Schon gegen halb neun am Morgen weht der Rettungsschwimmerin Johanna Siever und den anderen Rettungsschwimmern der DLRG eine frische, salzige Meeresbrise um die Nasen, wenn sie ihre Ausrüstung überprüfen und die Flaggen hissen. Anschließend beginnt auch schon der Wachdienst. Von ihren erhöhten Wachtürmen haben sie in der warmen Sommersonne den Überblick über die Badenden und den Strand.
Seit 1913 hat es sich die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Um dies zu schaffen, klären sie über Gefahren im Wasser auf, bieten Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen an und bewachen im Sommer den Strand.
Auch wenn nur ein kleines Pflaster gebraucht wird, hilft die DLRG gerne. Zu ihren Aufgaben am Strand gehört es, vor Gefahren zu warnen, vermisste Personen zu suchen, leichte bis schwere Erste-Hilfe-Fälle zu versorgen und Hilfe im Wasser zu leisten.
Heute ist schönes Sommerwetter und der Strand ist brechend voll, deshalb müssen Johanna Siever und zwei ihrer Kollegen am Mittag eine Strandpatrouille machen. Auf ihrem Weg im Spülsaum entlang erzählen sie von ihren letzten Einsätzen. Sie mussten am Vortag zum Beispiel eine vermisste Person suchen, die sie zum Glück gefunden haben. Ansonsten war in dieser Woche neben eingetreten Muscheln und Leuten, denen sie erklären mussten, nicht auf die Wellenbrecher zu klettern, nicht so viel los. Laut Johanna ist der Wachdienst eine der schönsten Zeiten im Jahr, wenn sie mit anderen im Sommer am Strand sein kann und dabei noch anderen Menschen das Leben rettet.
Als sie zurück an den Wachturm kommen, frischt der Wind auf und es wird ein wenig kühler, sodass Johanna Siever und ein Paar ihrer Kollegen an der Hauptwachstelle in eine klein, fast runde Hütte gehen. Als Johanna die verglaste Tür öffnet, kann man einen kleinen Raum mit ein paar Tischen und Stühlen sehen. In ein paar Wände sind großen Fenster eingelassen durch die das Licht fällt und man auf das weite, blaue Meer schauen kann. Außerdem hängen an den anderen Wänden viele, große Erste-Hilfe-Poster oder andere Informationstafeln für die Rettungsschwimmer.
Um Rettungsschwimmer oder Rettungsschwimmerin zu werden, muss man eine längere Ausbildung durchlaufen. Man muss mindestens das Rettungsschwimmabzeichen in Silber besitzen, Erste-Hilfe Kenntnisse haben und die Einsatz- und die Rettungsfähikeit nachweisen. Erst dann können die Ehrenamtler zusammen mit anderen auf die Badenden aufpassen und helfen.
5 Kommentar(e)