Der Wolf galt lange als selten und stark geschützt. Jetzt kehrt er wieder nach Deutschland zurück – und das in Rudeln! Tier- und Naturschützer jubeln, Landwirte und Jäger fühlen sich bedroht. Wie wird diese Rückkehr bewertet? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Positionen.
Der Wolfbestand in Deutschland nimmt rasant zu. Im 19. Jahrhundert wurde der Wolf so stark bejagt und verdrängt, dass er in Deutschland als ausgestorben galt. Aufgrund dessen wurden die Raubtiere unter starken Naturschutz gestellt. Die Wölfe kamen aus Polen und andere osteuropäische Ländern nach Deutschland zurück. Seitdem breiten sie sich wieder aus, inzwischen auch in SH. Insgesamt gibt es ca. 209 Rudel, 46 Paare und 19 Einzeltiere in Deutschland, wo sich meisten in Brandenburg (58 Rudel) befinden. Unser Land bietet ideale Voraussetzungen für den Wolf, sodass er sich auch zukünftig weiter ausbreiten kann – und dies wirft Probleme auf.
U.a. kommt es vor, dass die Rudeltiere auf der Suche nach Nahrung Nutztiere von Landwirten reißen, wodurch denen wirtschaftliche Schäden entstehen. Zudem kommen Kosten für höhere Schutzmaßnahmen, wie Herdenschutzhunde oder größere Zäune auf, die auf großen Weiden nur wenig nützen. Landwirte haben zwar die Möglichkeit, bestimmte Kosten erstattet zu bekommen, aber nur, wenn der Wolfriss erkannt wird. Dies gelingt jedoch nicht immer, da das verursachende Tier oft nicht eindeutig feststellbar ist. 2023 hat es monatlich rund 480 Nutztierschäden (vor allem Ziegen und Schafe) durch Wölfe gegeben. Deswegen fürchten die Landwirte, ihre Arbeit durch die Rudeltiere zu verlieren und fordern, den Wolf abschießen zu dürfen.
Naturschutzorganisationen wie das BfN und Greenpeace betonen die positiven Effekte des Wolfs, etwa den gesunden Wildbestand, da er vor allem schwache Tiere reißt. Seine Rückkehr zeige die Wirkung langfristigen Naturschutzes. Das Abschießen der Wölfe ist derzeit verboten, da sie unter Artenschutz stehen – Das könnte sich jedoch bald ändern.
CDU/CSU, SPD und inzwischen auch die Grünen unterstützen ein neues Bundesjagdgesetz. Eine bessere Bewertung der Wolfspopulation soll erlauben, den Schutz zu lockern und Abschüsse bei Angriffen zu ermöglichen. Doch gibt es auch Gegenstimmen. Der BUND kritisiert, dass die Bundesregierung die Gesamtzahlen der Wolfspopulation in Deutschland bewusst verschweigt, um das Wahlversprechen, nämlich Jagdzeit auf den Wolf, zu erfüllen. Jäger allerdings begrüßen eine Lockerung, da der Wolf zwar das Ökosystem stärkt, aber durch seinen Geruch Wildtiere vertreibt.
Eine andere Perspektive wären noch die Bürger: Spaziergänger und Pilzsammler haben Angst auf Begegnungen mit dem Wolf. Dies ist aber, laut der WWF Deutschland, sehr selten.
So gibt es viele verschiedene Meinungen zu diesem Thema. Am 08.11.2025 haben sich die Ministerien auf die Senkung des Wolfsschutzes geeinigt. Wie die Reaktionen darauf ausfallen, bleibt abzuwarten.
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