Heute verbringe ich einen Tag auf dem Hundeplatz und beobachte, wie Hunde lernen, Menschen zu suchen. Ich möchte wissen, warum man auch mit einem erwachsenen Hund weiterhin zum Hundesport gehen kann.
Es ist Sonntag und ich stehe auf einer Wiese in einem kleinen Dorf. Man hört freudiges Hundegebell und dann entdecke ich die ersten Hundebesitzer. Ein Labradorrüde (Rüde heißt der männliche Hund) begrüßt mich freundlich. Sein Besitzer - oder auch Herrchen genannt - erklärt mir, dass wir gleich Menschensuche machen.
Da kommt Maike, die Hundetrainerin, auf uns zu. Die Hunde bekommen eine leuchtende Weste an, damit sie im Wald gesehen werden. Zusätzlich legt man ein Halsband um, an dem eine kleine Glocke hängt und ein kleines Bringsel, das nennt man in der Fachsprache Dummy. „Jetzt geht es los!", sagt Maike. Inzwischen sehe ich hier drei Golden Retriever und einen Labrador und einen Flat Retriever, alle Hunde sind aufgeregt.
Finn legt seinen Hund ab und geht mit einer Decke ein Stück die Straße runter und biegt nach links in den Wald, dann meldet er sich per Handy und sagt, dass er sich versteckt hat. Barbara, das Frauchen von dem Golden Retriever Fjäll schickt ihren Hund mit den Worten „Such verloren!" über die Wiese in den Wald. Schon läuft Fjäll los und ich höre die Glocke läuten. Maike erklärt mir, dass er nicht auf der Fußspur des Menschen suchen soll, sondern gegen die Windrichtung in das Suchgebiet geschickt wird und dort den Geruch des Menschen im Wald aufnimmt und Finn sucht. Wenn Fjäll Finn findet, nimmt er sein Dummy, das am Halsband hängt, ins Maul und läuft schnell zu Barbara zurück. Ich schaue mich um, doch ich höre nur die Glocke läuten. Dann taucht Fjäll auf der Wiese mit seinem Dummy im Maul auf. Barbara leint Fjäll an und sagt zu ihm:"Zeig, wo Du gefunden hast". Wir lassen uns zu Finn führen, dort wird der Hund gelobt und bekommt Leckerlis.
Nun bekomme ich die Decke und laufe noch tiefer in den Wald, während die anderen zur Gruppe zurück gehen. Ich entdecke einen Holzstapel und lege mich dort hin. Die Blätter rascheln, ich höre die Vögel zwitschern und es riecht nach Moos. Es dauert ein paar Minuten, dann höre ich die Hundeglocke. Ich bleibe ganz ruhig liegen und lausche. Auf einmal steht die Flat-Hündin Asja vor mir. So schnell wie sie da war, ist sie auch schon wieder verschwunden. Sie hat das Dummy ins Maul genommen und ist umgedreht. Ich höre, wie die Glocke sich entfernt. Dann höre ich Schritte und Asja und ihre Besitzerin kommen zu mir. Asja wird mit Leckerlis gelobt, dass sie mich gefunden hat. Asja freut sich und springt um mich herum, ich spüre ihre Energie. Als wir wieder bei den anderen ankommen, sind die anderen Hunde dran und ich darf mich noch mal verstecken.
Am Ende erzählen mir die Hundebesitzer, wie sehr sie die Zeit mit dem Hund in der Natur genießen. Und den Hunden macht es auch richtig Spaß, wie ich sehe. Ich erfahre, dass die Hunde schon zwischen 6 und 10 Jahre alt sind. Die Trainerin Maike erklärt, dass es den Hunden gut tut, wenn man ihnen neue Sachen beibringt und dass es die Bindung zwischen Mensch und Hund stärkt. Sie empfiehlt jedem, ein Hundeleben lang aktiv mit dem Hund zu arbeiten, zum Beispiel mit Menschensuche oder Agility an Geräten. "Hunde lernen gerne und haben viel Freude daran, bei Wind und Wetter draußen zu sein." Nun ist es schon 15.00 Uhr und ich muss mich verabschieden. „Tschüss und vielen Dank", sage ich. Alle lächeln mich an und sagen, "Tschüss und komme gerne mal wieder!"
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