 Tage Hölle- Der Genozid in Ruanda

Jetida Cenolli, Gymnasium Lütjenburg, Medienpraxis 19. November 2025 3 Kommentar(e)
© https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rwandan_Genocide.jpg Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da so viele Menschen nicht wissen was damals geschehen ist und das uns klar wird, wie gut wir es doch haben, dass uns so ein Schicksal nicht widerfährt. © von Jannis Paul Schwalenberg und Jetida Cenolli (zusammen das Bild gemacht)

"Ich wollte nicht sterben, aber in diesem Moment war ich innerlich tot." 

100 Tage Leid. Und nicht nur für Antionette Mutabazi, welche den Geonzid in Ruanda 1994 im Alter von nur zwölf Jahren überlebte, sondern für jeden einzelnen Tutsi. 100 Tage floss unschuldiges Blut, 70 Prozent der Tutsi, 800.000 bis 1 Million Menschen verloren ihre Leben. - Heute wissen so viele nichts mehr von diesem brutalen Genozid.                            

Ruanda war tief gespalten: Die Bevölkerungsgruppen der Hutu, Tutsi und Twa lebten in einer Gesellschaft, die Jahrzehnte ethnischer Spannungen hinter sich hatte. Während der Kolonialzeit bevorzugten die Belgier die Tutsi, während die Hutu unfair behandelt wurden.Nach der Unabhängigkeit Ruandas 1962 kamen die Hutu an die Macht, diskriminierten Tutsi systematisch. Viele flohen ins Exil, und die Spannungen wuchsen weiter. 

Der Schicksalstag, an dem schließlich der Genozid begann, war der 6. April 1994. An diesem Tag wurde das Flugzeug des damaligen ruandischen Präsidenten Juvènal Habyarimana (ein Hutu) abgeschossen. Noch in derselben Nacht gaben Hutu-Extremisten den Tutsi die Schuld am Attentat und begannen mit dem brutalen Morden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Frauen, Kindern und Männern. Täter kamen aus der Präsidentengarde, der Geheimpolizei, der ruandischen Armee, aber auch aus Teilen der Zivilbevölkerung. Nachbarn wurden zu Tätern. Hilfe von außen gab es kaum. 

Die UN war vor Ort hatten jedoch kaum Befugnisse... Warnungen wurden übergangen und wichtige Länder wie die USA, Frankreich und Belgien wollten schlicht nicht eingreifen. Statt zu helfen, reduzierte der Sicherheitsrat der UN sogar die Truppen! Am Ende fehlte der politische Wille, rechtzeitig zu handeln – die UN war praktisch gelähmt, während hunderttausende Menschen starben.

Doch es gab Hoffnung! Manche Hutu versteckten Tutsi und riskierten ihr Leben. Im Juli 1994 konnte die Rwandische Patriotische Front (RPF), eine Rebellengruppe von Tutsi-Flüchtlingen, die Hauptstadt Kigali einnehmen und das Massaker beenden. Der Alptraum war vorbei, doch das Leid noch immer nicht. Jeder der Opfern ist gestorben, doch nur etwa 800.000 Menschen waren tot. Doch die Täter wurden nicht ungestraft gelassen: Internationale Gerichte wie das ICTR verurteilten die Hauptverantwortlichen, in Ruanda selbst ermöglichten traditionelle Gerichte und Gacaca-Verfahren der Gemeinschaft, Gerechtigkeit und ein wenig Frieden zu finden.

Der Genozid in Ruanda ist eines der brutalsten, aber zugleich am wenigsten beachteten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Hundert Tage reichten aus, um ein Land und deren Menschheit zu zerstören. Es ist erschreckend, zu was der Mensch fähig ist und was allein durch Hass geschehen kann.

Deswegen: Lasst euch nicht von Hass auffressen. Mensch ist Mensch und wir bluten alle rot.

 
3 Kommentar(e)
  1. Lynn Spahr
    24. November 2025

    Omg warum wusste ich das nicht.
  2. Maria Rönnfeld
    26. November 2025

    Oha! Unfassbar interressant und sehr wichtig das man darüber schreibt, damit das Leid nicht in Vergessenheit gerät!
  3. Drita Cenolli
    26. November 2025

    Was für ein emotional geschriebener Text, was auch für so ein Thema wesentlich ist! Gut geschrieben was einen inning bringt

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