Die Macht des Handys - Wie das Handy den Tag bestimmt

Fabienne, Weidt,Gymnasium Lütjenburg,WPK Medienpraxis 22. November 2025 2 Kommentar(e)
Jugendliche am Handy © istockphoto.com

Ob zu Hause, im Bus, beim Einkaufen oder kurz vor dem Einschlafen: Fast jeder Jugendliche hat sein Handy immer griffbereit. Nachrichten, Spiele, Fotos - das Smartphone begleitet uns durch den ganzen Tag. Doch was passiert, wenn aus einem nützlichen Begleiter ein ständiger Zwang wird? Immer mehr Jugendliche verbringen unzählige Stunden am Bildschirm und merken oft gar nicht, wie abhängig sie schon sind. Doch wie viel Handynutzung ist eigentlich noch normal? Und wann wird sie zu viel? Ein Bericht von Fabienne Weidt.

Studien zeigen, dass Jugendliche im Durchschnitt rund sieben Stunden pro Tag mit dem Smartphone verbringen. Die Gründe für die intensive Nutzung sind vielfältig. Soziale Medien, Spiele und Streamingdienste sorgen für ständige Unterhaltung. Viele Jugendliche möchten nichts verpassen und fühlen sich ohne ihr Handy schnell gelangweilt. Der ständige Griff zum Smartphone wird für viele zur Gewohnheit. Doch der hohe Handygebrauch hat auch Schattenseiten. Ärztinnen und Psychologen warnen vor gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen oder Stress. In Deutschland sind 2025 etwa 1,3 Millionen Jugendliche handysüchtig.
Auch psychisch kann die ständige Nutzung belasten: Viele Jugendliche fühlen sich nervös oder traurig, wenn sie ihr Handy nicht benutzen dürfen. Der Druck, in sozialen Medien immer erreichbar und aktiv zu sein, verstärkt dieses Gefühl. Zudem kann übermäßiger Handykonsum dazu führen, dass Jugendliche weniger Zeit mit Familie oder Freunden verbringen.
Der Psychologe Christian Montag von der Universität Ulm warnt: „Schwierig wird es, wenn die Nutzung des Smartphones zu einem dauerhaften geprägten Bewertungsstil wird. Dann bestimmt nicht mehr der Mensch über das Gerät - sondern das Gerät über den Menschen.'' Das kann Sarah*, 15 Jahre, bestätigen. Ich habe sie zu diesem Thema befragt. Sie erzählt mir, dass das Handy für sie „irgendwie ständiger Begleiter" geworden ist. Oft greift sie automatisch danach, ohne es wirklich zu merken. „Wenn ich mein Handy nicht dabeihabe, werde ich schnell nervös, weil ich denke, dass ich etwas Wichtiges verpassen könnte", sagt sie. Sie merkt auch, dass ihr die viele Nutzung manchmal schadet: „Ich lasse mich total leicht ablenken, vor allem bei den Hausaufgaben. Und abends schlafe ich später ein, weil ich vorher noch am Handy bin."
Doch es gibt Wege, bewusster mit dem Handy umzugehen. Wichtig ist, sich eigene Nutzungszeiten zu setzen und das Gerät auch einmal ganz wegzulegen. Wer regelmäßig Pausen einlegt oder Benachrichtigungen ausschaltet, kann sein Nutzungsverhalten deutlich verbessern.
Ein gesunder Umgang mit dem Smartphone bedeutet nicht, es ganz zu verbannen. Vielmehr geht es darum, die Kontrolle zu behalten, statt sich vom Handy steuern zu lassen. Denn das echte Leben findet immer noch außerhalb des Bildschirms statt.

*Name aus privaten Gründen geändert

 
2 Kommentar(e)
  1. Jette
    26. November 2025

    Ein wirklich schöner Beitrag! Insbesondere gefällt mir, dass Du Jugendliche interviewt hast und deren Sichtweise erläuterst. Das gibt einen schönen Einblick, wie gefährlich das Handy sein kann.
  2. Johanna
    26. November 2025

    Sehr wichtiges Thema. Ich finde es gut, dass du dir dieses Thema überlegt hast. Toller Text

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