Das Kinderheim "Stern der Hoffnung" in Rumänien

Philipa Tame, Gymnasium Lütjenburg 21. November 2025
Ein gemeinsamer Spaziergang © Fotos@Jugendgruppe Ich habe dieses Thema für meinen Artikel ausgewählt, weil es mir wichtig ist mit der Welt zu teilen was wir als ev. Jugendgruppe machen und das selbst kleine Gesten Großes bringen können. © Philipa@home

Es riecht nach Zucker und Äpfeln. Die Küche ist ein Ort wuseligen Geschehens, alle suchen nach bestimmten Zutaten für den Kuchen, nebenbei wird noch schnell in den Google-Übersetzer eingegeben, was dies oder jenes auf Deutsch oder Rumänien bedeutet, darüber hinweg wird noch ein englischer Satz gestammelt.

Unter der Leitung von Howard Bleck, Diakon der Evangelischen Kirchengemeinde Lütjenburg, machen sich sehcs Mitglieder der evangelischen Jugendgruppe am 16.10.2025 auf den 1800 Kilometer langen Weg, um das Kinderheim "Stern der Hoffnung" in Rumänien zu besuchen. Die 15 Jahre lange Erfahrung und Freundschaft mit der Leitung dort ermöglichen eine reibungslose Reise durch mehrere Länder, die insgesamt eine Woche dauert. Ziel ist es, die Kinder aus dem Kinder- und die Erwachsenen aus dem Senioren- Behindertenheim zu besuchen, herauszufinden, was sie am meisten brauchen und außerdem herauszufinden, welches konkrete Hilfsprojekt 2026 umgesetzt werden könnte.

Es ist von außen ein recht unscheinbares Gebäude, was von innen ein Zuhause mit genügend Platz für 50 Patienten und Menschen mit geistiger Behinderung ist. Alle stehen im Flur, um uns zu begrüßen. Ein Mann nimmt mich bei der Hand und tanzt mit mir, ein anderer küsst unsere Hände. Die nächste Frau erzählt  auf Deutsch, dass sie eine Weile in Deutschland gelebt hat, jemand anders sagt auf Rumänisch etwas. Wie uns Sybille, die Leiterin der Heime später erzählt, fragt diese Frau immer wieder nach ihren verlorenen Geschwistern, allerdings hat sie keine. In solchen Momenten ist es unglaublich, was ein verständnisvolles Lächeln ausmacht, obwohl man kein Wort versteht.

Das Senioren- Behindertenheim ist in Alba Iulia, 132 Kilometer entfernt liegt das Heim für Kinder in der Bergregion von Baia De Aries. Sybille betrieb Notversorgung an Bahnhöfen, bis sie vor ein paar Jahren Krebs bekam. Seitdem übernimmt ihre Tochter die Leitung der Heime stellvertretend. Zahlreiche Geschichten werden mit uns geteilt, vom Anfang, Sybilles Bedürfnis den Bahnhofskindern zu helfen, der Idee, ein Heim zu gründen und schließlich vom heutigen Ergebnis: Ein Ort für 56 Menschen mit geistigen Behinderungen, für Menschen, die anders sind, und ein Zuhause für 50 Kinder in zwei Wohneinheiten, die gemeinsam eine große Familie sind.

Es ist der letzte Abend, den wir mit den Kindern haben. Wir sehen Naeira zu, wie sie mit ihrer kaputten Gitarre ein paar selbstgeschriebene Lieder spielt und es macht mich emotional. Was für schöne Dinge mit so wenigen Ressourcen doch entstehen können: Antonio, ein 8-jähtiger Junge schenkt mir ein Armband , das vermutlich selbstgemacht ist. Die heutige Welt , geprägt von Konsum und das Leben im Überfluss haben oft zur Wirkung, dass wir es vergessen, wie dankbar wir für alles, was wir haben sein können. Daran wird mich dieses Armband immer wieder erinnern. Ich hoffe, dass auch Sie meine Erfahrung berührt hat.

Quellen: Sybille, Howard Bleck, Jugendgruppenfahrt

 
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