Alice Weidel © (Bearbeitet aus https://afdbundestag.de/abgeordnete/dr-alice-weidel/)
Alice Weidel, wir kennen sie alle als polarisierende AfD-Politikerin, aber nur wenige kennen Ihre zweite, private Seite, die im Widerspruch zum Parteiprogramm steht.
Im Wahlprogramm hat sie z.B. gesagt: „Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, ist die Kernzelle der Gesellschaft." Aber in ihrem privaten Leben ist sie selber seit 17 Jahren mit einer Frau zusammen, mittlerweile verheiratet, und zieht mit ihr zwei Söhne, von unterschiedlichen Vätern, groß. Öffentlich betont sie, dass sie nicht queer ist (https://taz.de/lesbische-AfD-Chefin-Alice-Weidel/!6067013/). Wie passt das zusammen?
Mit ihrer Familie lebt Weidel in der Schweiz, ist aber auch in Deutschland gemeldet und hält sich dort regelmäßig für Parteiarbeit auf (https://www.blick.ch/politik/alice-weidel-im-deutschen-kritikhagel-wegen-haus-in-einsiedeln-das-sagt-eine-die-in-der-schweiz-lebt-id21320481.html). Dabei steht die national ausgerichtete AfD für Verwurzelung in Deutschland. Weidel gibt an, dass „Die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft umgehend abgeschafft gehört." (https://afdbundestag.de/weidel-einbuergerung-in-deutschland-deutlich-erschweren/).
Weidel hat sich mehrfach kritisch über die Flüchtlingspolitik geäußert. In Ihrer Antrittsrede als Spitzenkandidatin sagte sie, dass sie u.a. Angst vor grabschenden Ausländern haben muss und weiterhin gab sie an, dass Deutschland durch Flüchtlinge unsicherer geworden ist (https://corrective.org/aktuelles/neue-rechte/2017/04/21/die-afd-sagt-deutschland-sei-durch-die-fluechtlinge-unsicherer-geworden-stimmt-das/). Doch Ihre Frau, Sarah Bossart, hat ebenfalls einen Migrationshintergrund. Sie wurde in Sri Lanka geboren und im Alter von wenigen Monaten von einem Schweizer Ehepaar adoptiert (https://www.morgenpost.de/politik/article408337926/sarah-bossard-das-ist-die-frau-an-der-seite-von-alice-weidel.html).
Warum wollte Weidel eigentlich Bundeskanzlerin werden? Ihr Interesse scheint nicht hoch gewesen zu sein, denn sie gab an: „Ich muss gar nicht Spitzenkandidatin sein, ich brauche das alles nicht, ganz ehrlich, ich würde mich sogar verschlechtern. Ich stehe sowieso auf einer Liste, ich habe eine Firma, ich habe auch ein Privatleben." (https://www.spiegel.de/spiegel/alice-weidel-die-afd-spitzenkandidatin-erstaunt-fruehere-weggefaehrten-a-1167859.html).
An einem Tag gibt sie sich als seriöse AfD Politikerin im Bundestag und hält Reden, am anderen Tag tanzt sie ausgelassen in Technoclubs (https://www.bild.de/politik/inland/wegen-afd-kanzlerkandidatin-weidel-ihre-frau-hat-den-gesamten-freundeskreis-verloren-678b898fc5c99421c7b9137f).
Auf Nachfragen zum Widerspruch zwischen ihrem persönlichen Leben und Parteiprogramm verweist Weidel mit der Trennung von privatem Lebensmodell und Parteipositionen. Hier werden ihre zwei Gesichter deutlich, ihre privaten und berufliche Einstellungen passen nicht zusammen.
Lara Krause
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